Verkauf von Toshibas Speicherchip-Sparte unter Dach und Fach

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl, mit Material von dpa / Rainer Graefen

Der lange Bieterstreit hat nun ein Ende: Am Donnerstag unterzeichneten Toshiba und ein japanisch geführtes Konsortium rund um den US-Finanzinvestor Bain eine Einigung zum Verkauf von Toshibas Speicherchip-Geschäft.
Der lange Bieterstreit hat nun ein Ende: Am Donnerstag unterzeichneten Toshiba und ein japanisch geführtes Konsortium rund um den US-Finanzinvestor Bain eine Einigung zum Verkauf von Toshibas Speicherchip-Geschäft. (Bild: Holger Hollemann/dpa)

Nach zähen Verhandlungen und einem langwierigem Bieterstreit samt Klagen und Gegenklagen ist der geplante Verkauf von Toshibas Speichergeschäft nun offenbar beendet. Den Zuschlag erhielt das Bieterkonsortium um den Finanzinvestor Bain, dem auch SK Hynix und Apple angehören.

Der Verkauf der Speicherchip-Sparte von Toshiba an das unter anderem von Apple unterstützte Konsortium des Finanzinvestors Bain ist unter Dach und Fach. Toshiba unterzeichnete am Donnerstag einen entsprechenden Deal über den Verkauf der Tochter für 2 Billionen Yen (15 Milliarden Euro).

Zur Gruppe um Bain gehören auch die staatlich gestützte Innovation Network Corp. of Japan, die Development Bank of Japan, der südkoreanische Chipherteller SK Hynix Inc. sowie vier US-Technologiekonzerne: Apple, Dell, Kingston Technology Corp. und der Datenspeicherkonzern Seagate Technology Plc.

Der schon länger geplante Verkauf gestaltete sich seit Monaten schwierig, weil Western Digital als Partner von Toshiba versucht hatte, den Verkauf an andere Bieter vor Gericht zu blockieren. Toshiba hatte darauf mit einer Gegenklage reagiert. Zwischenzeitlich waren die beiden Streithähne auch wieder in engere Verhandlungen getreten. Nun hat sich aber nach offiziellen Verlautbarungen Toshiba doch dazu durchgerungen, den Zuschlag an das Konsortium rund um Bain zu erteilen.

Die Investorengruppe um Bain, dem Innovation Network Corp. of Japan (INCJ), der Development Bank of Japan und mehreren sich beteiligenden Unternehmen galt schon im Juni als der aussichtsreichte Kandidat auf den Erwerb von Toshibas Speichergeschäft. Doch gerade die Beteiligung des südkoreanischen Wettbewerbers SK Hynix sorgte für Unmut bei Toshibas Aktionären.

Der Chipspezialist SK Hynix will als Teil eines Konsortiums etwa drei Milliarden Euro für die geplante Übernahme der Chipsparte des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba ausgeben. Der Verwaltungsrat bewilligte die Beteiligung an dem Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestors Bain Capital, das das Chipgeschäft von Toshiba für zwei Billionen Yen (etwa 15,1 Mrd Euro) übernehmen will, wie das südkoreanische Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Es werde angestrebt, die Transaktion bis zum März 2018 über die Bühne zu bringen. SK Hynix erhofft sich durch die Beteiligung, seine Wettbewerbsfähigkeit bei NAND-Flash-Speichern zu stärken, die in Smartphones und Tablet-Computern verwendet werden. SK Hynix ist in Südkorea die Nummer zwei der Chiphersteller hinter Samsung.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben einen Teil seiner geplanten Investitionen von 395 Milliarden Yen durch Wandelanleihen finanzieren, die später in Aktien eingetauscht werden können. Dies hatte im Juni für Unmut bei Toshibas Aktionären gesorgt, da die Südkoreaner auf diese Weise ein Mitspracherecht beim Toshiba-Mutterkonzern gewinnen würden. SK Hynix würde sich durch die Investition einen Anteil von bis zu 15 Prozent an der Toshiba-Sparte sichern. Wie das Unternehmen weiter ausführte, sollen 49,9 Prozent auf SK Hynix und das Konsortium, 40,2 Prozent auf Toshiba und 9,9 Prozent auf Hoya aus Japan entfallen.

Ein Hindernis bleibt vorerst noch bestehen: Western Digital hat erneute rechtliche Schritte gegen den Verkauf angekündigt. Western Digital ist die Tochterfirma Sandisk mit Toshiba in einem Joint Venture an der gemeinsamen Entwicklung von Flashspeichern beteiligt. Aus diesem Grund ist das Unternehmen der Ansicht, ein Mitspracherecht an dem Verkauf des Speichergeschäfts zu besitzen.

Toshiba ist eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung neuer Flashspeichertechnologien. Das dürfte auch der Hauptgrund sein, warum Western Digital so vehement gegen den Verkauf der Speichersparte ist: Der Festplattenhersteller möchte verhindern, dass der Zugang zu den fortschrittlichen Technologien verloren geht, die sonst in die Hände der Konkurrenz fallen würde.

* Wir haben diesen Beitrag von unserem Partnerportal Elektronik Praxis übernommen.

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