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Sun Storage System 7000 mit Open Source Software und Standard-Hardwarekomponenten Sun Microsystems vereinfacht die Speicherverwaltung

Autor / Redakteur: Rainer Graefen und Nico Litzel / Nico Litzel

Sun Microsystems will neue Wege im Speichermarkt beschreiten. Das Unternehmen hat unter der Bezeichnung „Sun Storage System 7000“ Unified-Storage-Systeme vorgestellt, die auf Standard-Industriekomponenten basieren und mit der Open Source Software OpenSolaris Storage OS und OpenStorage Manager laufen. Anwender sollen von einer radikalen Vereinfachung des Speichermanagements und einem günstigen Kostenverhältnis sowohl bei der Anschaffung als auch im Betrieb profitieren.

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Suns Storage-System-7000-Familie verwendet Standard-Industriekomponenten. Dank OpenSolaris und dem ZFS-Dateisystem stehen Anwendern zahlreiche Funktionen lizenzkostenfrei zur Verfügung.
Suns Storage-System-7000-Familie verwendet Standard-Industriekomponenten. Dank OpenSolaris und dem ZFS-Dateisystem stehen Anwendern zahlreiche Funktionen lizenzkostenfrei zur Verfügung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Für Sun ist es einmal mehr das ganz große Ding, die Sun-Storage-7000-Familie. Für John Fowler, Executive Vice President Systems Group bei Sun, ist die Ankündigung verständlicherweise ein Jahrhundertereignis. Aber auch John Webster, Principal IT Advisor des US-Analystenhauses Illuminata, wirbt mit dem bedeutungsschwangeren Begriff „disruptive“, also einer technischen Umwälzung, für die neue Speicherfamilie.

Anhand der technischen Spezifikationen ist diese Begeisterung schwer nachzuvollziehen, auch wenn die Storage-Server zum Teil mit viel Rechenpower (16 CPU-Kerne), Solid-State-Disk-Technik und Suns nun endlich auch bootfähigem Metadateisystem ZFS ausgestattet werden können. Hier ist Sun mit tiefer gehenden Informationen gefordert.

Der Clou von Suns Storage-Familie liegt wahrscheinlich in sehr viel DDR2-Hauptspeicher und getrennten Lese- und Schreibpools. Der Hersteller gibt die I/O-Rate des Systems mit über 800.000 I/Os an und errechnet für jede einzelne Ein-Ausgabe-Operation, trotz dezidiert zugeordneter SSDs, ein Preis-Leistungsverhältnis von 0,04 US-Dollar.

Weitere, nicht so leicht ersichtliche „Revolutionen“ stecken wohl im Datenmanagement des Systems, das die Datenservices von OpenSolaris und ZFS kombiniert. Storage-Administratoren wird zudem freuen, dass viele, sonst teuer zu erwerbende Funktionen, aufgrund des Open-Storage-Ansatzes lizenzfrei sind.

Die Gerätefamilie im Überblick

Sun stellt mit den „Open-Storage-Systemen“ der Sun-Storage-7000-Familie, die derzeit aus den drei Modellen 7110, 7210 und 7410 besteht, Kosteneinsparungen von bis zu 75 gegenüber herkömmlichen Speichersystemen mit proprietärer Hard- und Software in Aussicht.

Das ultrakompakte Einsteigermodell 7110 ist mit einem Quadcore-Opteron mit 2 Gigahertz Taktung bestückt, verfügt über vier Gigabit-Ethernet-Ports und acht GigabyteRAM. Im Inneren finden 16 Disks (2,5 Zoll SAS) Platz, sodass das System 2,3 Terabyte Kapazität bereitstellt.

Das Midrange-Modell Sun Storage System 7210 mit acht Opteron-Kernen bietet bis zu 48 Terabyte Speicherkapazität. Zudem unterstützt das Gerät sowohl lese- als auch schreiboptimierte Solid State Drives, die im Zusammenspiel mit Suns ZFS-Dateisystem ihr Potenzial ausspielen.

Das Highend-Modell Sun Storage System 7410 bietet der Hersteller wahlweise mit zwei oder vier Quadcore-Opteron-Prozessoren an. Ab Werk ist das Speichersystem, das bis zu 576 Terabyte Kapazität über SATA- und 230 Terabyte über SAS-Disks bereitstellt, mit 128 Gigabyte RAM ausgestattet. Auch hier bietet Sun eine SSD-Option an: Anwender können maximal 72 Gigabyte SSD-Write-Cache und bis zu 600 Gigabyte SSD-Read-Cache hinzufügen. Für das Highend-Modell, und nur für dieses, bietet Sun auch eine Cluster-Option an.

Umfangreiche Funktionen ohne zusätzliche Lizenzkosten

Dank der Open Source Software bietet die 7000-Familie zahlreiche Funktionen ohne zusätzliche Lizenzkosten. Dazu zählen beispielsweise eine unbegrenzte Anzahl von Snapshots, Wiederherstellung, Spiegelung, Datenreplizierung, RAID-5 und -6, Komprimierung oder Thin Provisioning. Unterstützt werden zudem die ProtokolleNDMP v4, iSCSI, CIFS, NFS v3 und v4, HTTP/FTP und WebDAV (Web-based Distributed Authoring and Versioning). 2009 soll Fibre Channel Target folgen.

Darüber hinaus bieten die Sun-Storage-7000-Systeme, ebenfalls lizenzkostenfrei, umfangreiche Verwaltungs- und Managementfunktionen. Die Tools sind Ergebnis des seit mehreren Jahren laufenden FISHworks-Projektes (Fully Integrated Software and Hardware) und geben Administratoren beispielsweise umfangreiche Werkzeuge zur Analyse, zur Performance-Optimierung, zum Clustering, zur Verwaltung von Active Directories oder zum Rollenmanagement an die Hand.

Die Preise beginnen bei 10.000 US-Dollar für das Einsteigermodell Sun Storage 7110 und 35.000 US-Dollar für das Midrange-Modell 7210. Das Highend-Modell Sun Storage 7410 ist in der Single-Node-Variante mit 12 Terabyte Kapazität ab 57.500 US-Dollar und ab 89.500 US-Dollar für die Cluster-Version mit ebenfalls zwölf Terabyte Kapazität zu haben. Preise in Euro stehen derzeit noch nicht fest.

(ID:2017770)