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Einfluss der Anwender wächst Virtualisierung & Cloud: Der Client spielt künftig die Hauptrolle

| Redakteur: Regina Böckle

Der Einfluss der Endanwender auf die IT-Technologie wächst – darauf müssen sich Partner und IT-Administratoren beim Entwurf von Virtualisierungs- und Cloud-Strategien einstellen. Bernhard Tritsch, Keynote Speaker auf dem Fachkongress „VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING“ legt dar, weshalb die Anforderungen an die IT komplexer werden und wie sie zu meistern sind.

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Bernhard Tritsch ist Technical Director & Mitglied des Office of CTO bei Appsense.
Bernhard Tritsch ist Technical Director & Mitglied des Office of CTO bei Appsense.
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: Virtualisierung und Cloud Computing werden oft in einem Atemzug genannt. Bauen diese Technologien quasi chronologisch aufeinander auf oder gilt hier eher das Prinzip der Gleichzeitigkeit?

Tritsch: Eine geradlinige Technologie-Roadmap, die Anwender schrittweise von der Virtualisierung über die Private zur Public Cloud führen würde, wäre zwar schön. Aber leider sieht die Welt ganz anders aus.

ITB: Inwiefern?

Tritsch: Verschiedenste Themen müssen gleichzeitig bewältigt werden: Technologien wie VDI und Mobile Devices, Sicherheits- und Speichersysteme sowie Cloud-Aspekte sind kaum voneinander zu trennen, wenn es darum geht, ein tragfähiges Konzept für die Unternehmens-IT und -Prozesse zu entwickeln.

ITB: Woran liegt das?

Tritsch: In der Vergangenheit haben in der Regel die IT-Verantwortlichen darüber entschieden, welche Technologien beim Anwender zum Einsatz kamen. Heute übt jeder einzelne Anwender zum Beispiel einen wesentlichen Einfluss darauf aus, welche Endgeräte er nutzen möchte: PCs oder Tablets oder andere mobile Endgeräte. Das heißt: Der Endbenutzer steht im Mittelpunkt und entscheidet über die Technologie, er ist das kritische Element

ITB: Welche Folgen hat dieser Einfluss der Endanwender auf die IT?

Tritsch: Das wirkt sich auf die Systemleistung aus. Außerdem wird es für den IT-Verantwortlichen aufwändiger, die Kontrolle über die gesamte IT-Landschaft zu behalten und darunter kann die Benutzerzufriedenheit leiden. Und exakt für dieses Szenario bieten die unterschiedlichen Virtualisierungs-Technologien einen Ausweg: vom Server über die Anwendungen bis hin zum Client, so dass der Benutzer sein Endgerät – oder seine Endgeräte – sowohl für private als auch für Unternehmenszwecke nutzen kann und der IT-Leiter dennoch die Kontrolle behält.

ITB: Inwiefern bietet hier die Virtualisierung einen Ausweg??

Tritsch: Sie ermöglicht es, sozusagen den Benutzer zu virtualisieren – seine Einstellungen, die er auf den unterschiedlichen Systemen hinterlässt, beispielsweise seine Anwendungen, seine Betriebssysteme et cetera – zentral zu speichern und zu managen. Denn dieses gespeicherte Abbild lässt sich auf eine Vielfalt von Endgeräten und Plattformen übertragen. Und die Cloud nutzt diese Virtualisierungs-Technologien.

ITB: Was sind die Knackpunkte, wenn ich diese Technologien in der privaten oder hybriden Cloud nutze?

Tritsch: Die Systemlandschaft muss flexibel, skalierbar, hoch verfügbar sein und im Hintergrund müssen genügend Ressourcen zur Verfügung stehen – unter anderem ausreichend Speicherkapazitäten sowie Backup- und Recovery-Konzepte. Hinzu kommt, dass Cloud-Modelle ein hohes Maß an Infrastruktur-Standardisierung erfordern.

ITB: Wann eignet sich der Einsatz der einzelnen Virtualisierungs-Technologien und wo lohnt es sich, über Cloud-Konzepte nachzudenken?

Tritsch: Wir werden auf dem Fachkongress Virtualisierung & Cloud Computing anhand von drei konkreten Referenz-Szenarien aufzeigen, welche Vorteile diese beiden Technologien im Praxis-Einsatz bieten und werden die entsprechenden Komplettlösungen, die Produkte unterschiedlicher Hersteller umfassen, vorstellen.

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