VDX 6720 Switches für mehr Virtualisierung und Cloud Computing Virtual Cluster Switching – Brocade erfindet Ethernet Fabrics

Redakteur: Ulrike Ostler

Wenn es nach Brocade geht, revolutioniert die Technologie „Virtual Cluster Switching“ (VCS) Layer-2-Ethernet-Netzwerke. Denn sie ermögliche „erste echte Ethernet Fabrics“. Der Hersteller hat gestern 10-Gigabit-Ethernet-Datacenter-Switches auf dieser Basis vorgestellt. Die „VDX 6720“-Modelle sind für hoch virtualisierte und für das Cloud Computing optimierte Rechenzentren gedacht.

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Die Switch-Familie „Bocade VDX 6720“ umfasst Modelle mit 16, 24, 40, 50 und 60 Ports und liefert 10 Gigabit Ethernet Wire-Speed
Die Switch-Familie „Bocade VDX 6720“ umfasst Modelle mit 16, 24, 40, 50 und 60 Ports und liefert 10 Gigabit Ethernet Wire-Speed
( Archiv: Vogel Business Media )

„So etwas passiert alle zehn Jahre höchstens einmal“, sagt Brocade-CEO Mike Klayko, der gestern zusammen mit seinem Chief Technology Officer Dave Stevens die Technologie „Virtual Cluster Switching“ (VCS) und die darauf basierenden „VDX-6720“-Switches den Kunden und Partnern in Hanau vorstellte. Denn die Technik könne die Art und Weise, wie Netze in den Rechenzentren gebaut werden, komplett ändern.

Die Brocade VDX 6720 Datacenter-Switches machen das Spanning Tree Protocol (STP) überflüssig und ermöglichen es, Netzwerkschichten zusammenzulegen. Dadurch entsteht ein flaches, Multi-Pathing-fähiges und deterministisches Netzwerk, das sich insbesondere für virtuelle und konvergente Umgebungen eignet.

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  • STP, das die Skalierbarkeit und die Flexibilität von Netzen behindert, wird durch den IETF-Standard „Transparent Interconnection of Lots of Links (TRILL)“ ersetzt. Die notwendigen Mechanismen finden sich in dem dafür entwickelten ASIC wieder.
  • Zudem stellt Brocade VCS eine verteilte Control Plane bereit, über die jedem Switch die gesamte Netzwerktopologie bekannt ist. Mithilfe der Technologie „Automatic Migration of Port Profiles (AMPP)“ ziehen mit einer virtuellen Maschine automatisch auch die Netzwerkeigenschaften und Netzwerkkonfigurationen um.
  • Somit können virtuelle Maschinen mobiler werden und die Netzwerke effektiver genutzt werden. Ein VDX-Cluster unterstützt aktuell bis zu 600 10-GbE-Ports und 10.000 virtuelle Maschinen.
  • Trotzdem wird das Cluster als ein einziger logischer Switch administriert. Dadurch vereinfacht sich das Management in der Fabric und begrenzt Kosten und Komplexität.
  • Wenn zwei VCS-fähige Brocade-Switches verbunden werden, erstellt sich quasi automatisch ein Fabric. Denn die Geräte tauschen ihre Konfigurationsinformationen aus.
  • Die vermaschte Struktur erleichtert auch die Selbstheilung. Bis das Failover funktioniert vergehen etwa 25 Sekunden.

Netze müssen neu organisiert werden

Cindy Borovick, IDC Vice President Enterprise Communications Infrastructure and Datacenter Networks, sagt, warum das so wichtig ist: „Bis Ende des Jahres wird mehr als die Hälfte aller IT-Workloads über virtuelle Maschinen abgewickelt werden. In drei Jahren werden es mehr als 70 Prozent sein.“

Brocade habe eine flache, leistungsstarke und hoch skalierbare Netzwerktechnik für Rechenzentren geschaffen, die Unternehmen beim Aufbau virtueller Umgebungen unterstützten. „Offensichtlich ließ Brocade die besten Eigenschaften sowie das Know-how aus dem Fibre-Channel-Bereich in die Entwicklung der umfassenden Ethernet Fabric einfließen“, sagt sie.

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Bis zu 60 Ports und 10.000 virtuelle Maschinen

Die Brocade Switches VDX können klasische hierarchische Netzwerkstrukturen erweitern, aber auch flache Strukturen in virtualisierte Rechenzentren und konvergente Netze einziehen. Sie verfolgen die Umzüge virtueller Maschinen mit und erübrigen eine manuelle Rekonfiguration des Netzwerks. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Brocade VDX Ethernet Fabric Switches sind die ersten Produkte auf der Basis von VCS. Es gibt die Switches als Ein- oder Zwei-Rack-Unit (1 HE oder 2 HE).

Brocade bietet ein „On-Demand“-Preismodell an. Unternehmen können die Ports buchen, die sie aktuell benötigen – von 16 bis 60 Ports. Ein Nachrüsten ist durch eine einfache Software-Lizenz machbar. Jeder Port unterstützt sowohl 10 Gigabit Ethernet (GbE) als auch 1 GbE.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, verschiedene Kabel anzuschließen: direkte Anschlüsse von Kupferkabeln für Server-Verbindungen innerhalb eines Racks, optische Kabel für die Verbindung zwischen den Fabric-Switches und optische sowie Fibre-Optics als Verbindung zum Netzwerk-Core.

Die Switches liefern eine Wire-Speed Performance von 10 Gigabit pro Sekunde zwischen den Ports, bieten eine Latenz von weniger als 600 Nanosekunden, arbeiten verlustfrei und basieren auf dem Standard Data Center Bridging (DCB) für 10 Gigabit pro Sekunde.

Data Center Bridging für Konvergenz von einem bis zum anderen Ende

Für Performance sorgt unter anderem eine Hardware-basiertes Inter-Switch-Link-Trunking, das zwischen den Switches benutzt wird. Bis zu acht Links lassen sich in einer Trunk-Gruppe verbinden. Das reicht für einen Durchsatz von 80 Gigabit pro Sekunde.

Das erlaubt die Vermittlung aller Arten von Datenverkehr, inklusive IP, iSCSI, CIFS, NFS und Fibre Channel over Ethernet (FCoE). Die VCS-Technik beherrscht aber auch die Priorisierung des FCoE- und iSCSI-Verkehrs, um für genügend Bandbreite zu sorgen.

Somit können die Anwenderunternehmen flachere und konvergente Netzstrukturen einziehen, müssen aber nicht. Brocade VDX schütze Investitionen, indem bestehende Server, Hypervisoren und Speicherprodukte unterstützt würden, so Brocade.

Einer der wichtigsten Partner für Brocade ist VMWare. Parag Patel, Vice President Global Strategic Alliances bei VMware, sagt über die neue Switch-Familie: „Die Brocade VCS-Technologie und die innovative VDX-Plattform bieten Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten ihr virtualisiertes Netzwerk im Datacenter zu vereinfachen, besser zu skalieren und leichter zu managen. Dies stellt einen weiteren Schritt in Richtung IT-as-a-Service dar.“

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