Kundenkonferenz Discover in Las Vegas

Viel neues zu entdecken bei HPE

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Rainer Graefen

(Bild: Foto: HPE)

Open Source, Flash-Speicher, Docker, Multi-Cloud, Internet of Things. HPE hatte auf der Kundenkonferenz Discover in Las Vegas Neuigkeiten zu Themen, welche in der IT-Welt aktuell für Gesprächsstoff sorgen.

So weit ist es also mit Open Source gekommen: Die IT braucht eine völlig neue Computing-Architektur. Das lässt sich nur mit dem Open-Source-Modell machen. So sieht das jedenfalls Hewlett Packard Enterprise (HPE).

Der Hintergrund: Big Data ist nur der Anfang; spätestens mit dem Internet of Things (IoT) wachsen die Datenmengen derart an, dass es die klassische Computerarchitektur nicht mehr tut. Bei der nämlich steht der Prozessor im Zentrum; nicht von ungefähr heißt es „Central Processing Unit“. Künftig aber, so jedenfalls HPE, sollte das Memory diesen Platz einnehmen. Wobei Memory hier sowohl RAM als auch alle Formen von Massenspeicher umfasst und mit den Prozessoren per Glasfaser Daten austauscht.

Computer müssen neu aufgebaut werden?

Sehr viel genauer ist das Zukunftsszenario bei HPE noch nicht beschrieben, es ist aber laut Anbieter "HPEs größtes und bemerkenswertestes (most notable) Forschungsprojekt". Zu diesem Projekt "The Machine" hat HPE nun die Community eingeladen und eine Website eingerichtet.

Den Interessenten stellt HPE vier Entwicklungs-Tools zur Verfügung. Eine neue Datenbank-Engine ist zugeschnitten auf eine hohe CPU-Zahl und große nichtflüchtige Speicher. Ein fehlertolerantes Programmiermodel soll helfen, bestehenden multi-threaded Code so zu adaptieren, dass sich persistente Speicher direkt adressieren lassen. Eine Emulation erklärt das Architekturmodell von The Machine. Eine weitere Performance-Emulation gilt der Adressierung nichtflüchtiger Speicher.

Zwei neue 3PAR-StoreServ-SSDs

Zur Erwartung wachsender Speichermengen passt, dass HPE das 3PAR-Storeserv-Portfolio erweitert. Angekündigt sind neue 3D NAND Solid State Drives (SSDs) mit 7,68 und 15,36 TByte Kapazität. Das All-Flash-Array wächst mit ihnen auf bis zu 24 Petabytes in einem einzigen System.

Damit ist laut HPE die Flash-Dichte in den letzten zwei Jahren um das 16-fache gewachsen, während die Kosten pro nutzbarem Gigabyte um 40 Prozent gesunken seien. Übrigens kosten die neuen SSDs rund 21.000 beziehungsweise 40.000 Dollar.

Für 3PAR Storeserv bietet HPE nun ein Docker-integriertes Volume-Plugin. Damit lassen sich Docker-basierende Container dauerhaft speichern. HPEs Recovery Manager Central (RMC) überträgt Anwendungs-Snapshots vom 3PAR-Speicher zur zweiten Datensicherungsebene bis zu 23 Mal schneller als herkömmliche Speicher-Backups. Zum RMC-Anwendungs-Ökosystem gehören nun auch Oracle-Datenbanken, SAP HANA und 3PAR File Persona. 3PAR hat ein paar zusätzlicher Sicherheits- und Archivierungsfunktionen erhalten.

Kooperation mit Docker

In Las Vegas gab HPE eine strategische Allianz mit Docker bekannt, durch die Docker in die Vertriebskanäle des Anbieters gerät. Denn diese werden künftig ProLiant-, Apollo-, Cloudline-, Synergy-, BladeSystem und Converged Systeme anbieten können, die Docker-ready vorkonfiguriert sind.

Den Kunden und Channel-Partnern wird ein gemeinsames Vertriebs- und Support-Programm versprochen. Beide Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um Docker in eine Reihe weiterer HPE-Technologien zu integrieren.

Cloud-Tools Helion verbessert

Darüber hinaus erweitert HPE das Helion-Cloud-Portfolio. Neu ist die Helion Cloud Suite, mit der Kunden ihr gesamtes Anwendungsspektrum – traditionell, virtualisiert, Cloud-nativ und Container – innerhalb einer breiten Auswahl von Infrastruktur-Umgebungen bereitstellen und steuern können.

Helion CloudSystem, mit dem sich hybride Cloud Umgebungen aufbauen und betreiben lassen, ist jetzt in Version 10 erhältlich und hat HPE Oneview 3.0 integriert. In Version 4.0 findet sich Helion Stackato, eine Platform-as-a-Service auf der Basis von Cloud Foundry für die schnelle Bereitstellung von Cloud-nativen Anwendungen.

Edgeline für das Internet der Dinge

Die ersten konvergenten HPE-Systeme für das Internet der Dinge heißen Edgeline, die Produktbezeichnungen lauten EL1000 beziehungsweise EL4000. Beide Systeme umfassen Rechner, Speicher, Datenerfassung sowie System- und Geräte-Management. Sie sind für die Verwendung in unwirtlichen Umgebungen ausgelegt, und resistent gegen Stöße, Vibrationen und extreme Temperaturen.

Beide Systeme wurden für Hochleistungs-Datenanalysen, grafisch komplexe Datendarstellung und Echtzeit-Reaktionen optimiert. Um sichere Datenübertragung zum Rechenzentrum sicherzustellen, unterstützen EL1000 und EL4000 den VPN-Client Virtual Intranet AccessTM (VIATM) von Aruba.

HPE kündigt außerdem die Verfügbarkeit der Analytics-Plattform HPE Vertica auf Edgeline EL4000 an, die zum Beispiel historische und vorausschauende Analysen und maschinelles Lernen ermöglicht.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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