Seagate Lyve Cloud, Rack und Mobile Storage-Service vom Edge bis zur Cloud

Von Klaus Länger

Mit Lyve bietet Seagate einen Storage-Service der besonderen Art an. Er erstreckt sich von Lyve Mobile als transportablem Datenspeicher über das Lyve Rack als S3-Storage für Edge-Standorte bis hin zur Lyve Cloud im Equinix-Datacenter.

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Die Lyve Cloud komplettiert das Storage-as-a-Service-Angebot von Seagate.
Die Lyve Cloud komplettiert das Storage-as-a-Service-Angebot von Seagate.
(Bild: Who is Danny - stock.adobe.com / [M] Udo Scherlin)

Unstrukturierte Daten machen den Löwenanteil des aktuellen und des prognostizierten Datenwachstums aus. Während strukturierte Daten, also etwa Datenbanken, beständig aber moderat wachsen, zeigt die Kurve bei unstrukturierten Daten steil nach oben. Zu ihnen zählen etwa Sensordaten von Maschinen, „Smart Cities“ oder autonomen Fahrzeugen, Bilder und Videos aus der Medienproduktion oder aus Archiven, Dokumentensammlungen oder Trainingsdaten für maschinelles Lernen.

Seagate hat mit Lyve eine Speicherplattform geschaffen, die für das Transportieren und Speichern dieser Daten von deren Entstehung bis hin zur Multi-Cloud genutzt werden kann.

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Lyve Mobile: Datentransport ohne Internet

Die erste Stufe bildet dabei Lyve Mobile als Transportmedium für große Datenmengen, die an Orten entstehen, wo keine schnelle Internetverbindung existiert. Seagate stellt hier als Service mit dem Lyve Mobile Shuttle und dem Lyve Mobile Array robuste festplattenbasierte Speicherlösungen zur Verfügung. Das kleinere Shuttle mit 8 oder 16 TB Kapazität ist im Prinzip ein NAS-Laufwerk mit 10 GbE und E-Ink-Touchdisplay. Strom bekommt es über USB-C mittels Netzteil oder einer entsprechend dimensionierten Powerbank.

Das größere Lyve Mobile Array mit zwei Thunderbolt-3-Schnittstellen bietet sogar bis zu 96 TB Speicherplatz und RAID 5. Eine zusätzliche Halterung für den Einbau in einem Fahrzeug, Boot oder Flugzeug ist ebenso buchbar wie ein spezieller Transportbehälter. Über einen zusätzlichen Rackmount-­Receiver können zwei Mobile Arrays über iSCSI in ein Datacenter eingebunden werden, um so direkt auf die Daten zugreifen zu können. Der Rackmount-Receiver ist mit redundanten Netzteilen ausgestattet und bietet als Option iSCSI-, SAS- oder Fibre-Channel-Schnittstellen. Als Zubehör für beide Storage-Lösungen hat der Hersteller einen PCIe-Adapter im Programm, mit dem das Laufwerk mit einem SFF-8644-Port an einen Rechner verbunden wird. Die Laufwerke können auf ­Projektbasis mit monatlicher Zahlung oder einem Jahresabo geordert werden.

Lyve Rack: lokaler Object-Storage als Service

Das Lyve Rack als S3-Objektspeicher mit bis zu 1,3 PB Kapazität bei der Verwendung von 16-TB-Festplatten stellt die nächste Stufe dar. Das Storage-System in 7U-Bauform mit zwei 50GbE-Anschlüssen für die Client-­Konnektivität nutzt die Seagate-eigenen CORTX-Objektspeicher-Software sowie eigene ASICs für ein effizientes Erasure-Coding. So soll eine hohe Verfügbarkeit beim Einsatz an größeren Edge-Standorten oder der Private Cloud erreicht werden. Das System ist via Subscription verfügbar, kann aber auch gekauft werden.

Lyve Cloud: Hosting bei Equinix

Die dritte Stufe ist schließlich die Lyve Cloud, ein HDD-basierter und bei Equinix gehosteter S3-kompatibler Objektspeicher für Einsatzszenarien mit großen Datenmengen. Seagate nennt hier Big Data mit großen Datensätzen, Media-Streaming sowie das Speichern von Videodaten für die Analyse. Eine weitere Verwendung ist die Konsolidierung älterer Backups auf Bändern. Die Migration der Daten von Tapes oder veralteten Speichermedien sowie die Digitalisierung analoger Medien bietet der Hersteller als zusätzlichen Service an.

Ein weiterer Dienst ist Lyve Cloud Archive als reiner Archivierungs-Cloud-Speicher für große Mengen an Video- und Bilddaten, sekundäre Datensätze, Sicherungskopien und weitere Daten, auf die nicht häufig für Ananlysen oder Transaktionen zugegriffen wird. Der Service soll besonders niedrige Gesamtbetriebskosten mit einer hohen Datensicherheit und Langlebigkeit vereinen.

Nir Elron, Global Director Growth Verticals & Lyve bei Seagate, betont, dass Seagate bei der Lyve Cloud Host-agnostisch ist und dass außer der genutzten Kapazität keinerlei Kosten anfallen, etwa für den Transport oder für API-Calls. Zudem gibt es Schnittstellen zu den Hyperscalern AWS, Google Cloud sowie Microsoft Azure und Lösungspartnerschaften mit Commvault, Veritas, Rubrik Cohesity, Veeam und Zadora. Für von Seagate validierte Partnerlösungen wird ein Lyve Cloud Marketplace eingerichtet, über den Kunden die angepassten Lösungen über eine Plattform mit einem integrierten Beschaffungs- und Abrechnungsprozess nutzen können.

Die Kosten sollen sich an AWS Glacier orientieren. Allerdings werden die gespeicherten Daten laut Elron bei der Seagate-Lösung nicht irgendwann auf Tape ausgelagert, sondern bleiben dauerhaft auf den HDDs gespeichert und sind so immer schnell verfügbar.

Lyve-Cloud-Installationen gibt es derzeit an mehreren Equinix-Standorten in den USA und zuletzt auch in Singapur. In den kommenden Monaten soll der Service allerdings auch in West- und Mitteleuropa und damit auch in deutschen Equinix-Rechenzentren verfügbar werden, verspricht Elron. Ein aktueller Expansionsplan sieht neben weiteren Standorten in den USA auch Deutschland, Großbritannien, Indien und Japan als kommende Regionen vor. Damit soll die Lyve-Cloud-Präsenz auf insgesamt zehn Regionen mit 16 Verfügbarkeitszonen ausgeweitet werden. Partner und Kunden können zudem bei Equinix eigene Server für einen schnellen Zugriff auf die Daten in der Lyve Cloud aufstellen.

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