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Ein Kommentar von Michael Jores von Suse Weshalb OpenStack auch „Linux der Cloud“ genannt wird

Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Michael Jores von Suse: „Auf OpenStack basierende Cloud-Lösungen werden in den Unternehmen den gleichen Siegeszug erleben wie Linux auf der Betriebssystem-Ebene und werden zum Standard für Cloud-Infrastrukturen werden.“

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OpenStack ist auf dem besten Weg ist, sich ein großes Stück vom Private-Cloud-Kuchen zu sichern. Diese Dynamik brachte OpenStack den Titel „nächstes Linux“ ein.
OpenStack ist auf dem besten Weg ist, sich ein großes Stück vom Private-Cloud-Kuchen zu sichern. Diese Dynamik brachte OpenStack den Titel „nächstes Linux“ ein.
(Bild: Andrea Danti)

Im Juli 2010 startete die NASA gemeinsam mit dem Hosting-Anbieter Rackspace die Open-Source-Cloud-Initiative OpenStack. Die rund zwei Jahre später gegründete gemeinnützige OpenStack Foundation koordiniert seitdem die Entwicklung dieses rasant voranschreitenden Open-Source- Projekts, das Unternehmen eine bisher unbekannte Flexibilität bei Einführung und Betrieb einer Private-Cloud-Infrastruktur verspricht. OpenStack existiert heute in seiner siebten Distribution und mehr als 200 beteiligte Unternehmen, darunter viele namhafte Hersteller, sowie knapp 10.000 aktive Entwickler liefern ihre Beiträge in dieses Projekt. Ein Beleg dafür, dass OpenStack auf dem besten Weg ist, sich ein großes Stück vom Private-Cloud-Kuchen zu sichern. Diese Dynamik brachte OpenStack nicht nur den Titel „nächstes Linux“ ein – seine hohe Adoptionsrate bedeutet darüber hinaus, dass es schon bald jene kritische Masse erreicht hat, für die Linux früher noch 15 Jahre brauchte.

Eine große Teilnahme ist eine spannende Sache, das ist klar. Aber fährt der Wagen auch Richtung unternehmenskritischer Infrastrukturtechnologie und -funktionalität, nur weil er voller wird? Bedeutet ein zunehmender Hype eine zunehmende Adoption in Unternehmen? Vieles spricht dafür. Michael Jores, Regional Director Central Europe bei SUSE, sieht hierfür klare Indikatoren. Aus seiner Sicht gibt es die nachstehenden und auch überzeugenden Argumente aus der Praxis, dass OpenStack sich in den Unternehmen etablieren wird.

Vielfalt

„Heutige IT-Umgebungen in Unternehmen sind komplex und nicht ausreichend auf offene Standards ausgerichtet. Je größer das Unternehmen, desto mehr Vielfalt an Komponenten, die in einer IT-Umgebung zusammenarbeiten sollen. Das betrifft zum Beispiel die Hypervisoren. Unternehmen virtualisieren immer größere Teile ihrer Infrastruktur und die Komplexität der IT-Umgebungen erstreckt sich damit über die physikalische und die virtuelle Welt.

Mit der Virtualisierung gestartet sind Unternehmen häufig mit einem einzigen Hypervisor. Seit sich jedoch Open-Source-Alternativen wie KVM und Xen herausgebildet haben, die auch unternehmenskritische Workloads zuverlässig prozessieren – und Microsoft mit Hyper-V auf dem Vormarsch ist – stellen Kunden zunehmend auf gemischte Hypervisor-Umgebungen um, die ihnen eine Kosten- und Leistungsoptimierung ermöglichen.

OpenStack in der Implementierung von Suse ist die einzige Enterprise-Cloud-Plattform, die jeden einzelnen der großen Hypervisoren unterstützt. Mit Suse Cloud können Kunden gemischte Cloud-Umgebungen konstruieren und diese mit einer einzigen Plattform verwalten. Das ermöglicht die größte Bandbreite an Workloads und senkt zugleich die Betriebskosten. Solange IT-Infrastrukturen immer flexibler werden müssen, dabei heterogen sind und gleichzeitig offene Standards bedienen müssen, suchen Unternehmen Cloud-Lösungen, die dieser Vielfalt Herr werden.

Flexibilität

Das Versprechen der Cloud ist unter anderem, dem Nutzer mehr Flexibilität zu geben – sozusagen „Rechenleistung aus der Steckdose“. Das ist aber nur möglich, wenn offene Standards bei technischen Schnittstellen und entsprechende Kompatibilität der Cloud-Implementierungen es dem Nutzer erlauben, seine Anwendungen frei zu migrieren – zwischen der privaten Cloud im eigenen Rechenzentrum und einem Cloud-Serviceanbieter oder auch zwischen unterschiedlichen Anbietern. Diese Bewegungsfreiheit ist dringend erforderlich, um die Flexibilität einer Cloud-Implementierung auch tatsächlich einmal nutzen zu können, ohne sich wieder in eine Herstellerabhängigkeit zu begeben.

Offene Standards werden seit Jahren durch die Open-Source-Software-Entwicklung vorangetrieben. OpenStack steht hier mit seiner hohen Akzeptanz in der Open Source Community und in der IT-Industrie an erster Stelle, wenn es um Realisierung der notwendigen Schnittstellen und Standards für Cloud-Infrastrukturen geht.

Popularität

Linux hat sich seinen Platz im Enterprise-Markt längst erworben. Die Technologie entwickelte sich und Unternehmen wie Suse begannen bereits vor 20 Jahren, Support und Consulting in Enterprise-Qualität anzubieten. Im Unternehmen sah man Linux nicht nur mehr als interessante Randerscheinung, sondern begann, die Qualität der Technik zu begutachten.

Eine breitere Akzeptanz von Linux führte dazu, dass Unternehmen ihre Scheu vor Open Source verloren. Sie brauchen sich schließlich nur einige der schnellsten (SuperMUC) und bekanntesten (IBM Watson) Supercomputer der Welt anzuschauen und finden eine Musteranleitung dafür, wie man Linux für hochkomplexes und hochverfügbares Computing nutzen kann. Der Erfolg von Linux in der Unterstützung geschäftskritischer Umgebungen, wie zum Beispiel im Einsatz bei der Deutschen Flugsicherung, erzeugt den entsprechenden Aufwind für OpenStack und treibt die Akzeptanz in der Unternehmens-IT schneller voran als sein prominentes Vorbild Linux es vermochte.

Governance

Einer der Einwände gegen Open-Source-Software ist, dass es keinen einzelnen „Besitzer“ der Software gibt, was zu unterschiedlichen Entwicklungspfaden führen könnte. Wir bei Suse denken, dass Vielfalt und alternative Lösungsvorschläge eine der Tugenden von Open Source ist – dass es aber auch wichtig ist, dass Projekte reife und transparente Governance-Modelle entwickeln.

Die OpenStack Foundation, zu der Suse als Platin-Sponsor beiträgt, wurde ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass OpenStack einer langen Liste an Anforderungen gerecht wird, die nicht nur von einem einzelnen Anbieter gestellt werden. Dies hat zwei Vorteile: Erstens beschleunigt es die technische Innovation, die wiederum die schnelle Akzeptanz vorantreibt. Zweitens garantiert es Nutzern offene Standards, wenn sie eine OpenStack-basierte Cloud einrichten möchten und befreit Unternehmen so von dem Risiko, das sie bei einer Entscheidung für eine bestimmte proprietäre Lösung eingehen würden.

Open-Source-Projekte werden ihre Kraft immer aus der Überlegenheit ihrer vielen Teilnehmer mit unterschiedlichsten Anforderungen ziehen. Eine große Community und das gemeinsame Interesse, unterschiedlichste Erfahrungen und Anforderungen in einer Lösung zusammenzuführen, sind zwei der Hauptgründe für den Erfolg von OpenStack – doch die praktischen Gründe sind es, die OpenStack in der Unternehmens-IT etabliert. Die technischen Reize von OpenStack machen es zum unangefochtenen Champion für die Enterprise Cloud.“

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