Kommentar von Dirk Schiller und René Stolte, Computacenter

Wie gelingt der Start in die Cloud?

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Scheibchenweise in die eigene Wolke

Ohne Frage, auch mithilfe externer Experten bleibt der Aufbau einer eigenen Private Cloud ein komplexes Unterfangen. Wer hierbei schrittweise vorgeht, kann den Prozess gut entzerren und schnell erste Erfolge vorweisen. Unternehmen sollten sich zunächst ruhig Teilbereiche vornehmen. So kann beispielsweise nur die SAP-Infrastruktur für Test- und Entwicklungssysteme dynamisiert und flexibilisiert und als Private Cloud ausgebaut werden.

Das Hauptaugenmerk gilt der Automatisierung und der effizienten Ressourcennutzung. Im SAP-Umfeld müssen typischerweise Schulungs- und Testsysteme schnell bereitgestellt werden. Dabei muss der Zweck die eingesetzten Mittel heiligen. Werden diese Systeme häufiger als einhundert Mal im Jahr benötigt, sollte der Bereitstellungsprozess vollständig automatisiert sein, damit ein komplett eingerichtetes SAP-Testsystem innerhalb weniger Minuten verfügbar ist. Tritt dieser Fall dagegen nur einmal monatlich auf, lohnt es sich eher, Teilschritte zu automatisieren und noch geringen manuellen Aufwand zuzulassen.

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Sollen Webserver-Farmen fit für die Cloud werden, sieht das Vorgehen wie folgt aus: In diesem Umfeld müssen hohe Lastspitzen flexibel abgefangen werden. Dafür ist jeweils ein hoher Virtualisierungs-, Standardisierungs- und Automatisierungsgrad notwendig. Im Gegensatz zu SAP-Umgebungen bestehen Webserver-Farmen aus vielen gleichartigen Systemen, sodass ein hoher Automatisierungsgrad wesentlich einfacher zu erreichen ist. Nach der maßgeschneiderten Virtualisierung und Automatisierung kann im dritten Schritt überlegt werden, wie die Services quasi als Cloud-Produkte über Self-Service-Portale angeboten, oder per Mail aus dem Service-Katalog bestellt werden sollen.

Gute Aussichten für Hybridwolken

Das Thema Private Cloud ist in den Unternehmen angekommen. Jetzt geht es darum, den Einstieg strategisch und methodisch konkret zu gestalten. Das funktioniert nur, wenn die Ausgangslage hinreichend gut analysiert wurde. Ist die Frage nach der Cloud-Reife ausreichend beantwortet, liefert ein maßgeschneiderter Maßnahmenkatalog den Wegweiser für die Reise in die Cloud, und zwar nicht nur in die Private Cloud.

Inzwischen gilt die scheinbar mangelnde Sicherheit besonders bei größeren Unternehmen nicht mehr als Totschlag-Argument gegenüber Public-Cloud-Angeboten. Viele CIOs prüfen sehr genau, welche Einsparmöglichkeiten das Service-orientierte Modell bietet. In den kommenden Jahren werden große Unternehmen und der gehobene Mittelstand Cloud-Angebote in Kombination mit der eigenen Infrastruktur nutzen. Die Herausforderung besteht dann darin, den optimalen Mix aus externen Services und eigenen Diensten zu finden.

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