Kroll Ontrack veröffentlicht Studie

Verwaltung von Archiv-Tapes verursacht Probleme

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Rainer Graefen

Kroll Ontrack hat sich in einer Studie mit Archiv-Tapes befasst.
Kroll Ontrack hat sich in einer Studie mit Archiv-Tapes befasst. (Bild: Kroll Ontrack)

Viele Firmen haben große Schwierigkeiten, auf ihre Magnetband-Archiv- oder Backup-Daten zuzugreifen oder sie bereitzustellen. Dafür sind gravierende Fehler bei der Datensicherung und eine fehlende vorausschauende Backup-Strategie verantwortlich.

Kroll Ontrack hat die Ergebnisse einer Studie zum Thema Archiv-Tapes in Unternehmen veröffentlicht. Dabei zeigte sich, dass die meisten Unternehmen zwar auf dringende Wiederherstellungsanfragen von Archiv-Magnetbändern reagieren müssen, die benötigten Daten aber in vielen Fällen nicht schnell identifizieren und bereitstellen können. 62 Prozent aller Befragten nutzen Tapes für das tägliche Backup, 32 Prozent tun dies nicht und laufen damit Gefahr, im Ernstfall Daten eines längeren Zeitraums zu verlieren.

Alte Bänder im Einsatz

34 Prozent der Teilnehmer lagern mehr als 100 ältere Archivbänder in ihrem Unternehmen. 55 Prozent verwalten dabei Tapes, die mehr als fünf Jahre alt sind. Bei 34 Prozent sind die Bänder zwischen fünf und zehn Jahren alt. 21 Prozent haben sogar noch Tapes, die älter als zehn Jahre sind. Hohes Alter allein ist noch kein zwingender Grund für einen späteren Datenverlust. Nach vielen Schreib- und Lesevorgängen, schlechter Lagerung oder fehlender Infrastruktur kann es aber dennoch Probleme geben. Zudem wissen 25 Prozent der befragten Firmen gar nicht mehr, was auf den Bändern überhaupt gespeichert ist.

Hohe Recovery-Nachfrage

Aufgrund von Compliance, Untersuchungen und Rechtsstreitigkeiten wird auffallend oft um die Wiederherstellung von Archiv-Bändern gebeten. Bei 30 Prozent der Umfrageteilnehmer passiert das täglich, wöchentlich oder monatlich, bei weiteren 32 Prozent mehrmals pro Jahr. 22 Prozent der Teilnehmer gaben an, nicht wie gefordert auf die Recovery-Anfragen reagieren zu können. Weiteren 30 Prozent stehen zudem nicht alle Informationen über die gespeicherten Daten zur Verfügung. Zudem fehlt es oft an Willen und Technik: „Viele Teilnehmer der Studie erklärten, dass es sehr zeitaufwendig sei, herauszufinden, auf welchen Bändern die gewünschten Daten tatsächlich gespeichert sind. Auch ist es für sie zu viel Aufwand und zu teuer, die alte Hard- und Software für diese Aufgabe funktionsfähig zu halten“, erklärt Peter Böhret, Managing Director von Kroll Ontrack.

Lösungsansätze

Der Datenrettungsspezialist sieht folgenden Lösungsansatz: Unternehmen setzen viele unterschiedliche Backup- und Magnetband-Lösungen ein. Daher gilt es im ersten Schritt, alle Archivmedien im Unternehmen zu prüfen. Das ist notwendig, um die Qualität der Bänder und der Daten einschätzen zu können. Mit dieser Information lassen sich die Kosten für den späteren Wiederherstellungsprozess begrenzen. Darüber hinaus sollte anschließend auch gleich ein Katalog oder eine Liste mit allen gespeicherten Informationen und den Positionen der Daten auf den Datenträgern erstellt werden.

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