Schmalfilm auf digitale Datenträger überspielen

Wenn das Hobby zum Archivierungsproblem wird

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Eine primitive Lösung, wenn es schnell gehen soll

Die einfachste Variante des „Schmalfilm-Scannens” ist die Projektion eines relativ kleinen Bildes auf eine strukturlose weiße Pappe im Format A3. Eine Videokamera mit Makrofunktion wird auf der gleichen Achse zum Projektor und mit 90 Grad zur Leinwand aufgestellt. Darauf folgen der Angleich der Farbtemperatur und ein manueller Weißabgleich an das Projektorlicht. Ähnlich funktioniert die Aufnahme mithilfe eines Umlenkspiegels, der das Projektorbild weniger verzerrt als diese Primitivst-Methode. Ist der Schmalfilm vertont, wird die Tonspur über ein Mikrofon mit aufgenommen. Die Ergebnisse lassen sich anschließend auf einem TV-Gerät abspielen und bei Bedarf korrigieren.

Eines muss klar sein: Dieses Verfahren kann keine wirklich befriedigenden Ergebnisse liefern. Da die Bildfrequenz beider Verfahren nicht übereinstimmen, gibt es Hell-Dunkel-Schwankungen und Unschärfen, zudem sind eine hellere Mitte und Unterbelichtungen an den Rändern zu erwarten, da die Lichtstärke nicht an jeder Stelle des Bildes gleich ist.

Jedes Dia muss „sitzen”

Wo mehr Qualität gefragt ist, lässt sich Schmalfilm nicht einfach auf ein digitales Medium „überspielen”, vielmehr muss man ihn durch Einzelbild-Digitalisierung reproduzieren. Aber: Eine Spule mit etwa 120 Metern Schmalfilm besteht aus etwa 30.000 Dias mit einer Seitenlänge von jeweils 5,46 × 4,01 Millimetern. Ein Projektor spielt die Einzelbilder mit 16, 18 oder 24 Bildern pro Sekunde ab, was gerade noch schnell genug ist, damit das menschliche Auge eine Bewegung wahrnimmt. Das Zielformat PAL hingegen verwendet 25 Videobilder pro Sekunde. Bei der Digitalisierung von Schmalfilmen müssen also diese ursprünglich 16 oder 18 Bilder pro Sekunde auf 25 Bilder hochgerechnet werden.

Wer Geduld und Geschick mitbringt, kann seine Schmalfilme mithilfe eines Flachbettscanners digitalisieren. Der Scanner sollte eine Auflösung von mindestens 3.200 dpi, eine USB- oder Firewire-Schnittstelle sowie eine breite Durchlichteinheit und entsprechende Formathalter besitzen, mit der sich ein Fenster von rund 200 x 9 Millimetern Film, quer eingelegt, scannen lässt. Für dieses kleine Format müssen Film-Scanner einen höheren Dichteumfang verarbeiten als Flachbettscanner, zumal ein Schmalfilm größere Unterschiede zwischen hellstem Weiß und tiefstem Schwarz aufweist als eine Papiervorlage.

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