Linux-Distribution für Hardware-OEM-Partner Suse Linux Enterprise 12 unterstützt 64-Bit-Architektur von ARM

Redakteur: Ulrike Ostler

Partner von Suse können jetzt auf eine Variante der aktuellen Suse Linux Enterprise 12- (SLES12) Distribution zugreifen, die auf Rechnern mit 64-Bit-ARM-Prozessorkernen läuft. Dies ermöglicht ihnen, Produkte zu entwickeln, zu testen und auszuliefern, die mit ARM-CPUs arbeiten. Als potenzielle Einsatzbereiche gelten dabei unter anderem das Internet der Dinge, Cloud-Infrastrukturen, hochskalierbare Umgebungen in Rechenzentren sowie verteilte Speicher- und Software-defined-Netzwerklösungen.

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(Bild: Suse)

Noch ist der Anteil auf ARM-Prozessoren basierender Lösungen in Rechenzentren gering. Allerdings deutet sich eine laut IDC eine Trendwende an. Dies geht aus dem zur Entwicklung des Servermarktes im ersten Quartal 2015 vorgelegten Bericht hervor, in dem die Analysten ARM-Servern ein starkes Wachstum bescheinigen.

Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass ARM-Server-Prozessoren eine skalierbare Technologie-Plattform bieten. Diese kann so konfiguriert werden, dass sie die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllt, die Geschäftsabläufe und Anwendungen in den Rechenzentren stellen. Hierzu zählen beispielsweise Web-Scale Workloads und der schnelle Aufbau von Clouds.

Die Suse-Partner könnten nun in ganz unterschiedlichen Marktbereichen von dem SLES12-Support für ARM-Prozessoren profitieren. Hierzu zählt beispielsweise die Entwicklung spezieller Appliances für Sicherheits-, Medizin- und Netzwerkgeräte. Ebenso sind hyperskalierbare Computing-, verteilte Storage- sowie softwaredefinierte oder klassische Netzwerklösungen denkbar.

"Das Interesse an ARM-Servern wächst", sagt Matt Eastwood, IDCs Senior Vice President, Enterprise Infrastructure and Datacenter, "und die ersten Produkte werden bereits ausgeliefert." Er sehe für diese Technologie eine erste frühe Adaption für spezielle Anwendungsbeispiele und erwarte im Rahmen ihrer künftigen Weiterentwicklung auch ein ungebrochen starkes Interesse.

Der „Open Suse Build Service” beheimatet insgesamt 38.587 Projekte mit 302.962 Paketen in 52.741 Repositories und wird von 42.054 Entwicklern genutzt. Die Grafik zeigt die Nutzung in einer Woche.
Der „Open Suse Build Service” beheimatet insgesamt 38.587 Projekte mit 302.962 Paketen in 52.741 Repositories und wird von 42.054 Entwicklern genutzt. Die Grafik zeigt die Nutzung in einer Woche.
(Bild: Suse)

"Für Themenbereiche wie das Internet der Dinge dürfte ARM von signifikanter Bedeutung sein. Daher ist die Bereitstellung von Suse Linux Enterprise für AArch64 ein wichtiger Schritt, um ein Linux Software- Ökosystem für ARM Server-Produkte aufzubauen."

Um Partnern den Zugang zu erleichtern, hat Suse den Support für ARM und AArch64 auch in den Open Suse Build Service integriert. Entwickler der Community können hier Pakete für reale 64-Bit-ARM-Hardware und SLES-12-Binärdateien zusammenstellen. Dadurch ließen sich ihre Produkte schneller auf den Markt bringen beziehungsweise die Kompatibilität von AArch64-Lösungen verbessern.

Auf Anwenderseite profitierten Kunden davon, dass Partner weniger Zeit benötigen, um spezielle auf der 64-Bit-ARM-Architektur basierende Lösungen zu entwickeln, zu testen und auf den Markt zu bringen, so Suse.

Das sagen die Partner:

  • Suresh Gopalakrishnan, General Manager und Corporate Vice President, Server Business Unit, AMD: "AMD und Suse verbindet eine lange Technologie-Partnerschaft. Gemeinsames Ziel ist, innovative Lösungen für den Server-Markt zu fördern. Wir freuen uns darüber, mit Suse den Aufbau eines soliden Ökosystems für AArch64 (ARMv8) voranzutreiben. Die Verfügbarkeit von Suse Linux Enterprise 12 mit AArch64-Support für die AMD-Prozessoren der Produktreihe Opteron A1100 (Codename ‘Seattle’) wird zeitnah in flexiblen Lösungen für den Einsatz in Rechenzentren münden.
  • John Williams, Vice President Marketing, Applied Micro: "Der Applied Micro X-Gene-Prozessor, die erste und einzige 64-Bit-ARM-Server-Lösung in Produktion, ist eine der führenden Plattformen für Software-Entwicklungen mit wichtigen Anbietern wie Suse in der ARM Partner-Community. Suse und Applied Micro haben eng zusammen gearbeitet, um eine schnelle Entwicklung dieses wichtigen Teils im Enterprise-Software-Ökosystem zu ermöglichen und so die breite Verfügbarkeit von kosten- und energieeffizienten für den Unternehmenseinsatz konzipierten ARM-basierten Server-Plattformen zu verwirklichen."
  • Lakshmi Mandyam, Director, Server Systems und Ecosystems, ARM: "Eine größere Auswahl an Architekturen und Software-Plattformen wird den Server-Markt öffnen und ihn weit konkurrenzbetonter und innovativer machen. Wir rechnen Suse die Bereitstellung von SLES 12 und Open Suse Build Service hoch an. Dies ermöglicht ARM-Server in Rechenzentren ebenso schnell und effizient einzusetzen, wie jede andere heute für Rechenzentren verfügbare Hardware."
  • Larry Wikelius, Director Thunder Ecosystems und Partner Enablement, Cavium: "Die Kombination von Suses Erfahrung im Enterprise-Bereich und ihrer innovative Technologie mit den Cavium ThunderX-"Workload Optimized"-ARMv8-Prozessoren mit 48 Kernen sind genau das, was der Server-Markt braucht. In enger Zusammenarbeit haben Cavium und das Suse-Team ThunderX entwickelt, angefangen vom Core Plattform Support und der Validierung bis hin zu den zentralen Optimierungen. Diese nutzen vollständig die Workload-spezifischen Hardware-Beschleuniger sowie die integrierten I/O- und Dual-Socket-Funktionen, die ThunderX bietet. Unsere Kunden und unser Partner-Ökosystem arbeiten bereits erfolgreich mit Open Suse auf ThunderX und die erweiterte Unterstützung von Suse wird ihre Entwicklungen und die Einführung von Anwendungen bei wichtigen Kunden 2016 weiter beschleunigen."
  • Larry Kelmar, Senior Director, HP/ARM Alliance, HP: "Die Bedürfnisse unserer Kunden zeigen, dass es keine universelle Lösung gibt, die alle Anforderungen erfüllt. Die ARM64-Technologie ist für bestimmte Workloads von Vorteil. Ein Beispiel hierfür ist Web-Caching, bei dem es auf eine optimierte Rechenleistung mit maximalem Speicher ankommt. HPs kontinuierliche Weiterentwicklung des ARM64-Ökosystems gemeinsam mit Suse unterstreicht unser Engagement, Kunden die passenden Rechner für ihre Workloads an die Hand zu geben, die sich für sie auch wirtschaftlich rechnen."
  • Norman Fraser, CEO Softiron: "Es freut uns sehr, mit Suse zusammenzuarbeiten und Teil ihres OEM-Programms zu sein. Das 64-Bit-ARM-Ökosystem wächst schnell und Suse Linux Enterprise 12 ist eine treibende Kraft für diese Entwicklung. Wir sind begeistert von dem Potenzial, das Suse uns zur Ergänzung unsere Hard- und Software-Innovationsplattformen für Enterprise 64-Bit-ARM eröffnet."

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