Storage aus der Datacenter-Steckdose

Storage im ganzheitlichen Rechenzentrum leicht gemacht

| Autor / Redakteur: Robert Meiners* / Dr. Jürgen Ehneß

Heute ist in der IT und darüber hinaus ganzheitliches Denken gefragt. Das betrifft auch den Datacenter-Bereich Storage, insbesondere die Sicherheit von Daten. Zu einem ganzheitlichen Konzept kommen Unternehmen etwa durch externe Leistungen: Workshops und Analysen, die firmenübergreifend komplette Geschäftsprozesse einbinden.
Heute ist in der IT und darüber hinaus ganzheitliches Denken gefragt. Das betrifft auch den Datacenter-Bereich Storage, insbesondere die Sicherheit von Daten. Zu einem ganzheitlichen Konzept kommen Unternehmen etwa durch externe Leistungen: Workshops und Analysen, die firmenübergreifend komplette Geschäftsprozesse einbinden. (Bild: MTI Technology GmbH)

Storage ist eine der ältesten Disziplinen im Datacenter überhaupt und dürfte wohl die größten technologischen Entwicklungen erfahren haben. Doch nun bricht eine neue Zeit an, in der die solitäre Betrachtung der Speichertechnologie als Insel im Datacenter bald vorüber sein dürfte.

Für eine zukunftsorientierte und gewinnbringende IT-Infrastruktur – insbesondere in Zeiten von Industrie 4.0, der digitalen Transformation oder IIoT (Industrial Internet of Things, Industrielles Internet der Dinge) – müssen Unternehmen und IT-Fachleute in integrierten und vernetzten Konzepten denken. Und genau dies ist ein wesentlicher Grund, weshalb Unternehmen damit beginnen, in einer ganzheitlichen Betrachtung Storage als einen Teil im Datacenter anzusehen.

Noch sind es early adopter, die solche Konzepte in die Realität umsetzen und Erfahrungen sammeln. In der nächsten Phase wird eine breitere Masse an Unternehmen auf diesen Zug aufspringen, um die Vorteile einer ganzheitlichen Infrastruktur für sich zu nutzen.

Denn die Mehrheit der Unternehmen betreibt ihren Storage noch als eine Einheit beziehungsweise eine separate Disziplin im Datacenter. Aufbau, Topologie und Administration liegen in Händen von Storage-Spezialisten. Diese tauschen sich zwar mit anderen Bereichen im Datacenter aus, etwa mit den Server-, Infrastruktur-, Networking-, Safety- oder Anwendungsfachleuten, doch eine wirkliche Integration der einzelnen Disziplinen ist kaum anzutreffen.

Es klemmt zunehmend

Darum ist es auch wenig verwunderlich, wenn es im Datacenter bei neuen Anforderungen wie Big Data, Cloud oder der Speicherung und Analyse von IIoT-Sensordaten zu klemmen beginnt. Tatsächlich sind Unternehmen mit einem ganzheitlichen und integrierten Ansatz für solche Herausforderungen besser gerüstet.

Sie vertrauen auf den so genannten Data Lake, also einen sehr großen Datenspeicher, der die Daten aus unterschiedlichsten Quellen in ihrem Rohformat aufnimmt. Der Data Lake beruht auf klassischen On-Premise-Lösungen, Hosting- oder Cloud-Diensten und kann sowohl unstrukturierte als auch strukturierte Daten enthalten.

Storage aus der Datacenter-Steckdose

Zusammengefasst: Storage aus der Datacenter-Steckdose. Für den Nutzer kommt es nicht darauf an, woher der Speicher kommt, sondern darauf, dass genügend Volumen mit genügend Performance zur Verfügung steht.

Hinter diesem Ansatz, der es dem Storage-Verbraucher im Unternehmen unglaublich einfach macht, die benötigten Datacenter-Dienste zu erhalten, stehen hoch spezialisierte IT-Fachleute, die den Gedanken der Silolösungen hinter sich gelassen haben. In vielen Großunternehmen ist dies heute schon Realität.

Im Mittelstand, wo die Budgets eingeschränkt sind und ein fortwährender Fachkräftemangel herrscht, stellt sich die Situation etwas anders dar. Man setzt vielerorts und notgedrungen noch auf die klassische Struktur.

Doch es gibt sehr gute Ansätze, dieses Dilemma zu lösen, um mit der weltweiten Wirtschaft Schritt halten zu können: Dienstleister sind gefragt. Sie haben Erfahrung mit ganzheitlichen Datacenter- und aktuellen Storage-Konzepten und können Unternehmen nicht nur bei der Implementierung, sondern maßgeblich auch im Betrieb unterstützen. Sie ermöglichen auch mittelständischen und kleineren Unternehmen das massenhafte Speichern von Daten, das beispielsweise für Industrie 4.0 oder IoT/IIoT nötig ist.

Storage in einer ganzheitlichen Betrachtung ist fast immer sinnvoll

Während die Vorteile einer integrierten Betrachtung von hybridem Storage überwiegen, gibt es durchaus Fälle, bei denen Unternehmen zumindest teilweise bei einem lokalen Datacenter-Konzept bleiben sollten. Dies gilt beispielsweise für Unternehmen und Organisationen, für die eine externe Datenhaltung aus gesetzlichen Gründen oder anderen Geheimhaltungsgründen schwierig ist. Dazu gehören Behörden oder auch Forschungseinrichtungen.

Darüber hinaus existiert noch eine weitere Hürde, die viele Unternehmen betrifft, obwohl sie gerne den integrierten Ansatz verfolgen würden, beispielsweise Firmen, die aufgrund ihres Standorts eingeschränkt sind. Gerade in Deutschland sind viele der mittelständischen Hidden Champions auf der grünen Wiese und nicht in unmittelbarer Nähe von Ballungszentren mit einer leistungsstarken Internetanbindung aktiv.

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Wer keine gute WAN-Anbindung hat, kann beispielsweise Cloud- und Hosting-Speicher nur schwer in die ganzheitliche Datacenter-Organisation integrieren, was das Konzept ad absurdum führt. Hier bleibt vorläufig nur, mit diesen Umständen noch eine Weile zu „leben“ und sich mit gut entwickelten Technologien, etwa Scale-Out-Lösungen, zu behelfen. Firmen in hochgradig innovativen Märkten können sich den Verzicht auf unterschiedliche Speicher in einem Gesamtsystem jedoch kaum leisten – darunter fallen beispielsweise Logistikunternehmen, die bereits heute extrem gut vernetzt und integriert arbeiten und damit vielen anderen Branchen weit voraus sind.

Die Rolle der Datensicherheit im ganzheitlichen Ansatz

In einem integrierten Ansatz gilt es, die Begriffe „Security“ und „Safety“ zu unterscheiden. Security betrifft im ersten Schritt die klassischen Sicherheitsthemen rund um Firewalls, Virenscanner oder Intrusion-Protection-Lösungen samt dem Einsatz KI-ähnlicher Security-Technologien.

Doch damit nicht genug. Die Security muss heute bis tief hinein in Cloud-Dienste wirksam sein, um die wertvollen Daten zu schützen. An dieser Stelle diffundieren Storage und Security zunehmend und beeinflussen sich maßgeblich. Nicht zuletzt führt dies auch dazu, die Daten rechtzeitig zu klassifizieren und dann auf den Speicher-Pools abzulegen, die dem Security-Anspruch genügen.

Diese Klassifizierung kennt man bereits aus dem Bereich der Safety, zu dem das Disaster Avoidance und das Disaster Recovery zählen. Disaster Avoidance beginnt mit hochverfügbaren Systemen, die unterbrechungsfrei den Betrieb sicherstellen. Danach sollte ein mehrstufiges Disaster-Recovery-Konzept vor dem Schlimmsten bewahren.

Auch bei der ganzheitlichen Datensicherheit können spezialisierte IT-Berater wertvolle Dienste leisten. Sie können beispielsweise bei den unterschiedlichen Wahrnehmungen und Prämissen der unternehmensinternen IT-Spezialisten als Vermittler aktiv werden, um zu einem ganzheitlichen Konzept zu kommen.
Auch bei der ganzheitlichen Datensicherheit können spezialisierte IT-Berater wertvolle Dienste leisten. Sie können beispielsweise bei den unterschiedlichen Wahrnehmungen und Prämissen der unternehmensinternen IT-Spezialisten als Vermittler aktiv werden, um zu einem ganzheitlichen Konzept zu kommen. (Bild: MTI Technology GmbH)

Priorität hat dabei das Fail-Over-Szenario. Dies kann beispielsweise durch Cloud-Speicher-Services pragmatisch realisiert werden, da es On Demand im Disaster-Fall einspringt, aber im Standby geringe Kosten verursacht. Zudem sollten die Daten zusätzlich in mehreren Generationen gesichert sein, um beispielsweise bei einem Ransomware-Angriff auf unverschlüsselte Daten zurückgreifen zu können.

IoT schafft neue Herausforderungen im ganzheitlichen Ansatz

IoT oder IIoT ist zumindest in der Diskussion nichts Neues. Allerdings ist die konkrete und breite Umsetzung für viele Unternehmen erst jetzt eine Herausforderung, insbesondere was den Speicher angeht.

Die Theorie: Durch IoT sind Unternehmen in der Lage, über sensorgesteuerte Abläufe schneller, präziser, kostengünstiger, einfach besser zu arbeiten. On top lassen sich mittel- und langfristig die Sensordaten auswerten, damit eine noch höhere Effizienz entsteht und eventuell sogar Wettbewerbsvorteile geschaffen werden.

Stattet man also beispielsweise einen produzierenden Betrieb mit IoT-fähigen Komponenten und Maschinen aus, liegt der erste Schritt in der Effizienzsteigerung in ganzheitlichen Steuerungen und Abläufen. Übrigens gilt dies nicht nur für die Produktion, sondern auch für den Betrieb eines Rechenzentrums.

Will man die Effizienz noch weiter optimieren, ist eine Auswertung der Sensordaten, die von den IoT-Komponenten erzeugt werden, nötig. Und bei diesen Daten spricht man mittelfristig nicht von ein paar Megabyte. Schnell kommen unglaublich große Datenmengen zusammen, die es zu speichern gilt – Storage wird in großem Umfang benötigt.

Wert und Risiken abschätzen

Die Frage ist nun, wie wertvoll diese Daten sind, ob sie sich heute sinnvoll konsolidieren und filtern lassen, um auch in Zukunft die benötigten Resultate daraus zu gewinnen. Wo sollen diese Daten in einer ganzheitlichen Storage-Betrachtung im Datacenter gespeichert und verwaltet werden?

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Hier gilt es, Konzepte zu erstellen, die übrigens in naher Zukunft durch KI-ähnliche Mechanismen unterstützt werden. Die Wichtigkeit der Daten muss dabei unbedingt mit den Unternehmenszielen in Einklang gebracht werden, und erst dann kann eine Entscheidung über den Storage getroffen werden.

Geht es beispielsweise um IIoT-Sensordaten, sind aus zuvor beschriebenen Safety-Gründen On-Premise-Systeme meist die beste Alternative. Im Gegensatz dazu ist beim klassischen IoT, wie es beispielsweise in der internationalen Logistik vielfach zum Einsatz kommt, eine verteilte Lösung inklusive Cloud die vielfach präferierte Wahl. Für den Anwender spielt all dies keine Rolle, da der Speicher einfach zur Verfügung gestellt wird. Im Datacenter hingegen müssen Storage, Infrastruktur, Security und Safety nahtlos ineinandergreifen, um den Storage-Dienst universell und optimal zu gewährleisten.

Was können Externe leisten?

Ein externer IT-Dienstleister kommt im klassischen Datacenter-Betrieb meist dann zum Einsatz, wenn interne Ressourcen zu teuer sind, wenn das Fachwissen fehlt oder wenn Hilfe während eines Peaks gefragt ist. Die Anforderungen ändern sich jedoch aufgrund integrierter, ganzheitlicher IT-Prozesse und -strukturen.

Heute werden die Aufgaben für den Dienstleister zunehmend komplex. Da die IT-Bereiche nicht mehr als Insellösungen gesehen werden können, muss der Dienstleister in der Lage sein, übergreifend über alle Bereiche des Datacenter hinweg beraten zu können. Darüber hinaus muss er das Geschäft seines Kunden verstehen, um das ganzheitliche Datacenter so zu gestalten, dass es dem Unternehmen maßgeblich hilft, sein Kerngeschäft weiter zu entwickeln.

Dies ist eine Frage der Kompetenz, und es benötigt viel Zeit und Know-how, was sich auch auf die IT-Budgets niederschlagen kann. Dies ist gerade im Mittelstand oft ein Problem. Infolgedessen wird oft an der falschen Stelle gespart. Dabei liegt es selten am Unverständnis im Unternehmen, sondern an klassischen Kostenstellenstrukturen, die einen ganzheitlichen Ansatz nicht abbilden können.

Einsatzszenarien

Ein typisches Beispiel: Die IT hat nicht das Budget, um ein unterbrechungsfreies System im Sinne eines ganzheitlichen Rechenzentrums für 100.000 Euro zu realisieren. Dann passiert ein Vorfall. Die Produktion oder der Versand fallen zeitweise mit 5.000 Euro Verlust pro Stunde für ein bis zwei Tage aus. Die Kalkulation ist einfach und die Bestürzung groß. Nur weil man Budgets aus unterschiedlichen Bereichen der IT nicht bündeln konnte und nicht genehmigt bekommt, kommt es zu derartigen Verlusten.

Auf der anderen Seite ist es ganz selbstverständlich, eine Gebäudeschutzversicherung für das Unternehmen zu bezahlen, damit im Falle eines Hochwassers, eines Feuers oder sonstiger wesentlicher Schäden Schutz gewährleistet ist. Wenn also Systeme eines Unternehmens von der ganzheitlichen Security und Safety der IT abhängig sind, müsste praktisch ein interner Budget-Fond mit Beteiligung aller Abteilungen aufgesetzt werden. So könnten integrierte und ganzheitliche Konzepte und Lösungen realisiert werden, die modernen Unternehmen neben einem maßgeblichen Support des Kerngeschäfts eine sehr hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit garantieren.

*Der Autor: Robert Meiners ist Practice Lead Cloud Germany bei MTI Technology.

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