Dell-Experte Peter Dümig im Interview zu Server-Hardware

Von Wasserkühlung bis Lichtleiter – was gehört in einen Dell-Server?

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Wie sehen Sie die Position von Quanta im heutigen Umfeld?

Längst ist der Anbieter aus China kein No-Name mehr.
Längst ist der Anbieter aus China kein No-Name mehr.
(Bild: Quanta)

Peter Dümig: Qanta ist klassisch groß geworden als Auftragsfertiger. In einigen Marktbereichen sind sie sicher Wettbewerber. Besonders bei Systemen, bei denen Service keine Rolle spielt. Das sieht man an deren wachsenden Marktanteilen. Allerdings darf man nicht übersehen, dass die meisten deutschen Anwender großen Wert auf Service legen. Schnelle Reaktionszeit und Know-how sind wichtig, wenn mal was schief geht. Ein Anbieter wie Quanta kann das nicht erfüllen.

Ihre klassischen Kunden sind Unternehmen wie Wortmann oder Thomas Krenn. Teilweise adressieren sie Endkunden direkt und sprechen mit Google oder Facebook. Unter Umständen ist aber die Zertifizierung Angelegenheit des Kunden. Der zweite Block ist das Systemmanagement. Darin können sich Anbieter differenzieren und die Administratoren der Kunden entlasten. Deswegen mache ich mir wegen diesen Anbietern keine Gedanken.

Und wie steht es um Lenovo?

Peter Dümig: Bei Lenovo steht und fällt die Position mit der Integration der x86-Sparte von IBM. Wenn sie es schaffen, eine Produktlinie aufzubauen, ist das mittelfristig ein Wettbewerber. Ich gehe davon aus, dass der Prozess ähnlich sein wird, wie nach der Integration von IBMs PC-Sparte. Da konnte man aber nicht sehen, dass diese gut gelang. Bei der letzten Übernahme gab es schwere Verwerfungen.

Manche Kunden gaben mir außerdem die Rückmeldung, dass sie Lenovo nicht als einen Partner im Server-Bereich sehen. Der Erfolg von Lenovo im Server-Business steht und fällt mit dem Know-how seiner Mitarbeiter. Man sollte das Thema in einem dreiviertel Jahr nochmal diskutieren, wenn sich der Staub gelegt hat. Wenn sie den Start schaffen, könnte ein spannender Wettbewerber entstehen.

Wenn Sie einen Blick in die Kristallkugel wagen, wer dürften die Gewinner auf dem Server-Markt sein?

Peter Dümig: Es gab Analysten, die zwei Überlebende der großen Schlacht auf dem Markt sehen: Dell und HP. Fujitsu könnte langfristig vom Markt verschwinden. Auf ihren Heimatmärkten Deutschland und Japan sind sie zwar stark, weltweit weniger präsent. Lenovo könnte der dritte Überlebende sein, aber ihnen fehlt heute noch die Erfahrung. Bislang hatten sie eher KMUs als Kunden.

Sie könnten an den Vorbehalten zu knabbern haben, denen sie im Markt begegnen. Allerdings haben sie Know-how, Stärken in der Produktion und eine Marktmacht. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass mit den bisherigen chinesischen Servern viel auf dem deutschem Markt passiert ist.

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