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Das Neueste zur Storage & Data Analytics Technology Conference 2018 Über Datenethik bei der Datenanalyse wird noch zu wenig debattiert

| Redakteur: Rainer Graefen

Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer bei BARC, moderiert auf der S&DA den Roundtable "Veränderungen in Architektur und Anforderungen in analytischen Landschaften". Wer den persönlichen Austausch mit anderen Experten aus der Branche sucht, kommt in diesem teilnehmerbegrenzten Format schnell zum Punkt.

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Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer bei BARC
Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer bei BARC
(Bild: BARC)

Storage-Insider: Herr Dr. Bange, Sie sind in diesem Jahr Moderator eines Roundtables bei der Storage & Data Analytics Conference 2018. Was schätzen Sie an diesem Format?

Carsten Bange: Neben den Frontalvorträgen sind Roundtables immer eine ausgezeichnete Gelegenheit für den direkten Austausch zwischen Teilnehmern untereinander und den Referenten.

Ein Gegenstand auf dem Roundtable wird Komplexität sein. Warum ist Komplexität in der IT geradezu unvermeidbar?

Carsten Bange: Der Aufwand für eine strenge Governance von IT-Systemlandschaften und -Prozessen ist sehr hoch, die immer stärker eingeforderte Agilität und Unabhängigkeit in anderen Fachbereichen erzwingt häufiger Kompromisse.

Durch diese Effekte kann sich die Gesamt-Komplexität des Systems erhöhen, was sich in steigenden Kosten für die Wartung/Anpassung und die Integration zwischen den Systemkomponenten niederschlägt.

Wir erleben momentan im Umfeld der Big-Data-Speicherung durch den Einsatz von Hadoop- und NoSQL-basierten Systemen eine Explosion der genutzten Softwarekomponenten, die in ihrem Zusammenspiel im operativen Einsatz immer schwerer zu beherrschen sind.

Mit Scrum-Teams versucht die Industrie vorne auf der Innovationswelle mitzuschwimmen. Führt dieser Druck disruptive Technologien schnellstmöglich einzuführen, nicht zwangsläufig dazu, dass nichts mehr zusammenpasst?

Carsten Bange: Die gewünschte Geschwindigkeit und Pragmatik in der Umsetzung kann durchaus zu geringerer Kompatibilität führen, allerdings bedeutet Scrum nicht automatisch Chaos. Auch unter Berücksichtigung von Standards und Integrationsaspekten lässt sich agil entwickeln.

Daten sollen ja das Öl der IT-Gesellschaft sein. Muss man sich dann auch Sorgen um die Verbrennungsprodukte ausgewerteter Metadaten machen, um im Bild zu bleiben?

Carsten Bange: Jede Form der Datenauswertung, egal ob Nutzdaten oder Metadaten, kann positive und negative Aspekte haben. Daher ist die gerade anschwellende Diskussion um „Datenethik“ so wichtig, da sie ein Wertesystem für die Datensammlung und Analyse beschreibt. So kann die Sensibilität und das Wissen verbreitet werden, wie unerwünschte Effekte, z. B. ein diskriminierender Bias in Entscheidungsmodellen, vermieden werden können.

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