IT-Consumerization – wenn der mobile Client seine Leistung aus der Cloud bekommt Wie man virtuelle Clients und Selfservice in Einklang bringt

Redakteur: Rainer Graefen

Anwender wollen auf ihre Daten überall und über verschiedenste Geräte zugreifen: morgens am PC im Büro, unterwegs per Smartphone oder Tablet-PC und abends über den Mac zu Hause. Die IT kann dieses Bedürfnis aus dem "Cloud-Rechenzentrum" bedienen.

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(Foto: Netapp)

Der Trend „IT-Consumerization“, die berufliche Nutzung für den privaten Gebrauch entwickelter Geräte wie iPads oder iPhones, bringt einerseits eine große Vielfalt an Client Hardware, Betriebssystemen und Versionen in die Unternehmen und steigert andererseits den Einfluss der Endanwender auf die Art der eingesetzten Clients.

Für CIOs in Unternehmen ebenso wie für Anbieter von Managed Workplace Services (MWS) bedeutet dies hohe Anforderungen an die Bereitstellung und Qualität der Services. Ohne Virtualisierung auf breiter Front lässt sich diese Kom-plexität bei sinnvoller Kosten-Nutzen-Relation kaum bewältigen.

Die alten Infrastrukturen können viel, aber nicht alles

Computacenter ist einer der führenden IT-Dienstleister im Bereich Desktop Outsourcing. Die bestehende Infrastruktur bot zwar End-to-End Outsourcing für Clients, einschließlich Management-Umgebung und Services für unter anderem Files, Mail, Web und Print, sollte aber dennoch abgelöst werden – zu sehr baute sie auf dedizierte Infrastrukturblöcke.

Computacenter wollte daher mit einer Cloud-fähigen Referenzarchitektur neue Wege gehen und

  • die gestiegenen Anforderungen an das Desktop Outsourcing erfüllen,
  • sowie das umfangreiche Service-Portfolio im Rahmen einer Shared IT-Infrastruktur effizient und flexibel bedienen.

„Die Ansprüche an die neue Infrastruktur bestanden vor allem hinsichtlich Mandantenfähigkeit und Performance. Zudem musste im Rechenzentrum ein sehr hoher Grad an Virtualisierung möglich sein, da sich das Endgeräte-Computing geändert hat“, erklärt Tobias Geber-Jauch, CTO Managed Services Factory bei Computacenter. „Flexible Skalierbarkeit, mobiles Computing und eine möglichst schnelle Bereitstellung von Diensten sind von Kundenseite stärker gefragt als je zuvor.“

Jederzeit virtualisierte Clients aus der Cloud

Computacenter begann Anfang 2010 mit der Entwicklung der neuen Managed Workplace-Produkte und definierte parallel die Kriterien für eine Referenzarchitektur. Gefordert war hohe Performance, da Clientvirtualisierung viel Prozessorleistung und Memory sowie CPU-Elastizität erfordert.

Wer Clients aus der Cloud bezieht, stellt hohe Ansprüche an die Flexibilität: Die Anzahl der Arbeitsplätze muss von heute auf morgen an den aktuellen Bedarf angepasst werden können. Diese Dynamik musste sich in der neuen Infrastruktur abbilden lassen.

Zudem wollte Computacenter eine hohe I/O-Bandbreite zwischen der Rechenarchitektur und dem Storage, da gerade zu Spitzenzeiten die Zugriffsraten in die Höhe schnellen. Auch hier steht und fällt die Kundenakzeptanz der Clientvirtualisierung mit der Performance: Wer lange warten muss, nutzt das Angebot nicht. Beim Storage wollte Computacenter die bisherige Trennung in SAN, NAS und verschiedene Speicherklassen aufheben.

Flexpod Lösung mit Cisco, Netapp und VMware

Mittlerweile erwarten Kunden eine immer höhere Qualität und Flexibilität der Datenhaltung: Folglich müssen Daten nahtlos migrierbar sein; Dienste für Archivierung- und Backup-to-Disk sollen effizient und kostengünstig integriert werden können.

Im Sommer 2010 folgte eine vergleichende Machbarkeitsstudie der für den Infrastruktur-Stack notwendigen Komponenten Netzwerk, Storage und Server. Wie gut funktioniert die komplexe Kommunikation zwischen physischer Hardware, Virtualisierungsschichten und Business-Applikationen? Wie steht es um die für Outsourcing Services unabdingbare Performance und Stabilität?

Eine Komplettlösung boten Cisco, Netapp und VMware mit FlexPod an. FlexPod ist ein validiertes, einheitliches und vorab getestetes Datacenter „Out of the Box“, das für eine Reihe von Applikationen optimiert und für virtuelle Infrastrukturen und Umgebungen mit sicherer Mandantenfähigkeit konfiguriert wurde.

Die Lösungskomponenten

Den Kern bildet eine flexible, skalierbare Shared IT-Infrastruktur aus Cisco Unified Computing System (UCS) Blade Servern, Cisco Nexus Switchen und Netapp Unified Storage. Daraus wird in Kombination mit VMware-Lösungen ein Cloud-fähiges Rechenzentrum im Rack-Format: VMware vSphere built on FlexPod.

„Für unsere Managed Workplace Services haben wir mit Flexpod als dynamische Infrastruktur für Citrix XenDesktop die optimale Lösung gefunden“, so Tobias Geber-Jauch. „Und das gilt nicht nur für die einzelnen Komponenten, sondern auch für die Gesamtlösung sowie den Support. Cisco, NetApp und VMware haben uns beim Aufbau mit ihrem Knowhow umfassend unterstützt.“

Es besteht ein übergreifendes Support-Modell der drei Hersteller, die bei technischen Fragen gemeinsam die Lösung erarbeiten. Zuständigkeitsfragen kommen erst gar nicht auf, da der Kunde einen dedizierten Ansprechpartner erhält.

Serverprofile vereinfachen Replizierung von VMs

Für Cisco UCS sprach unter anderem das Profilkonzept, über das sich per Mausklick einfach und zeitsparend zusätzliche Server bereitstellen lassen. Beim Storage waren Manageability und Effizienz die Schlüsselkriterien. Hier war die Netapp Unified-Architektur anderen Storage-Systemen mit NASGateway überlegen.

„Der Netapp Storage war innerhalb von zwei Tagen lauffähig konfiguriert und einsatzbereit“, sagt Christian Hietzschold, Architect Managed Services Factory bei Computacenter. „Und das System lief von Beginn an so, wie wir das wollten – unter anderem dank der ausgezeichneten Systemlogik. Beim Deduplizieren und Komprimieren ist Netapp sehr weit vorne, und zwar über das gesamte Speichersystem.“

Ende 2010 begann der Umbau der beiden Rechenzentren in Frankfurt. Aus Gründen der Katastrophensicherheit liegen die Gebäude rund 10 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt und sind redundant aufgebaut.

Substanzielle Einsparungen, mehr Wirkung, bedarfsgenaue Flexibilität

Pro Rechenzentrum dienen zwei Netapp FAS3270 als primärer, aktiver Storage. Ebenfalls pro Rechenzentrum implementierte Computacenter je zwei FAS3140 als Sekundärspeicher für das Backup. Netapp SnapVault sichert alle Daten blockdifferenziell von den Produktivsystemen auf die Backupsysteme.

Ebenfalls redundant ist die Switch-Infrastruktur mit je zwei Cisco Nexus 7000 pro Rechenzentrum für das Netzwerk und Cisco MDS für die FC SAN-Anbindung. Vervollständigt wird die Infrastruktur mit Cisco UCS Blade Server Systemen sowie VMware vSphere und vCenter. Im April 2011 ging das neue Shared Datacenter mit Managed Workplace Services in Betrieb.

Flexpod hat die Leistungs- und Kosteneffizienz bei Computacenter deutlich gesteigert. „Da wir die virtuellen Maschinen konsequent mit Netapp deduplizieren, sparen wir bis zu 90 Prozent des sonst notwendigen Speicherbedarfs. Beim Fileservice sind es 30 Prozent. Beides kommt den Herstellerangaben überraschend nahe“, so Christian Hietzschold.

Flash-Einsatz senkt Strombedarf

Ohne Flexpod konnte das Unternehmen bisher zudem nur 50 Prozent der Rohkapazität nutzen. „Mit sämtlichen Storage-Optimierungen haben wir den Nutzungsgrad auf 150 Prozent erhöht“, betont der IT-Architekt. Gleichzeitig sank der Bedarf für Platz, Strom und Kühlung um über 30 Prozent, da sich dank Beschleunigung durch Netapp Flash Cache wesentlich kostengünstigere und kapazitätsstarke SATA Disks einsetzen lassen.

„Dass wir mit Flexpod unsere Stromkosten monatlich um ein Drittel senken, erhöht unsere Wettbewerbsfähigkeit enorm.“ In hohem Maße profitiert Computacenter auch vom integrierten Backup des NetApp Storage. „Die Snapshots von NetApp sind extrem lastarm“, fährt Christian Hietzschold fort. Speziell die Integration mit Anwendungen wie SAP, Microsoft Exchange oder SQL Server bringt große Vorteile.

„SnapManager steuert die gesamte Applikation so an, dass konsistente Snapshots entstehen. Dies vermeidet die extrem hohen Lastspitzen, die früher beim klassischen Backup auf DataDomain Storage anfielen. Statt wie vorher über Nacht ist das Backup mit Netapp nach einer Minute fertig.“

Flexibilität und Automatisierung mit Self-Service

Ob Art der Speicherklasse, Höhe der Performance oder schnelle Erweiterung - um Server Blades oder Disk Shelves, virtuelle Clients, Maschinen oder Applikationen – in der privaten Flexpod-Cloud gibt es im Prinzip keine Grenzen. Dazu funktionieren Änderungen extrem schnell, einfach und ohne erst große Change-Projekte aufsetzen zu müssen.

Die Mandantenfähigkeit der Flexpod-Architektur gibt zahlreichen Kunden nicht nur sicheren Raum auf der Plattform. Sie lässt alle an den flexiblen Möglichkeiten der Provisionierung von Clients und Services teilhaben. Computacenter kann so die Betriebskosten senken und die Verwaltung vereinfachen. Mit NetApp OnCommand Operations Manager hat die Administration die Umgebung im Griff und kann bei Bedarf schnell Anpassungen vornehmen.

Bereits heute hat Computacenter auf der Infrastrukturebene einen sehr hohen Automatisierungsgrad erreicht und will diesen Erfolg auf der Serviceebene fortsetzen. Anstelle eines manuellen Bestellprozesses soll dieser automatisiert erfolgen. Der Anwender soll den passenden virtuellen Client sowie die Applikationen einfach auswählen und per Mausklick sofort nutzen können.

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