Schmalfilm auf digitale Datenträger überspielen

Wenn das Hobby zum Archivierungsproblem wird

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Das passgenaue Erkennen der Einzelbilder aus einem gescannten Filmstreifen ist für die Scan-Software schon relativ kompliziert. Erschwert wird die Lokalisierung des Bildzentrums durch beschädigte Transportlöcher oder Schmutzflecken. Wird ein Bild im Vergleich zu den angrenzenden Bildern etwas verschoben, erhält man später während des Abspielens ein „hüpfendes” Bild.

Jetzt kommt der „Feinschliff”

Die so entstandene digitale Datei bildet aber nur die Rohform für die endgültige Bearbeitung. Nach dem Scannen müssen die Dateien geschärft werden – zum Beispiel mit der Funktion „Unscharf maskieren“ im Adobe Photoshop. Je nach Bildgröße, Auflösung und Bildmotiv werden Parameter wie Stärke, Radius und Schwellenwert eingestellt. Fein strukturierte Bilder, wie etwa ein Baum mit vielen Zweigen, muss anders bearbeitet werden als ein großflächiges Motiv wie Berge vor blauem Hintergrund.

Ideal wäre eigentlich die Digitalisierung jedes einzelnen Bildes mit automatischem Helligkeits- und Farbausgleich. Um auch im digitalen Bereich das ursprüngliche Kontrastverhältnis zu erhalten, ermöglichen Schnittprogramme wie Adobe Premiere Elements, Final Cut von Apple oder Pinnacle Studio eine globale Korrektur von Kontrast, Tonwert und Gammawert, aber auch die Farb- oder Helligkeitsschwankungen einzelner Szenen. Eine globale Tonwert-Korrektur vergrößert jedoch die Datenmenge auf bis zu zwölf Gigabyte pro 120 Meter Film. Die Magnetspur eines Tonfilms kann im Einzelbildverfahren nicht mit abgetastet werden, sondern muss vom Projektor in den Rechner eingespielt und dann im Schnittprogramm synchronisiert werden.

Keine Komprimierung

Eine Komprimierung der Ausgangsdaten ist nicht zu empfehlen. Die spätere Umwandlung von einem komprimierten Format auf ein anderes ist nicht akzeptabel, denn was an Auflösung einmal aufgegeben wurde, lässt sich später nicht wiederherstellen. Eine unkomprimierte Fassung hingegen eignet sich auch zur verlustfreien Weiterverarbeitung mit Schnitt, Betitelung und Nachvertonung. Zudem können feine Kratzer, Korn oder eine verwackelte Kameraführung im Ausgangsmaterial sogenannte Artefakte bewirken, da der Komprimierungsalgorithmus nicht zwischen gewollten und ungewollten Elementen unterscheidet.

Den Profi ranlassen

Wem solche Eigenlösungen zu aufwendig sind, schickt seine alten Schmalfilme an eine Kopieranstalt, die sie auf DVD oder Festplatte überträgt. Bevor die alten Filme mit einem Schmalfilmscanner aufgenommen werden, durchlaufen sie zuerst eine sorgfältige Nassreinigung und Antistatikbehandlung, denn statische Aufladungen führen immer wieder zu Staubanlagerungen, die sich im Lauf der Zeit zu größeren Schmutzanhäufungen zusammenballen.

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