Definition

Was ist Flape?

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Im Labor lassen sich auf ein LTO-Band schon 220 TByte Daten speichern. Für die Cloud-Initialisierung mit großen Datenmengen wird diese Technik unverzichtbar.
Im Labor lassen sich auf ein LTO-Band schon 220 TByte Daten speichern. Für die Cloud-Initialisierung mit großen Datenmengen wird diese Technik unverzichtbar. ( IBM)

Latenz und I/O-Verhalten bestimmen die technische Debatte, wenn es um Flash geht. Doch im wahren IT-Leben geht es vermehrt darum, die Daten von einem Ort an einen anderen zu bringen. Eine Kombination aus Flash und Tape bringt die notwendige Innovation in dieses Workflow- und Backup-Thema.

Die Idee steht schon einige Zeit im Raum. Flape. Lasst uns Flash und Tape kombinieren, warb die ActiveArchive.org noch auf einer der letzten SNW-Veranstaltungen in Deutschland. Man träumte gar davon, die Festplatte abzulösen.

Tape kann mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten streamen und schreiben als die Festplatte sequentiell Daten lesen kann. Das ist, kaum zu glauben, auch eines der größten Probleme der Tape-Technik.

Das Tape hat Potenzial

Selbst modernste Festplatten sind nämlich nicht in der Lage diese Datenmenge bereitzustellen. Doch was die Festplatte inzwischen nicht mehr schafft, das schafft Flash: Als Zwischenspeicher kann es das Bandlaufwerk „am streamen halten“.

Festplatten haben kaum Fortschritte bei der sequentiellen Geschwindigkeit gemacht haben und stagnieren seit vielen Jahren bei circa 250 MByte pro Sekunde. Bandlaufwerke hingegen werden immer schneller. Die Daten- und Spurdichte nimmt mit jeder LTO-Generation zu.

Schon bei der aktuellen LTO-7-Generation werden Geschwindigkeiten von 750 MByte/s erreichen. Bei LTO-10, das etwa m Jahr 2022 auf den Markt komm, wird ein komprimierter Datendurchsatz von 2.750 MByte pro Sekunde erwartet.

Die TCO-Hürde beim schnellen Streaming

Die Kombination aus Flash und Tape verspricht einige Vorteile, stellt den Anwender aber gleichzeitig vor einige Herausforderungen.

Die Vorteile:

  • Tape ist das preiswerteste Aufbewahrungsmedium für Daten und es ist das schnellste Speichermedium, wenn es um sequentielle Datenspeicherung geht.
  • Durch den Einsatz von Flash als Cache sind Datensicherungen auf Band so schnell wie nie zuvor.
  • Für bestimmte Anwendungen wie das Datenbank-Backup rechnet sich schon heute der Einsatz von Flape.
  • Es gibt derzeit keine Alternative für den Workflow von 8k-Videotechnik wie sie bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zum Einsatz kommen soll.
  • Stromaufnahme und Kühlung für die Aufbewahrung von Petabytes an Daten waren nie preiswerter zu haben.

Die Herausforderungen:

  • Flash und Tape so zu kombinieren, dass die Hardwarekosten nicht höher liegen als bei der Kombination von Festplatte und Tape. Dann wären die Gesamtbetriebskosten (TCO) von Flape geringer.
  • Das Wiederfinden und -herstellen von Daten ist langwieriger, könnte aber durch einen Bandroboter mit Flash-getunten Metadaten und Dateibestandteilen beschleunigt werden.
  • Es fehlt die Möglichkeit für die Objektspeicherung per S3-Schnittstelle

Noch steht das neuartige Konzept vor den großen Bewährungsproben. Hilfreich könnte ein Produkt sein, das Flape als Bandroboter-Appliance anbietet und damit auch von technisch nicht so versierten Anwendern einsetzbar wäre.

Nicht zuletzt könnten Verschlüsselungs-Viren wie Locky die Debatte um das Streaming anheizen, da die Offline-Lagerung produktiven Daten eine Schutzmaßnahme gegen die Erpresser bietet.

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