Availability virtualisierter Rechenzentren im Blickpunkt

VeeamON Forum Frankfurt lockt 350 Gäste

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Rainer Graefen

Das VeeamON Forum machte Anfang Juni Halt in Moskau, Paris, Frankfurt und London.
Das VeeamON Forum machte Anfang Juni Halt in Moskau, Paris, Frankfurt und London. (Bild: Srocke)

Warum Verfügbarkeit in modernen Rechenzentren eine entscheidende Rolle spielt, hat Backup-Anbieter Veeam auf einer Europatour erläutert. Beim VeeamOn Forum in Frankfurt gab der Hersteller dabei einen Ausblick auf das Disaster Recovery in der Cloud.

Über 350 IT-Experten folgten am 9. Juni Veeam Softwares (Veeam) Einladung zum ersten deutschen VeeamON Forum. Parallel zum regulären – aber recht ruhigen – Kinobetrieb präsentierte der Anbieter im CineStar Metro Frankfurt/Main seine Sichtweise auf das Thema "Availability" – also die Verfügbarkeit von Anwendungen in modernen Rechenzentren.

Zu Wort kamen dabei auch Partner und Analysten; schließlich gab der Hersteller auch einen Ausblick auf die Funktionen der kommenden Veeam Availability Suite v9.

Jede Anwendung ist geschäftskritisch

Keinen Zweifel ließ Veeam daran, dass die immer wieder beworbenen Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) von unter 15 Minuten keine technische Spielerei sind. Firmengründer, President und CEO Ratmir Timashev betonte: Heutzutage sei jede Anwendung in modernen Rechenzentren geschäftskritisch; Ausfälle müssten sich in einer Viertelstunde wieder beheben, versehentlich gelöschte Dateien ebenso schnell wiederherstellen lassen.

Was Timashev damit meinte, illustrierte Gerald Hofmann am Beispiel zweier online bestellter Champagner-Flaschen. Eben diese hatte Veeams Vice President Central EMEA nämlich zum Geburtstag seiner Frau online bestellt und nicht prompt geliefert bekommen – weil die Systeme des Versenders streikten. Für Hofmann ging die Geschichte nach telefonischer Intervention gut aus, für den Online-Händler hätten die nicht verfügbaren Systeme aber ganz sicher einen Verlust von Image, Kunden und Einnahmen bedeutet.

Digitale Transformation und 3. Plattform

In einen größeren Kontext ordnete IDC-Analystin Carla Arend das Thema Verfügbarkeit mit ihrer Präsentation zu den Anforderungen an das Datacenter für die "Digital Transformation" ein. Nach Mainframes und Client-Server-Architekturen laufe in heutigen Rechenzentren eine "3rd Platform", die Millionen von Endgeräten, Nutzern und Anwendungen bedienen müsse.

Ein Treiber sei das Internet of Things, beispielsweise in Gestalt vernetzter Reifensensoren, an denen der Fahrzeugzulieferer Continental derzeit arbeite. Als typische Technologien der skizzierten, dritten Plattform nennt Arend Big Data Analytics oder Hybrid Cloud. Und für die sei die "Data Availability" entscheidend.

Mit seinen Produkten adressiert Veeam genau diesen Markt und verschmilzt Backup mit Replizierung für virtuelle Maschinen. Technisch setzt der Anbieter bei seinen Sicherungen auf Snapshot-Techniken oder von Hypervisoren bereitgestellten Funktionen, wie das Changed Block Tracking (CBT).

Kundenlob, Markterfolg und Partner-Awards

Die Angebote kommen offenbar nicht nur bei den Frankfurt präsentierten Referenzkunden von Siemens, BSH Hausgeräte und Trend Micro an, die einhellig Flexibilität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit der Veeam-Lösungen lobten: Georg Mattern, System Engineer, Siemens, berichtete etwa, wie sich gecrashte Server innerhalb von zwei Minuten wieder aus dem Backup heraus starten lassen.

Daniel Kaiser, Sr. Engineer bei Trend Micro, schilderte am Beispiel von iSCSI und FCoE derweil, dass Veeam verschiedenste Rechenzentrumsarchitekturen unterstützt und Kundenwünsche rasch umsetzen könne.

Auch die wirtschaftlichen Ergebnisse geben Veeam Recht: Das 2006 gegründete Unternehmen hat mittlerweile 1.750 Mitarbeiter und 2014 einen weltweiten Umsatz von 385 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Für den hiesigen Markt fasst Gerald Hofmann zusammen: „Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit unseren Partnern große Erfolge erzielt, spannende Projekte umgesetzt und unseren Umsatz in Deutschland um 58 Prozent gesteigert“.

Besonders wertvolle Partner hat Veeam in Frankfurt mit folgenden Awards bedacht:

  • The Fastest Growth of the Year Award für das schnellste Wachstum des Jahres ging an die MCL Computer & Zubehör GmbH;
  • The Best Veeam Cloud Provider of the Year Award ging an Cancom-Tochter PIRONET;
  • The Best SMB Partner of the Year Award erhielt die Thomas-Krenn.AG;
  • Für The Most Significant Project of the Year Award wurde Brinova ausgezeichnet; das Unternehmen integrierte bei einem Kunden eine Veeam-Lösung mit einer vorhandenen NetApp-Infrastruktur;
  • The Customer Choice Award ging an SFC.

Bis 2018 will Veeam weltweit eine Milliarde US-Dollar umsetzen. Entsprechend selbstbewusst schätzt Timashev den aktuellen Wert des Anbieters ein: Wer Veeam kaufen will, müsste aktuell fünf Milliarden US-Dollar auszugeben bereit sein.

Visionen und Neuerungen

Eine verbindliche Roadmap will das Unternehmen dabei jedoch weder möglichen Käufern noch Kunden auf den Weg geben. Viel lieber spricht Ratmir Timashev über Visionen und aktuelle Kundenwünsche, die man als Features in kommende Versionen der Availability Suite verwirklichen könnte.

Einige der Neuerungen für die kommende Veeam Availability Suite v9 hat der Hersteller auch schon konkret benannt. Die noch für dieses Jahr angekündigte Version 9 werde ein um Funktionen zur Image-basierten Replizierung virtueller Maschinen erweitertes Cloud Connect beinhalten.

Gesicherte, virtuelle Maschinen können dann im Schadensfall direkt in der Cloud gestartet werden. Diese Funktionen wird sich auch im neuen, eigenständigen Angebot Veeam Cloud Connect Replication for Service Providers wiederfinden, mit denen Dienstbetreiber ihren Kunden ein Cloud-gestütztes Disaster Recovery as a Service (DRaaS) anbieten könnten.

Im Detail listet Veeam folgende Features:

  • Multi-Mandantenfähigkeit für den Zugriff auf Host- und Cluster-CPUs, Storage- und Netzwerkressourcen.
  • Vollständiges Failover ganzer Standorte auf einen Service-Provider-Standort mit wenigen Klicks über ein Web-Portal, einschließlich Failover-Orchestrierung mit Failover-Plänen, sowie teilweises Failover für die sofortige Umstellung einzelner VMs.
  • Eingebaute Funktionen für die Netzwerkerweiterung, die die Kommunikation mit und zwischen Produktiv-VMs sicherstellen, unabhängig von ihren Standorten.
  • Failback auf die bestehende oder eine neue Infrastruktur, um den normalen Geschäftsbetrieb wiederherzustellen.
  • Failover-Tests mit unterbrechungsfreier Failover-Simulation, ohne Produktivsysteme zu stören.
  • Single-Port-Konnektivität mit einer sicheren, verlässlichen SSL-Verbindung zu einem Service Provider.
  • Mehrere Technologien zur Optimierung des Datentransfers, darunter eingebaute WAN-Beschleunigung, Replica Seeding und Replizierung von einem Backup.

Zudem wolle man das Explorer-Angebot erweitern. Bereits jetzt und in Version 8 von Veeam Backup & Replication verfügbar sind Explorer für Microsoft Exchange, SharePoint, SQL Server und Active Directory. Künftig werden Kunden Tabellen und Transaktionen wohl auch von Datenbanklösungen anderer Anbieter einzeln wiederherstellen können – ohne einen kompletten Restore durchzuführen.

VeeamON 2015 in Las Vegas

Weitere Details dazu werden spätestens vom 26. bis 29. Oktober verraten. Dann findet im Aria Resort und Casino in Las Vegas, USA, die Hausmesse „VeeamON 2015: The World’s Premier Data Center Availability Event“ statt.

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