Der Markt für All-Flash-Array-Datenspeicher, Teil 1

Strategiewechsel bei primären Speichersystemen steht vor der Tür

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Rainer Graefen

(Foto: HDS)

Immer mehr Storage-Hersteller bieten Datenspeicher an, die nicht aus einem Mix von Festplatten und Halbleiterspeichern bestehen, sondern nur mit Flash-Speicher bestückt sind.

Beim Erwerb eines All-Flash-Arrays sollten Anwenderunternehmen darauf achten, welche Basis der Flash-Speicher hat. Die diversen Hersteller bieten ihre Geräte auf Basis von Multi Level Cell (MLC) oder auf Basis von Single Level Cell (SLC) an.

Auch wenn SSD-Medien aus Kostengürnden fast ausschließlich mit MLC bestückt sind, bei reinen All-Flash-Arrays sind die Netzwerkspeicher im besten Fall mit einem Mix aus DRAM-, SLC- und MLC- Speicherbausteinen bestückt, sofern es dem Hersteller um die maximale Leistung geht.

MLC und SLC im Vergleich

MLC-Flash kann in einer Speicherzelle zwei Bit speichern, also vier unterschiedliche Werte. SLC speichert nur ein Bit. MLCs haben durch die preissenkende Technik den Nachteil, etwas langsamer zu sein. Ein weiterer Nachteil ist die im Vergleich zu SLC geringere Beschreibbarkeit von 3.000 Zyklen zu 100.000 Zyklen.

Das Hauptargument für den Einsatz von SLC ist die teilweise deutlich höhere Geschwindigkeit. Allerdings relativiert sich diese, da der Flaschenhals häufig nicht bei den SSD-Platten liegt, sondern eher am Controller und den Netzwerkschnittstellen.

Gute MLC-Geräte stehen im Grunde genommen SLC-Geräten in nichts nach, sind aber günstiger. Wer wirklich das letzte Quäntchen Leistung aus einem All-Flash-Array ziehen will, sollte ein mit SLCs bestücktes Gerät einsetzen, dann aber auch auf schnelle Controller und ein schnelles Netzwerk achten. Das ist vor allem sinnvoll bei großen Datenbanken und Big-Data-Analysen.

IOPS verstehen

Viele Hersteller geben die Leistung ihrer Datenspeicher mit Input/Output Operations per Second (IOPS) an. Dabei handelt es sich um die Ein- und Ausgabeaktionen, die eine SSD und der dazugehörige Controller pro Sekunde durchführen können. Das heißt, grundsätzlich ist ein Speichersystem schneller, das hohe IOPS-Zahlen und niedrige Latenzzeiten besitzt.

Zu unterscheiden ist dabei auch die Lese- und die Schreibgeschwindigkeit. Die verschiedenen Herstellerangaben sind leider schwer miteinander vergleichbar, da mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen getestet wird und spezifische Effekte unter bestimmten Bedingungen das Messergebnis stark beeinflussen können.

Im Folgenden eine Kurzübersicht der Hersteller und ihrer All-Flash-Array-Systeme.

Dell All-Flash Array und High Dense Array

Dell bietet zwei All-Flash-Arrays für Enterprise-Kunden an. Die beiden Produkte werden über das Dell Compellent Storage Center 6.4 verwaltet. Auf dieser Basis lassen sich vorhandene Compellent-Arrays mit SLC- und MLC-Flashspeicher kostengünstig betreiben und erweitern.

Die Flash-Arrays schreiben über die schnellen SLC-Speicher und lesen gepuffert von MLC. Während die SLC-Drives im Raid-10-Verband gespiegelt sind, werden die MLC-Speicherdaten vor Ausfällen mit Raid 6 geschützt.

Inhalt des Artikels:

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  • Seite 2: EMC VNX5500-F

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