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Zwei Jahre UCS – Cisco zieht Zwischenbilanz Unified Computing bringt frischen Wind ins Rechenzentrum

| Autor / Redakteur: Ulrich Hamm / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Baut Cisco jetzt auch Bladeserver? So fragten viele Marktbeobachter, als das Unified Computing System (UCS) 2009 erstmals in der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ja und nein, war seinerzeit die Antwort. Denn UCS enthält zwar leistungsfähige Bladeserver, geht über konventionelle Bladesysteme jedoch weit hinaus. In Sachen Skalierbarkeit, Flexibilität, Kosten- und Energieeffizienz hat UCS die Karten im Rechenzentrum daher völlig neu gemischt.

Das Cisco Unified Computing System UCS C260 M2
Das Cisco Unified Computing System UCS C260 M2
( Archiv: Vogel Business Media )

Unified Computing verwirklicht einen grundsätzlich neuen Architekturansatz für Rechenzentren: UCS integriert Server und Netzwerk mittels einer echten Unified Fabric für das Speicher- und IP-Protokoll. Das IT-Management wird für alle Infrastrukturbereiche vereinheitlicht. Erst unter dieser Prämisse kann die Server-Virtualisierung ihr Potenzial optimal entfalten.

Doch so mancher Branchenkenner hatte anfangs Zweifel, ob Cisco sich als Newcomer im Bladeservermarkt gegen alteingesessene Anbieter behaupten würde. Mittlerweile ist von dieser Skepsis nirgendwo mehr eine Spur: Im zweiten Finanzquartal 2011 stieg der UCS-Umsatz um 700 Prozent gegenüber dem zweiten Vorjahresquartal. Die europäische UCS-Kundenzahl hat bereits die 500 überschritten; weltweit ist das System in mehr als 4.000 Rechenzentren installiert. Cisco rangiert heute auf Platz 3 im globalen Bladeservermarkt.

Weichenstellung in Richtung Cloud

Gleichwohl ist UCS kein isolierter Vorstoß in ein bislang fremdes Marktterrain. Unified Computing verkörpert stattdessen die aktuelle Phase des mehrstufigen Masterplans Cisco Data Center Business Advantage. Perspektivisches Ziel dieser Architekturstrategie ist die Transformation heutiger Rechenzentren in hochflexible Cloud-Umgebungen, die praktisch jeden IT- und Collaboration-Dienst als On-Demand-Service erbringen – zu jeder Zeit, an jedem Ort, auf jedem Endgerät.

Aber auch kurzfristig löst UCS drängende Herausforderungen im Rechenzentrum. So steigt in konventionell strukturierten IT-Landschaften der Administrationsaufwand trotz Virtualisierung unaufhaltsam an. Auf 80 Prozent des gesamten IT-Budgets schätzt IDC den Kostenanteil, der allein auf den laufenden Betrieb entfällt. Lediglich 20 Prozent bleiben für Kapazitätserweiterungen und technologische Innovationen, um die Geschäftstätigkeit als solche voranzubringen – daher die strikte Orientierung von UCS auf ein durchgängig vereinheitlichtes IT-Management.

UCS macht die Informationsflut beherrschbar

Dramatisch wird die Bindung finanzieller und personeller Ressourcen an den laufenden IT-Betrieb insbesondere vor dem Hintergrund der exponentiell anschwellenden Datenflut. Bis 2014 wird der weltweite Internet-Traffic auf 767 Exabytes wachsen, prognostiziert der Cisco VNI Forecast. Diese Zahl übersteigt den Jahreswert von 2009 um den Faktor 4,3. Für Deutschland sagt der Report ein monatliches Transfervolumen von knapp 3,6 Exabytes voraus – 4,7 Mal so viel wie 2009.

Mit einem extremen Anstieg der zu verarbeitenden Informationen rechnet auch die Deutsche Nationalbibliothek mit Sitz in Leipzig und Frankfurt am Main. Ihr Sammelauftrag hat sich enorm erweitert, seit der Gesetzgeber auch digitale Netzpublikationen zum nationalen Kulturgut erhoben hat. Veröffentlichungen sind heute weder an bedrucktes Papier gebunden noch an digitale Datenträger wie CD, DVD oder Blue-Ray. Literatur und Musik wird immer öfter auch immateriell via Internet publiziert. beispielsweise bietet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels über seine E-Book-Plattform mittlerweile mehr als 72.500 elektronische Bücher an (Stand: Ende April 2011).

Internen Schätzungen zufolge wird das Datenvolumen in den Rechenzentren der Deutschen Nationalbibliothek von heute zehn auf 800 Terabyte im Jahr 2014 steigen. Und bei Netzpublikationen beschränken sich die Aufgaben ebenso wenig auf bloßes Sammeln und Speichern wie bei herkömmlichen Druckwerken und Tonträgern. Sämtliche Erwerbungen müssen systematisch erschlossen, klassifiziert und gemäß dem bibliografischen Regelwerk katalogisiert werden.

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