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Wearables Überstunden bei TAG Heuer wegen erfolgreicher Smartwatch

| Autor / Redakteur: Robert di Marcoberardino / Rainer Graefen

Der Schweizer Uhrenhersteller wird von der großen Nachfrage nach seiner Luxus-Smartwatch überrascht, obwohl die Uhr derzeit nur in lokalen Retail-Stores verkauft wird.

Die Connected Smartwatch entstand in Kooperation mit Google, lässt sich aber auch mit Apple-Smartphones nutzen.
Die Connected Smartwatch entstand in Kooperation mit Google, lässt sich aber auch mit Apple-Smartphones nutzen.
(Bild: TAG Heuer)

Wearables-Anbieter können immer noch nicht automatisch auf Verkaufserfolge hoffen. Während Hersteller von Fitness-Armbändern wie Fitbit oder Mi Band derzeit durchaus auf 4 bis 5 Millionen verkaufter Einheiten pro Quartal kommen, fallen die Erfolgsmeldungen bei Smartwatches noch eher mager aus.

Lediglich Apple konnte mit seiner Apple Watch im dritten Quartal 2015 rund 3,9 Millionen Geräte absetzen — ein Erfolg, aber im Vergleich zu den Absatzzahlen anderer Produkte aus Cupertino (rund 230 Millionen iPhones in 2015) kocht das Uhrengeschäft dann doch noch auf kleiner Flamme.

Daher wirkt die Meldung des Schweizer Uhrenherstellers TAG Heuer umso erstaunlicher: Da die Fabrik mit der hohen Nachfrage der Connected Watch nicht nachkommt, kündige Firmenchef Jean-Claude Biver Überstunden für die Mitarbeiter an, um die wöchentliche Produktion von 1.200 auf 2.000 Stück zu erhöhen.

Das Unternehmen war überrascht von den hohen Bestellungen, die aus den lokalen Geschäften kommen und momentan bei rund 100.000 Stück liegen. Angesichts des UVP von rund 1.350 Euro keine schlechten Absatzzahlen.

Bis TAG Heuer die Nachfrage in den Geschäften im Griff hat, wird es auch keinen Online-Verkauf der Uhr geben — wie er dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg erklärte, geht Biver davon aus, dass die Uhr erst ab Mai oder Juni im Web geordert werden kann.

Anders als die Apple Watch sieht die Connected Smartwatch wie eine richtige Uhr aus und ist dem klassischen Carrera-Model nachempfunden. Für finanzstarke Uhren-Liebhaber möglicherweise der ausschlaggebende Grund für die Beliebtheit.

Die Uhr entstand in Kooperation mit Intel und Google, kann aber sowohl mit Android- als auch iOS-Geräten genutzt werden. Das vollanimierte Display kommt mit integrierter Stoppuhr und Wecker, weitere Apps lassen sich aus den App-Stores laden.

TAG Heuer gehört zum französischen Luxusartikel-Unternehmen LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton und betreibt über 170 eigene Retail-Stores weltweit.

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