Praxistest: Acronis Backup & Recovery 11 Advanced Server, Teil 3

VMware Hosts durch LAN-free Backup entlasten

13.10.2011 | Autor / Redakteur: Elmar Török / Rainer Graefen

Backup im Hintergrund: Selbst auf älterer Hardware belastet eine Sicherung den Prozessor nur mäßig.
Backup im Hintergrund: Selbst auf älterer Hardware belastet eine Sicherung den Prozessor nur mäßig.

Auf dem neuesten Stand bleiben

Im Umgang mit der Boot-CD beziehungsweise der PXE-Bootumgebung stießen wir allerdings auch im Lauf des Tests auf Situationen, in denen die Software unerklärlich reagierte. Ein gehäuft auftretendes Problem waren beispielsweise die Schwierigkeiten des Bootmediums, die Testhardware korrekt zu erkennen.

Selbst bei relativ neuen Motherboards und Prozessoren – im Test wurde nur ein System benutzt, das älter als 15 Monate war – blieb die Software beim Start hängen, erkannte die Tastatur nicht oder stürzte ab, als es an die Ausführung der Sicherung ging.

Die Tastaturprobleme ließen sich bei virtuellen Maschinen oft beheben, wenn man die automatische Mauszeiger-Integration der VM abschaltete. In jedem Fall schuf hingegen der Download eines aktualisierten Bootmediums von der Acronis Webseite Abhilfe. Dort sind die aktuellsten Treiber eingebunden und wohl auch Updates und Patches der Bootumgebung realisiert.

Um die richtige Stelle für den Download zu finden, kann allerdings ein wenig Sucharbeit notwendig sein. Der Link befindet sich im eigenen Konto unter der Rubrik „Meine Produkte und Downloads“. Dort klappt man den jeweiligen Produktreiter, also Acronis Backup & Recovery Advanced Server General“ auf, per Default ist der Tab „Neuestes Build“ aktiv.

Daneben befindet sich der Tab „Bootmedium“, es ist etwa 160 MB groß und liegt als direkt brennbares .ISO-Format vor. Das Update auf den neuesten Build ist natürlich auch für die Applikationen und Dienste zu empfehlen.

Deduplizierung nur mit Fixed Block Analyse

Im Rahmen der Tests nutzten wir auch die Deduplizierung von Acronis und führten Schätzungen über die möglichen Kapazitätsgewinne durch. Gerade bei Deduplizierung hängen die möglichen Einsparungen stark von der Art der Daten ab, wie häufig und wie viel geändert wird.

Mit unseren Testdatensätzen ließen sich über den Zeitraum von zwei Wochen Faktoren von etwa 3:1 erreichen, kein schlechter Wert für eine relativ statische Umgebung. Die Performance soll gegenüber Version 10 nochmals verbessert worden sein.

Ob sich die Zusatzkosten für die Lizenz durch den eingesparten Speicherplatz rechnen, können potenzielle Anwender mit einem Kostenkalkulator auf der Website von Acronis nachprüfen. Acronis bietet die Deduplizierung an zwei Stellen an.

Einmal an der Quelle, also während das Backup entsteht und einmal am Ziel, im verwalteten Depot, nachdem mehrere Backups vorliegen. Durch den Abgleich während des Backups, ob sich bereits Datenblöcke im Depot befinden, wird das Netzwerk entlastet, allerdings kann das die Backups verzögern, je nach eingesetzter Hardware und Netzkapazität.

ABR bietet daher die Möglichkeit, das Pre-Backup deduplizieren auszuschalten und die Archive lediglich nachträglich im Depot auf identische Datenblöcke zu untersuchen. Je nach Speichersystem und Hardwarepower des Servers, auf dem das Deduplizierungs-Depot liegt, kann die Indizierung allerdings Zeit in Anspruch nehmen, in der das Depot nicht für andere Aufgaben, also auch nicht für Backup und Restore zur Verfügung steht.

Fazit

Von seinen Anfängen als Imaging-Lösung hat sich Acronis mit Backup & Recovery 11 Advanced Server weit entfernt. Die Software bietet weit mehr als nur Imaging, sie kann eine traditionelle Backuplösung durchaus in vielen Bereichen ablösen.

Der Umgang mit dem Produkt erfordert jedoch am Anfang viel Vorbereitung und einiges an Lernaufwand, die zersiedelt und manchmal willkürliche wirkende Anordnung von Optionen in den Menüs ist verwirrend.

Im täglichen Umgang fällt das nicht weiter ins Gewicht, wer die Verwaltungskonsole allerdings nur ab und an öffnet, wird nicht ohne den einen oder anderen Blick ins (sehr gute) Handbuch auskommen. Im Test erwies sich ABR 11 als sehr zuverlässig und in den wesentlichen Dingen Komplikationsfrei.

Dass sich die Macken bei der Erkennung von unterschiedlicher Hardware durch das Update des Bootmediums unkompliziert lösen ließen, ist lobenswert. Auch die ausgezeichnete, frei zugängliche und extrem umfangreiche Knowledgebase (http://kb.acronis.com) muss positiv erwähnt werden.

Wirkliche faszinierend war die Einbindung von virtuellen Maschinen bei der Sicherung, als auch die Nutzung von Virtualisierungshosts als Instant-Wiederherstellungsoption.

Dieser Ansatz funktioniert nicht bei jedem Server, ist aber für viele typische Backbone-Systeme wie Datenbanken oder File-Server eine tolle Option, um Dienste nach Ausfällen extrem schnell wieder bereitstellen zu können. Alle Anwender, die die Software täglich nutzen wollen, sollten allerdings bei Speicherkapazität und Rechenpower für Storage-Nodes nicht sparen.

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