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Flashspeicher im Datacenter und Alternativen zur Von-Neumann-Architektur Verdrängen Solid State Disks herkömmliche Festplatten im Rechenzentrum?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Solid State Disks (SSD) sind schneller als Festplatten und verbrauchen deutlich weniger Energie. Beim Preis pro Gigabyte können die Flashspeicher allerdings noch nicht mit den Magnetlaufwerken mithalten. Das soll sich jedoch bereits 2008 ändern. Binnen fünf Jahren sollen die NAND-Speicher Festplatten im Rechenzentrum gar verdrängt haben, schätzen Experten.

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Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu Siemens Computers, sprach auf der Visit 2007 über seine Vision vom Datacenter der Zukunft.
Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu Siemens Computers, sprach auf der Visit 2007 über seine Vision vom Datacenter der Zukunft.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die Entdecker des Riesenmagnetowiderstandes (Giant Magnetoresistance – GMR), auf dem aktuelle Festplatten basieren. Das war auch allerhöchste Zeit, meint Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu Siemens Computers anlässlich der Hausmesse Visit 2007. Schon bald werden neue Techniken herkömmliche Festplatten, die den quantenmechanischen Effekt nutzen, ablösen.

So sollen bereits in drei bis vier Jahren SSDs herkömmliche Festplatten im Rechenzentrum verdrängt haben, prognostiziert der Branchenkenner. Beim Preis sollen die NAND-Speicher bereits Ende 2008 mit magnetischen Laufwerken konkurrieren können.

Technische Vorteile der Flashspeicher sind eine niedrige Stromaufnahme sowie ein geringer Platzbedarf. Als Schwachstellen galten in der Vergangenheit der schnelle Verschleiß und eine eher dürftige Schreibgeschwindigkeit. Die Lebensdauer von SSDs sei mittlerweile denen von Festplatten ebenbürtig, erklärt Reger. Und auch bei der Schreibgeschwindigkeit hat sich einiges getan: Kürzlich von Samsung angekündigte Flashlaufwerke mit SATA-II-Schnittstelle sollen Lesegeschwindigkeiten von 120 Megabyte pro Sekunde realisieren.

Kinderzimmer haben mehr Rechenpower als Datacenter

Auch in Sachen Rechnerarchitektur werde sich einiges tun. Die weltweit von Spielkonsolen und Grafikkarten bereitgestellte Rechenleistung übertreffe die von professionellen Datacentern, meint Reger. Aktuelle Grafikkarten könnten einige mathematische Aufgaben etwa zehnmal schneller berechnen als eigentliche Hauptprozessoren.

Um diese Rechenleistung zu nutzen, müsse man vom klassischen Von-Neumann-Ansatz abrücken. Bei der heute vorherrschenden Architektur werden Befehle sequenziell abgearbeitet. Als Alternative hierzu könnte ein Datenfluss-Modell (Flow Computing) dienen. Dieses erlaubt, zahlreiche Threads nebeneinander und auf Multiprozessorrechnern auszuführen.

Der Durchschnitts-Administrator wird das Datacenter in Zukunft dennoch nicht mit zweckentfremdeten Grafikkarten hochrüsten müssen. Das werde eine Nischenlösung bleiben, gesteht Reger ein.

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