Statement von croit zu SES Tschüss, SUSE Enterprise Storage!

Autor / Redakteur: Andy Muthmann* / Dr. Jürgen Ehneß

Wer sich in jüngster Zeit einmal auf der Webseite des Linux-Distributors SUSE im Bereich der Enterprise-Lösungen umgeschaut hat, konnte feststellen, dass ein Produkt dort ohne nähere Erläuterungen nicht mehr angeboten wird: SUSE Enterprise Storage, kurz SES. Der Ceph-basierende Storage-Cluster scheint aus dem Programm genommen worden zu sein.

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Andy Muthmann, Sales Director croit.
Andy Muthmann, Sales Director croit.
(Bild: croit)

Dem amerikanischen IT-Magazin „The Register“ ist dies zuerst aufgefallen. Auf Anfrage des Magazins hat SUSEs CTO Thomas Di Giacomo per E-Mail Stellung bezogen und – kurz zusammengefasst – den Verdacht bestätigt. So würde SUSE bestehenden Kunden zwar weiterhin dabei helfen, die Kapazitäten ihres Ceph-Clusters zu erweitern, ansonsten aber setze der Konzern zukünftig vor allem auf die containerisierte Storage-Lösung Rancher Longhorn. Das passt auch insofern gut ins Bild, weil Rancher Labs, die Entwickler von Longhorn, 2020 von SUSE übernommen wurden.

Es ist aber davon auszugehen, dass Kunden mit einem laufenden und reibungslos funktionierenden Ceph-Cluster im hohen Tera- oder sogar Petabyte-Bereich diesen Move nicht ohne Weiteres mitmachen werden. Auch wenn SUSE auf absehbare Zeit Support und die Möglichkeit zum weiteren Ausbau anbietet, wird der Hauptaugenmerk nicht mehr auf der Weiterentwicklung liegen; neue Technologien und Erweiterungen werden, wenn überhaupt, verzögert beim Kunden ankommen. Für Unternehmen, die sich in den letzten Jahren für ein Ceph-Cluster als Enterprise-Storage entschieden haben, ist das eine bittere Pille.

Dabei kann beim besten Willen nicht damit argumentiert werden, dass Ceph halt technologisch ausgereizt oder eine Sackgasse sei. Die Technologie hat sich bestens bewährt, und nach wie vor hat Ceph nicht nur eine äußerst aktive Open-Source-Community, sondern mit der Ceph-Foundation auch eine schlagkräftige Organisation im Rücken, der Branchenschwergewichte wie Red Hat, Intel oder Ubuntu/Canonical angehören.

Einfache Migration dank offener Technologie

Kunden, die weiterhin langfristig auf ihren Ceph-Cluster setzen wollen, bietet die quelloffene Technologie aber auch recht einfach die Option, den Anbieter zu wechseln. Im Fall der Lösung von croit etwa muss dafür via Docker ein zusätzlicher Management-Node installiert werden, von dem aus dann alle Server mit dem Betriebssystem-Image von croit gebootet werden können, wahlweise mit Debian oder SUSE Linux als Unterbau. Nach einem Neustart des entsprechenden Servers ist dann das neue System aktiv, erkennt automatisch die angeschlossenen Speichermedien, die im Ceph-Jargon als „OSDs“ bezeichnet werden, und startet den entsprechenden OSD-Prozess. Der Migrationsprozess ist in der Tat so einfach wie beschrieben, mögliche Fallstricke könnten aber beispielsweise exotische Netzwerkkarten ohne native Treiber sein. Eine Prüfung im Vorfeld kann solche Fehlerquellen aber zuverlässig identifizieren.

Natürlich ist es bedauerlich, wenn ein Schwergewicht wie SUSE sich aus der Weiterentwicklung von Ceph zurückzieht, aber es gilt zu akzeptieren, dass das Unternehmen einen anderen Weg einschlägt. Gut zu wissen, dass die Kunden aufgrund der offenen Technologie auch künftig selbst darüber entscheiden können, welchen Weg sie mit ihrem Enterprise-Storage gehen. Und vielleicht wird der eine oder andere ja auch in der Retrospektive die positiven Seiten sehen, die eine komfortable und bestens integrierte Management- und Deployment-Lösung wie croit bietet.

*Der Autor: Andy Muthmann, Sales Director croit.

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