Attraktive Super-Cluster-Hard- und Software-Kombi

Supercomputing-Spezialist Cray greift zu AMD-Prozessoren

| Redakteur: Ulrike Ostler

„Cray CS500 Cluster“ mit „AMD EPYC 7000“ Prozessoren bieten vier Dual-Sockel-Knoten in einem Gehäuse auf zwei Höheneinheiten.
„Cray CS500 Cluster“ mit „AMD EPYC 7000“ Prozessoren bieten vier Dual-Sockel-Knoten in einem Gehäuse auf zwei Höheneinheiten. (Bild: Cray)

„AMD Epyc“ erhält die Super-Computing Weihen und Cray eine attraktive Rechenmaschine. Die Produktlinie „Cray CS500“ wird mit den AMD-CPUs ausgestattet.

Nach Angaben der frischgebackenen Partner bietet die Kombination aus den Prozessoren „AMD Epyc 7000“ mit den Cluster-Systemen „Cray CS500“ ein flexibles, hochdichtes HPC-System, das auf anspruchsvolle Umgebungen abgestimmt ist. Mit der Plattform können Unternehmen eine Vielzahl von Workloads im High Performance Computing (HPC) bewältigen, ohne ihre x86-Anwendungen neu erstellen und kompilieren zu müssen.

Steve Conway, Senior Vice President of Research bei Hyperion Research, sagt: „Die Entscheidung von Cray, die AMD-Epyc-Prozessoren in der Cray CS500 Produktlinie anzubieten, erweitert die Marktchancen und bietet Käufern eine wichtige neue Wahl.“ Denn die CPUs seien darauf ausgelegt, hochskalierbare, energie- und kosteneffiziente Leistung in großen und mittleren Clustern zu liefern.

Die neuen Cray-Systeme sind, wie es die Cray-Kunden gewohnt sind, mit der Programmierumgebung des Herstellers ausgestattet. Cray hat diese sowie seine Bibliotheken integriert und optimiert, um die Leistung des AMD-Prozessors zu verbessern.

Neue Wege nach Verlusten

Scott Aylor, Corporate Vice President und General Manager, Datacenter and Embedded Solutions bei AMD zeigt sich angetan von der Zusammenarbeit: „Cray's Führungsposition im Bereich Supercomputing ist bekannt und AMD ist begeistert, mit ihnen am CS500-Cluster-System zu arbeiten“, sagt er und fügt hinzu: „Cray ist der erste Systemanbieter, der eine optimierte Programmierumgebung für AMD Epyc Prozessoren anbietet, was ein entscheidender Vorteil ist.“

Allerdings scheint es für Cray auch ratsam, neue Wege einzuschlagen: Als das Unternehmen 2017 seine Bücher schloss, musste Cray einen der schlechtesten Finanzberichte der letzten Zeit, der einen Nettoverlust von 133,8 Millionen Dollar ausweisen. Es war das erste Mal seit 2009, dass die Firma in die Verlustzone geriet und der zweitschlimmste Nettoverlust in seiner Geschichte.

Auch die Einnahmen sanken in den Keller. 2017 nahm das Unternehmen nur noch 392,5 Millionen Dollar ein - gegenüber 628,6 Millionen Dollar im Jahr 2016. In diesen Tiefen bewegte sich Cray zuletzt 2012, als sich der Umsatz bei 421,1 Millionen Dollar bewegte.

2017 war im Supercomputing ein schlechtes Jahr

Zum Teil war das schlechte Abschneiden auf eine Wertberichtigung aller latenten Steueransprüche in den USA zurückzuführen. Ein neues US-Gesetz, bekannt als „Tax Cuts and Jobs Act“ aus dem Jahr 2017, erlaubte es Unternehmen, ausländische Gewinne zu einem niedrigen einmaligen Körperschaftssteuersatz zurückzuführen. Cray, wie auch andere, nutzen diese Möglichkeit und zahlte 108 Millionen Dollar.

Aber 2017 war ein schleppender Markt für Supercomputer aus den USA. Peter Ungaro, CEO von Cray, führte den Einbruch auf ein weltweit herausforderndes staatliches Finanzierungsumfeld, eine Verlangsamung bei der Prozessorentwicklung, einen Anstieg der Speicherkosten, Druck im Energiemarkt und auf eine erhebliche Anzahl von Großkunden zurück, die den Austausch älterer Systeme verzögerten.

Ein Lichtblick für Cray war allerdings schon 2017 eine Zunahme bei den Verkäufen im kommerziellen HPC-Bereich. Laut Ungaro nahm das Unternehmen 2017 mehr als 12 Prozent seines Umsatzes durch Verkäufe an gewerbliche Kunden ein; 2016 seien es noch einstellige Zahlen gewesen.

Neue Marktchancen durch HPC, KI und Analysen

Berechtigte Hoffnung auf Besserung kann Cray im Bereich der Wetter-/Klimamodellierung hegen. Auch im KI-Umfeld könnte der Hersteller punkten: Im November des vergangenen Jahres etwa, gab Cray bekannt, dass Samsung einen „CS-Storm“-GPU-beschleunigten Cluster gekauft hatte, der für KI- und tiefgehende Forschungsarbeiten verwendet werden soll, sowie für Systeme, die mit autonomen Autos zusammenhängen. Und das System „Urika-GX“ kommt bei Datananalysen gut an.

Derzeit sieht das Unternehmen erste Anzeichen einer Erholung bei großen Systembeschaffungen. Für 2018 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 15 Prozent gegenüber 2017.

Die CS5500-Ausstattung

Die Cray CS500 Cluster-Systeme mit AMD Epyc 7000 Prozessoren bieten vier Dual-Sockel-Knoten in einem Gehäuse dafür 2 Höheneinheiten, wobei jeder Knoten zwei PCIe Gen3 x16 Slots (200 Gigabit Netzwerkfähigkeit) und HDD/SSD Optionen unterstützt. AMD Epyc 7000 Prozessoren bieten bis zu 32 Kerne und acht DDR4-Speicherkanäle pro Sockel.

Außerdem soll die CS500-Linie auch ein 2HE-Gehäuse mit einem Knoten für große Speicherkonfigurationen, Visualisierung und Service-Knoten-Funktionalität bekommen, um den Rechenknoten zu ergänzen. Zur Erinnerung: 2017 hatte Cray von Seagate die Technik des HPC-Array „Clusterstor“ gekauft.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Schwesterportal DataCenter-Insider übernommen.

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