Foto- und Videoarchivierung Ukrainische Donbass-Arena setzt bei der Sicherheit auf Overland Storage

Autor / Redakteur: Carsten Wunderlich / Nico Litzel

Als Anfang Juni die Fußballeuropameisterschaft in der Ukraine und Polen angepfiffen wurde, schaute Fußball-Deutschland erwartungsfroh auf Städte und Stadien, die man hierzulande bisher kaum kannte. Einige Begegnungen fanden in der wunderschönen Donbass-Arena in Donezk in der Ukraine statt. Neben schönem Fußball und tollen Toren standen für den Stadionbetreiber und die UEFA auch die Sicherheit im Vordergrund.

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Die Donbass-Arena im ukrainischen Donezk: ein architektonisches Juwel mit UEFA-Elitestatus
Die Donbass-Arena im ukrainischen Donezk: ein architektonisches Juwel mit UEFA-Elitestatus

Rund 600 Überwachungskameras sind in der Donbass-Arena im Einsatz. Die Bilder werden dabei sowohl live überwacht als auch für eine spätere Archivierung gespeichert – ein Mammut-Projekt für das IT-Team der Donbass Arena. Das Team hatte zu diesem Zweck das Speichersystem dezentralisiert, um die nötige Performance bei moderaten Kosten zu erreichen.

Die moderne Donbass-Arena war das erste Stadion in Osteuropa, das den Standard eines Elitestadions der UEFA erfüllte. Das Stadion wurde jedoch bereits geplant und gebaut, lange bevor die Ukraine gemeinsam mit Polen den Zuschlag für die EM erhielt – immerhin ist es die Heimspielstätte von Shakhtar Donezk, einem der finanzkräftigsten Vereine Osteuropas. Hier spielt der FC Shakhtar neben der normalen Liga auch regelmäßig in der Europa League und in der Champions League. Das Stadion ist ein echter Blickfang und wurde vom selben Architekturbüro entworfen wie die Allianz-Arena in München oder das olympische „Vogelnest“ in Peking.

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Das 400 Millionen US-Dollar teure Stadion beherbergt an Spieltagen mehr als 51.000 Zuschauer, hat 45 Business-Logen, zahlreiche Bars, Cafés und Restaurants und verlässt sich stark auf sein Videoüberwachungssystem, um die Sicherheitslage im gesamten Stadion zu kontrollieren.

Altsystem erfüllte nicht die UEFA-Standards

Während des Vorbereitungsturniers zur Euro 2012 stellte das Management der Arena jedoch fest, dass das vorhandene System zur Videoüberwachung aufgrund der langsamen Performance und regelmäßigen Datenverlusten den hohen Standards der Arena und der UEFA nicht gerecht wurde. Das Management entschied sich daher, ein verbessertes System einzusetzen, um die Sicherheit vollauf gewährleisten zu können.

Mammut-Aufgabe Videoüberwachung erfordert Dezentralisierung der IT

Die ursprüngliche Konfiguration der Videoüberwachung, inklusive 600 Kameras der deutschen Unternehmen Mobotix und Bosch, lief auf fünf Dell-PowerEdge-M600 Servern. Diese wurden in einem einzigen Datenzentrum über Fibre Channel und Windows Server 2008 mit den Disk-Arrays verbunden. Diese Architektur führte allerdings zu einer Reihe an Problemen, die das IT-Team der Arena dazu brachten, sich für eine dezentralisierte Lösung zu entscheiden.

Alexandr Kayun, Security Systems Engineer in der Donbass Arena, erklärte: „Die Videodaten der Mobotix-Kameras werden typischerweise als eine Vielzahl kleiner Dateien erstellt. Pro Volumen können das bis zu mehrere Millionen Dateien bedeuten. Die große Anzahl an Dateien auf jedem Volumen und die Fragmentierung des logischen Volumens verursachte ein dramatisches Abfallen der Lese- und Schreibgeschwindigkeit auf teilweise weniger als zehn Megabit pro Sekunde – was einen regelmäßigen Datenverlust zur Folge hatte.”

Auch die Bosch-Kameras, die ihre Videodaten zentral an einen Windows-basierenden NVR-Server (Network Video Recording) sendeten, mussten in einer dezentralisierten Umgebung geändert werden, da es nicht sinnvoll war, auf der Mobotix-Seite iSCSI einzusetzen und auf der Bosch-Seite den vorhandenen NVR-Server. Da der NVR-Server iSCSI nicht unterstützte und die Bosch-Kameras mit einigen Hilfsprogrammen von Drittanbietern nicht gut zusammenarbeiteten, war die Entscheidung relativ einfach: Es war nötig, iSCSI systemübergreifend einzusetzen, um die Bosch- und Mobotix-Kameras gleichzeitig und ohne einen NVR-Server verwenden zu können.

Dezentralisierung mit SnapServern

Nachdem die Entscheidung gefallen war, die gesamte Infrastruktur zu dezentralisieren, teilte das Team der Donbass-Arena neue Server in Zehnergruppen auf, die mit vergleichsweise geringer Kapazität auf mehrere kleinere Datenzentren verteilt wurden. Die Herausforderung bestand darin, den richtigen Server zu finden: Jeder Server sollte 50 bis 100 Mobotix-Kameras versorgen können, eine Lese- und Schreibgeschwindigkeit von mindestens 200 Megabit pro Sekunde aufweisen, RAID 1, 5 und 50 unterstützen, sowie eingebaute Funktionen zur Serverüberwachung und automatische E-Mail-Benachrichtigungen haben. Pro Server wurde eine Kapazität von fünf bis 20 Terabyte angepeilt.

Nach sorgfältiger Sondierung des Marktes entschied sich das Team für den SnapServer-N2000-NAS-Server von Overland Storage. Da der N2000 iSCSI in einem Windows-Umfeld unterstützte, konnten auch die Bosch-Kameras nach dem Einbau der Server direkt mit der neuen dezentralisierten Struktur verbunden werden.

Mehr Kapazität, mehr Leistung, geringere Kosten

Insgesamt installierte die Donbass-Arena zwölf SnapServer N2000 in neun unterschiedlichen kleinen Rechenzentren. Die Anzahl der Kameras pro Server hing mit der Verkabelung der Kameras zusammen und schwankte pro Server zwischen 45 und 65. Die Anzahl an Festplatten pro Server war abhängig von der Anzahl der Kameras pro Server sowie der Dauer der Vorhaltung der Videodaten – derzeit 31 Tage. Jeder Server mit zwei Terabyte beherbergt nun zwischen sechs und zwölf SATA-Festplatten, die in RAID 5 und RAID 50 angeordnet sind und NFS, SMB und iSCSI verarbeiten. Insgesamt zählt das System 93 Festplatten mit einer Gesamtkapazität von 127 Terabyte, wovon 104 Terabyte genutzt werden.

„Der Einbau ging uns sehr schnell und einfach von der Hand,” kommentierte Alexandr Kayun. „Unser technisches Team in der Arena benötigte insgesamt nur zwei Wochen, um die Server in den neun neuen Rechenzentren zu installieren, zu konfigurieren, die Kameras zu verbinden und die E-Mail-Benachrichtigungen einzustellen. Da SnapServer von Overland sehr einfach zu handhaben sind und die Benutzeroberfläche sehr nutzerfreundlich ist, konnten wir die gesamte Installation und Konfiguration komplett inhouse ohne fremde Hilfe bewerkstelligen.”

Die einfache Bedienung erstreckt sich auch auf die Erweiterung des Speichers, der bisher auf 100 Terabyte begrenzt war. Mit der neuen Overland-Lösung kann das System ohne Herunterfahren des Systems erweitert, neue Kameras angeschlossen oder neue Nutzer hinzugefügt werden. Noch weiter vereinfacht wurde die Kapazitätsplanung durch den Einsatz von zwei Overland SanpServer DX, die DynamicRAID zu dem bereits üppigen Funktionsumfang hinzufügten.

Sicher mitfiebern – bei der EM und in der Zukunft

Mit einem Event solcher Güte, auf das die gesamte (Fußball-)Welt blickte, stand die Donbass-Arena vor der Herausforderung, ein möglichst sicheres Umfeld für Fußballfans zu bieten. Die neue dezentralisierte IT-Infrastruktur, basierend auf Overland SnapServern, räumte alle Probleme beiseite und bedeutet für die Donbass-Arena, dass eine einfache und kostengünstige Lösung umgesetzt werden konnte, die Fans während der EM 2012 und für viele Jahre in der Zukunft sicher mitfiebern lässt.

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