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High Performance Computing und parallele Filesysteme Suns Thumper verfeinert die Rechenmodelle am Deutschen Klimarechenzentrum

| Autor / Redakteur: Thomas Böcker / Nico Litzel

Vor rund zwei Jahren hat Sun Microsystems mit dem Modell Fire X4500 den ersten sogenannten Hybridserver auf den Markt gebracht. Speziell entwickelt für I/O-intensive Anwendungen, hat sich die Lösung inzwischen in den Bereichen Streaming Media und High Performance Computing (HPC) etabliert. Eine der anspruchsvollsten Installationen versieht seit 2007 am Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) in Hamburg ihren Dienst.

Das DKRZ setzte vor Thumper für Simulationen eine Reihe von Vektorrechnern ein, die zwar schnell, aber nur begrenzt parallel rechnen konnten. Im Bild: zwei unterschiedliche Szenarien zur Änderung der Zwei-Meter-Temperatur für das Jahr 2070 (Daten: IPCC 2001; Quelle: DKRZ)
Das DKRZ setzte vor Thumper für Simulationen eine Reihe von Vektorrechnern ein, die zwar schnell, aber nur begrenzt parallel rechnen konnten. Im Bild: zwei unterschiedliche Szenarien zur Änderung der Zwei-Meter-Temperatur für das Jahr 2070 (Daten: IPCC 2001; Quelle: DKRZ)
( Archiv: Vogel Business Media )

Entwickelt wurde das Modell Fire X4500 – eine wahre „Datenschleuder“, die sich durch hohe Durchsatzraten (ein Gigabyte ins LAN, zwei Gigabyte in den RAM) und ihre extrem große Speicherkapazität von 24 Terabyte auszeichnet – ursprünglich unter dem Codenamen „Thumper“. Das ist weniger als Reverenz an die gleichnamige Figur aus dem Disney-Film Bambi (im Deutschen der Hase Klopfer) zu verstehen, sondern an leistungsstarke und genügsame Geländemotorräder, die in den USA ebenfalls unter dieser Bezeichnung bekannt sind. Die Parallelen liegen auf der Hand: Wie eine Enduro sollte auch Suns Hybridserver vor allem in schwierigem Gelände zurechtkommen und ungewöhnliche Herausforderungen bewältigen.

Die Resonanz war entsprechend – besonders auf dem Feld wissenschaftlichen Rechnens. Zu den ersten Anwendern zählte unter anderem das Tokyo Institute of Technology, Japans führende technische Universität, die mithilfe von Thumper den leistungsfähigsten asiatischen Supercomputer TSUBAME betreibt, der nach der Top-500-Liste vom November 2007 weltweit zurzeit auf Position 16 rangiert.

In ganz ähnlichen Regionen bewegt sich auch die am Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) eingesetzte Lösung. Das 1987 gegründete Institut stellt einheimischen Klimatologen eine zentrale Infrastruktur zur Verfügung, mit deren Hilfe diese zum Beispiel ihre aufwendigen Simulationsrechnungen zur Erderwärmung bewältigen können. Ferner zählen Auftragsdatenverarbeitung und die Unterstützung internationaler Forschungsvorhaben und Seminare zu den Aufgaben des DKRZ. Und last, but not least umfassen diese die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls in Hamburg ansässigen Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), mit dem man unter anderem bei den Projekten C-3Grid (Collaborate Climate Community Grid) und ENES (European Network for Earth System Modelling) kooperiert.

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