Zum Status Quo in Rechenzentren und die wichtigsten Einflussfaktoren 2015

Veeam Data Center Availability Report 2014 und: Was wird Trend?

| Redakteur: Ulrike Ostler

Was steht 2015 an?

Nicht nur aber auch basierend auf der Verfügbarkeits-Studie formuliert Matthias Frühauf, Senior Presales Manager Central EMEA bei Veeam Software, aus seiner Sicht die wichtigsten Technologie-Trends 2015. Demnach stehen Hochverfügbarkeit und Always On im Mittelpunkt, Cloud bleibt von großer Bedeutung, die Sicherung von Endpunkten rückt in den Fokus.

Die Trends für 2015 erläutert Matthias Frühauf, Senior Presales Manager Central EMEA bei Veeam Software.
Die Trends für 2015 erläutert Matthias Frühauf, Senior Presales Manager Central EMEA bei Veeam Software. (Bild: Coloures-pic/Fotolia.com)

2014 wird als ereignisreiches Jahr in Erinnerung bleiben: Facebook feierte seinen zehnten Geburtstag und die Landung von Rosetta und Lander Philae, auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko schrieb Geschichte.

Diese Ereignisse illustrieren deutlich, wie sehr wir uns auf Technologien verlassen und wie entscheidend die IT dafür ist, wie wir Informationen konsumieren und mit ihnen interagieren, sowohl geschäftlich als auch privat.

1. Das Always-On Business etabliert sich weltweit als Standard

“Das ist doch keine Neuigkeit”, werden manche sagen, was auch nicht ganz falsch ist. 2015 wird sich jedoch die Nachfrage nach Hochverfügbarkeit auf unterschiedlichen Ebenen steigen: Anwender werden kontinuierlich nach einem uneingeschränkten und ortsunabhängigen Zugang zu Anwendungen und Daten verlangen - und das 24 Stunden lang, an sieben Tagen pro Woche.

Ergänzendes zum Thema
 
Methodik der Erhebung

Mit zunehmenden Geräte-Innovationen und dem Ausbau oder der Übernahme schnellerer Netze (4G, LTE, 5G …) wird sich die Nachfrage weiterhin beschleunigen. 2013 lag der Wert des mobilen App-Marktes bei knapp 27 Milliarden Dollar – bis 2017 wird sich diese Zahl voraussichtlich auf bis zu 76 Milliarden Dollar erhöhen.

Geschäftsanwender werden zukünftig noch anspruchsvollere Anforderungen für einen flächendeckenden Zugang zu Anwendungen und Daten haben als Konsumenten. IT-Anbieter werden einem erhöhten Druck ausgesetzt sein und ihre Verfügbarkeitsmodelle überdenken müssen. Die Zuverlässigkeit und Agilität der Netzwerke werden im Mittelpunkt stehen, während die Virtualisierung weiter an Fahrt gewinnt.

Die Verfügbarkeit aber wird zum strategischen Problem. Veraltete Sichtweisen werden sich ändern – RTOs und RPOs von mehreren Stunden oder sogar Tagen werden nicht mehr akzeptabel sein. Ganz im Gegenteil: Von der IT wird erwartet, einen RTPO von wenigen Minuten zu erfüllen.

Während sich diese Denkweise zum Status Quo entwickelt, kommen Unternehmen dem Ziel des Always-On Business näher. Jene Unternehmen, die diese Entwicklungen erkennen, werden erfolgreich sein. Ich schätze allerdings, dass zahlreiche Organisationen den Trend verkennen und wir dadurch einige prominente Ausfälle in den kommenden 12 Monaten erleben werden.

2. Die Datenflut wird sich weiter beschleunigen

Das Datenvolumen wird in den kommenden Jahren weiter rapide ansteigen, laut einigen Analysten wird es im Jahr 2018 rund 400 Zettabyte betragen. Angetrieben wird das Wachstum im Wesentlichen vom „Internet der Dinge“. Bis zum Jahr 2020 werden 26 Milliarden verbundene Geräte Daten generieren und konsumieren.

Gleichgültig, wo die Daten erstellt werden, investieren Unternehmen bereits hohe Summen in Datenspeicheranalyse und –beschaffung. In den kommenden ein bis zwei Jahren wird eine Strategie zur Klassifizierung von Daten unabdingbar sein. Die Entscheidung, welche Daten aufbewahrt und welche gelöscht werden und welche Daten sich für Cloud Storage oder eher für On-Premise eignen, liegt bei den Geschäftsführern. Fest steht allemal, dass das Aufbewahren sämtlicher Daten bei diesem exponentiellen Datenwachstum nicht in Frage kommt.

3. Cloud, Cloud, Cloud

Die Cloud ist keine Innovation mehr. Was zunächst Inhalt schier endloser Diskussionen war, hat sich in den letzten beiden Jahren beträchtlich verändert. Wir konnten beobachten, dass sich Unternehmen zunehmend mit der Cloud anfreundeten, um ihre Flexibilität zu steigern und gleichzeitig Kosten und Komplexität zu senken. Heute wird primär über Verfügbarkeit, Anwendungs- und Datensicherheit diskutiert.

Neue Cloud-Plattformen wie „Microsoft Azure“ und „VMware vCloud Air“ demonstrieren, wie sehr sich Cloud-Services entwickelt haben. Kommentatoren sehen in den nächsten Jahren ein verstärktes Wachstum von On Premise-Services, die sich das Arbeitspensum mit in der Cloud gehosteten Services teilen.

Disaster Recovery- und Verfügbarkeitslösungen können außerdem über die Cloud als Service angeboten werden. Dabei werden Daten zur schnellen und effektiven Wiederherstellung verlässlich an Hosting Provider übertragen. Unternehmen können dadurch ihre Datensicherheit erhöhen, die 3-2-1-Regel der Datensicherung befolgen und Service-Providern zusätzliche Einnahmequellen eröffnen – angeregt durch innovative Anbieter-Programme, die cloud-basierte Geschäftsstrategien vereinfachen.

2015 wird das Jahr, in dem die Cloud kontinuierlich wächst: Disaster Recovery in der Cloud wird nicht mehr nur von Early Adopters, sondern von der Mehrheit genutzt werden und die Cloud wird so oder so beginnen alles zu verschmelzen.

4. Sicherung und Management von Endpunkten

In den letzten Jahren wurde intensiv in die Infrastruktur von Rechenzentren, Virtualisierungs- und Verfügbarkeitstechniken investiert. Zahlreiche Unternehmen glauben, dass das moderne Rechenzentrum hochgradig virtualisiert sein muss. Manchmal wird aber übersehen, dass Endpunkte im Gegensatz zu Servern physisch bleiben und dennoch genauso hochverfügbar sein müssen.

Obwohl der Markt der Endpoint Security konstant wächst – die jährliche durchschnittliche Wachstumsrate beträgt fünf Prozent bis 2018 – wird der Sicherung der Hardware, die für Unternehmen überlebenswichtig ist und in den Händen der Endanwendern liegt, wenig Beachtung geschenkt. Das wird sich meiner Einschätzung nach im Jahr 2015 ändern.

Die IT wird erkennen, dass nach jahrelangen Investitionen in die Sicherung von Rechenzentren nun der Sicherung von Endpunkten Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Innovationen der Anbieter, ob im Bereich Formfaktor oder Sicherungslösungen, werden diese Veränderung vorantreiben. Endpunkten wird dadurch endlich die Sicherheit geboten, die auch Daten und Anwendungen erhalten, die auf ihnen liegen.

5. Das „Internet der Dinge“ wird zur Realität

Das aber muss die IT noch erkennen. Laut den Analysten von IDC wird der Markt der Lösungen für das „Internet der Dinge“ von 1,9 Billionen Dollar im Jahr 2013 auf 7,1 Billionen Dollar in 2020 steigen. Der Appetit auf das Internet der Dinge ist so groß, dass mehr als zwei Drittel der Konsumenten bis 2019 planen, Smart Home-Technologien zu kaufen; knapp die Hälfte plant, Wearable-Technologien zu kaufen.

Während das Internet der Dinge bereits ganz oben auf der Medienagenda stand, scheint es, dass Anwender erst jetzt das Thema annehmen. Die Anbieter bieten die Lösungen, die ihre Versprechen einhalten. Daraus resultieren für IT-Abteilungen in den nächsten zwölf bis 24 Monaten immense Probleme, da die Verlässlichkeit und Verfügbarkeit von Dienstleistungen von großer Bedeutung sein wird. Anwender erwarten Always On-Services und die IT wird diese nicht liefern können.

Die Nichtbefolgung ist mit horrenden Summen verbunden: IT-Ausfälle kosten pro Stunde sechsstellige Beträge, Ausfälle im Internet der Dinge können deutlich kostspieliger werden. 2015 wird das Jahr, in dem sich die IT der Bedeutung von Verfügbarkeit bewusst wird und sich dieser Herausforderung stellt oder es wird das Jahr, in dem viele Unternehmen in das offene Messer laufen werden. Die Zukunft wird es zeigen.

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