Dreidimensionale, flexible Bildspeicher US-Forscher entwickeln veränderbare Hologramme

Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Wissenschaftler der Universität von Arizona haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich veränderbare Hologramme erstellen lassen. Die dreidimensionalen, monochromen Bilder sind bis zu drei Stunden haltbar und werden mit einem Laser in spezielles Polymer geschrieben, das zuvor unter Spannung gesetzt wird.

Beispiele des wiederbeschreibbaren Hologramms. Reihe b zeigt, wie das Abbild mit der Zeit verblasst. Reihe c zeigt einen gewollten Löschvorgang.
Beispiele des wiederbeschreibbaren Hologramms. Reihe b zeigt, wie das Abbild mit der Zeit verblasst. Reihe c zeigt einen gewollten Löschvorgang.
( Archiv: Vogel Business Media )

Herkömmliche Hologramme sind mittlerweile weit verbreitet und finden beispielsweise als Sicherheitsmerkmal auf Geldscheinen und Kreditkarten Verwendung. „Der Unterschied ist, dass herkömmliche Hologramme unveränderlich sind“, erläutert Nasser Peyghambarian von der Universität von Arizona in Tucson. Das dreidimensionale Abbild, das unter seiner Leitung und in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Nitto Denko Technical entwickelt wurde, ist dagegen veränderlich. Innerhalb weniger Minuten lässt sich ein dreidimensionales Motiv einscannen und per Laser auf das Material übertragen.

Der lichtempfindliche Kunststoff (Maße rund zehn auf zehn Zentimeter) ist zwischen zwei Glasplatten und durchsichtigen Elektroden angebracht. Mit dem entstehenden elektrischen Feld und einem Laser wird das Bild in der Kunststoffschicht bis zu drei Stunden gespeichert. Momentan steckt die Technik noch in den Kinderschuhen, aber die möglichen Anwendungen sind vielfältig: Beispielsweise könnten im medizinischen Bereich Abbildungen eines Magnetresonanztomografie-Scans zur Operationsvorbereitung abgebildet werden. Auch Anwendungen im Katastrophenschutz sind denkbar. So könnten etwa veränderliche Situationen, die von Einsatzkräften schnell erfasst werden müssen, detailgetreu dreidimensional dargestellt werden.

„Momentan können wir in drei Minuten Objekte oder ganze Schauplätze erfassen und sie für drei Stunden monochrom abbilden“, fasst Peyghambarian zusammen. Sein Team arbeitet bereits an einem Prototyp für größere Medien, an einer schnelleren Schreibmethode mit gepulstem Laser und einer Möglichkeit, auch Farben abzubilden.

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