WLAN in der Deckenbeleuchtung

Vernetzte Büroleuchte mit 5G-Technik soll Daten deutlich schneller als per LTE übertragen

| Autor / Redakteur: Hendrik Härter / Rainer Graefen

Die LED-Deckenleuchten sind mit breitbandigen Funkmodulen ausgestattet, um Datenraten von mehreren Gigabits pro Sekunde zu realisieren.
Die LED-Deckenleuchten sind mit breitbandigen Funkmodulen ausgestattet, um Datenraten von mehreren Gigabits pro Sekunde zu realisieren. (Bild: Osram)

Osram und Nokia Bell Labs arbeiten an den Grundlagen, um mit einer Standard-Büroleuchte mit 5G-Technik Daten von mehreren GBit/s übertragen lassen. Über spezielle breitbandige Funkmodule können sich mobile Geräte mit dem Leuchtennetz verbinden.

Mit LED-Deckenleuchten in Innenräumen lässt sich ein engmaschiges Funknetz aufbauen, das 5G-fähig ist. Entwickler von Osram und Nokia Bell Labs haben dazu einen entsprechenden Prototypen entwickelt. Dieser soll sich im Vergleich zu herkömmlichen WLAN-Systemen einfacher in Gebäuden installieren lassen. Deckenleuchten werden in jedem Bürogebäude engmaschig verbaut und ließen sich in Büro- und Industriegebäuden an ein zukünftiges Lichtsteuerungs- und Netzwerkmanagement-System anschließen.

Das System muss lediglich an die Kommunikationszugangsleitung des Gebäudes, etwa einen Glasfaseranschluss, angebunden werden. Darüber hinaus verhindert die dichte und gleichmäßige Installation der Lichtquellen Funklöcher im Gebäude und auch störende Reflexionen von Oberflächen sollen damit ausgeglichen werden.

Preisgünstige Funkmodule bedeuten geringe Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Büroleuchten. Im Vergleich zu WLAN-Access-Points und -Repeatern senken sie Kosten und sind leistungsfähiger. Zudem bietet es sich an, dass über die Leuchten weitere Dienste integriert werden, wie beispielsweise Sensordaten.

Daten per 5G übertragen

Bei der 5G-Technik handelt es sich um eine Weiterentwicklung von LTE, das auch als 4G bekannt ist. Mit LTE sind Datenraten von bis zu 20 GBit/s möglich. Aufgrund der verwendeten Frequenzen ist der Empfang innerhalb von Gebäuden meist limitiert, so dass separate Innenraumnetze für eine nahtlose mobile Internetanbindung prädestiniert sind.

Testinstallationen mit Prototypen der neu entwickelten Funkleuchten haben gezeigt, dass bereits preisgünstige WLAN-Sender mit 2,4 GHz zuverlässig einen Datendurchsatz von mehr als 100 MBit/s bereitstellen. Das ist für den Einstieg eine günstige Variante. Mit aufwendigen Funkmodulen, die unterschiedliche Funkbänder kombinieren und mehrere Kanäle gleichzeitig nutzen, wäre ein Datendurchsatz knapp unterhalb des Gigabit-Bereichs möglich.

Genauere Angaben können die Projektbeteiligten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen. Kommt 5G ins Spiel, welches breitere Funkbänder nutzt und mehr Daten übertragen kann, sind laut den Beteiligten höhere Datenraten als bei LTE realistisch. Aber hier müssen die Projektbeteiligten noch ausgiebig experimentieren. Wann die Leuchten mit 5G-Technik auf den Markt kommen könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Partnerportal Elektronik Praxis übernommen.

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