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Wirtschaftlichkeit am laufenden Band Tape-Virtualisierung schöpft Speicherressourcen besser aus

| Autor / Redakteur: Rupert Lehner / Nico Litzel

Beim der Datenspeicherung stehen Unternehmen und Behörden vor der Herausforderung, trotz begrenzter Budgets eine zunehmende Menge an Informationen zuverlässig und jederzeit abrufbar zu sichern. Bevorzugte Medien für die Langzeitarchivierung sind aufgrund ihrer hohen Speicherkapazität bei vergleichsweise geringen Kosten immer noch Magnetbänder. Virtuelle Bandspeicherlösungen optimieren die Nutzung vorhandener Speicherressourcen und lassen sich darüber hinaus in heterogene Serversysteme einbinden.

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Aufgrund ihrer hohen Speicherkapazität bei vergleichsweise geringen Kosten sind Tapes noch immer das Medium der Wahl. Virtuelle Bandspeicherlösungen gleichen Nachteile gegenüber Festplatten aus und optimieren die Nutzung vorhandener Speicherressourcen.
Aufgrund ihrer hohen Speicherkapazität bei vergleichsweise geringen Kosten sind Tapes noch immer das Medium der Wahl. Virtuelle Bandspeicherlösungen gleichen Nachteile gegenüber Festplatten aus und optimieren die Nutzung vorhandener Speicherressourcen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein rasantes Datenwachstum, erhöhte Service-Levels sowie striktere gesetzliche Anforderungen an die Archivierungszeiträume machen in vielen Unternehmen und Behörden die Optimierung vorhandener beziehungsweise die Beschaffung neuer Speicherlösungen notwendig. Auf der anderen Seite muss sich jede Verbesserung in Sachen Datenarchivierung dem Gebot der Wirtschaftlichkeit stellen. Schon aus diesem Grund halten viele IT-Verantwortliche in den Rechenzentren weiter an einer Speicherung auf Magnetbändern fest: Tapes schneiden bei der Relation Gigabyte pro Preis besser ab als Platten und sie verbrauchen, einmal beschrieben, keine Energie – ein Argument, das im Zeichen von Green IT und hohen Stromkosten immer wichtiger wird.

Zudem müssen rein diskbasierende Lösungen in wesentlich kürzeren Zeitintervallen ausgetauscht werden. Man geht hier von fünf bis sieben Jahren aus, während die Lebensdauer eines Tapes weit über zehn Jahre beträgt. Doch nicht nur der Preis spricht, zumindest bei einer Langzeitarchivierung, für die Magnetbänder. Auch in puncto Sicherheit haben sie gegenüber plattengestützten Systemen einige Vorteile auf ihrer Seite.

Bänder sind leicht zu transportieren, sie können getrennt vom Rechenzentrum an sicheren Orten gelagert und somit die Daten für den Katastrophenfall effizient geschützt werden. Außerdem ist Tape eine sehr robuste Technik. Bänder überstehen in einem Tresor auch Temperaturen jenseits der 1.000 Grad.

Auf der anderen Seite sind Bänder im direkten Zusammenspiel mit den Servern relativ umständlich und langsam. Große Zeitfenster für das Backup, die den Server entsprechend beanspruchen, will und kann sich heute keiner mehr leisten. Darüber hinaus ist es sehr aufwendig, eine Bandbibliothek für eine Vielzahl heterogener Serversysteme einzusetzen. Die Folge ist eine Komplexität, die kaum mehr effizient zu verwalten ist.

Vorteile von Festplatte und Band nutzen

Das Problem lässt sich mithilfe von Virtualisierungstechnologien, das heißt, durch die Entkoppelung der Server von der realen Magnetbandumgebung, lösen. Virtuelle Magnetbandlösungen ersetzen die direkte Verbindung der Server zu der realen Speicherperipherie, indem die Daten zunächst über zahlreiche virtuelle Laufwerke auf Festplatten zwischengespeichert werden.

In einem zweiten Schritt werden diese dann auf die Bänder geschrieben und im nachgelagerten Bandarchiv verwaltet. Den Servern präsentiert sich die Disk-to-Disk-to-Tape-Lösung wegen ihrer Vielzahl an heterogenen virtuellen Laufwerken wie ein großes Bandarchiv mit „echten“ Laufwerken.

Umgekehrt erscheint die Virtual Tape Appliance für nahezu beliebige Bandlaufwerke als ein Server. Damit lassen sich Bandbibliotheken gemeinsam von Mainframes sowie UNIX-, LINUX- und Windows-Systemen nutzen und individuelle „Magnetbandinseln“ mit ihrem hohen Verwaltungsaufwand vermeiden.

Auch im Mainframe-Umfeld interessant

Auch für die Mainframe-Anwender in Behörden und Unternehmen macht sich eine solche Lösung bezahlt: Denn klassische Großrechner-Applikationen beschreiben ein Magnetband oftmals nur mit wenigen Datensätzen und nutzen die theoretisch verfügbare Kapazität bei Weitem nicht aus. Da virtuelle Magnetbandsysteme die Datensätze über virtuelle Bandlaufwerke zunächst auf einer Festplatte speichern, können sie so mehrere kleine Datensätze zu einem neuen großen Datensatz zusammenfassen (Volume Stacking). Damit wird nicht nur die Kapazität der realen Medien nahezu vollständig beansprucht, sondern auch die Fehlerrate durch kontinuierliches Streaming der Laufwerke entscheidend verringert.

Weitere Einsparungen lassen sich erzielen, wenn der administrative Aufwand für die Datensicherung auf Magnetband auf ein Minimum reduziert wird. Optimal ist daher eine virtuelle Lösung, die die Verwaltung der gesamten Magnetbandinfrastruktur automatisiert übernimmt: Dazu gehören neben der Auslagerung auf Band die Verwaltung der Medien, die Erstellung replizierter Datenträger, das Erkennen fehlerhafter Bänder und die automatische Kopie der Daten auf neue Medien.

Kein Stillstand

Da die Banddaten im Cache zwischengespeichert werden, sind die Informationen bei Bedarf auch nach ihrer Übertragung in die Tape Library innerhalb kürzester Zeit verfügbar. Damit ist es möglich, die physischen Bandarchive zu warten und trotzdem während dieser Zeit Restore-Aufträge zu bedienen.

Mit einer Virtual Tape Appliance wie CentricStor lassen sich bei Bedarf auch katastrophensichere Konzepte realisieren: Dabei werden die Daten zeitgleich in zwei verschiedenen Brandschutzzonen oder in unterschiedlichen Standorten auf Bänder gesichert. Wenn nötig, können die Tapes verschlüsselt werden, sodass sie vor unbefugten Zugriffen sicher sind.

Information Lifecycle Management

Die durchgängige Integration von schnellen Festplatten, die sich wie Magnetband verhalten, erfüllt alle Anforderungen an eine hohe Kapazität und langfristige Aufbewahrung. Zudem integrieren diese Lösungen ILM-Funktionen (Information Lifecycle Management) direkt in den Sicherungsprozess und unterstützen dabei unterschiedliche Service Level Agreements (SLAs). So lassen sich Prioritäten hinsichtlich der Wiederherstellung der Daten nach einem Systemausfall setzen und die Anforderungen verschiedener Abteilungen innerhalb einer Organisation klar abgrenzen.

Klassiker mit Zukunft

Magnetband, richtig eingesetzt, ist nach wie vor das kostengünstigste Medium für die Datensicherung. Dank neuer Techniken werden die Kapazitäten auch dem Datenwachstum der kommenden Jahre gewachsen sein.

Um die Bandtechnologie effizient zu nutzen, sollten Unternehmen und Behörden aber auf eine virtuelle Magnetbandlösung zurückgreifen, die Mainframes und offene Systemumgebungen gleichermaßen unterstützt, unabhängig von der eingesetzten Tape-Technologie arbeitet und eine Vielzahl an Magnetbandformaten und -größen beschreiben kann. Eine vollständig integrierte, automatische Magnetbandverarbeitung und Medienverwaltung komplettiert das Anforderungsprofil und bringt Kostenvorteile für die Öffentlichen Verwaltungen und die Privatwirtschaft.

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