Software-Report von GP Bullhound

Wie Unternehmen unnötige Cloud-Ausgaben vermeiden können

| Autor / Redakteur: Julian Riedlbauer* / Florian Karlstetter

Mutli-Cloud-Lösungen und Infrastrukturmanagement werden immer beliebter; damit steigen auch die Cloud-Ausgaben in Unternehmen, so zwei Kernaussagen des Reports „Global Software Market Perspectives“ für das Q2 2019 von GP Bullhound.
Mutli-Cloud-Lösungen und Infrastrukturmanagement werden immer beliebter; damit steigen auch die Cloud-Ausgaben in Unternehmen, so zwei Kernaussagen des Reports „Global Software Market Perspectives“ für das Q2 2019 von GP Bullhound. (Bild: gemeinfrei (stevepb / pixabay) / Pixabay)

Alle Zeichen stehen auf Cloud! Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage von Bitkom Research und KPMG, bei der mehr als 500 Unternehmen in Deutschland im Jahr 2018 zur Nutzung von Cloud Computing befragt wurden: 73 Prozent gaben an, bereits Cloud-Dienste in ihrem Unternehmen einzusetzen.

Dies führt dazu, dass auch der Umsatz mit Cloud Computing rasant ansteigt. Genauer gesagt, wächst dieser laut Gartner bis 2022 weltweit auf über 300 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass Unternehmen immer mehr Geld für diese Dienste ausgeben. Doch wie viel Cloud braucht ein Unternehmen wirklich? Und wie behalten IT-Manager bei Hybrid Cloud, Multi Cloud, Private Cloud und Co. eigentlich noch den Überblick?

Die Cloud, fast schon ein Alleskönner

Immer mehr Unternehmen setzen auf die Cloud. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die einen nutzen die Cloud ausschließlich für E-Mails, die anderen nehmen gleich mehrere Dienste für verschiedene Zwecke in Anspruch. In einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes gaben 61 Prozent der befragten Unternehmen 2018 an, kostenpflichtige Cloud-Dienste für die Speicherung von Daten zu nutzen. 48 Prozent verwenden die Cloud für E-Mails, 34 Prozent für Office-Anwendungen, ein Drittel für den Betrieb von Unternehmensdatenbanken, 28 Prozent für Software-Anwendungen im Finanz- oder Rechnungswesen, 19 Prozent für die Rechenkapazität zur Ausführung von unternehmenseigener Software und 19 Prozent für die CRM-Software.

Unnötige Cloud-Ausgaben im Unternehmen reduzieren

Um ihre Anforderungen abdecken zu können, haben viele Unternehmen mehrere Dienste implementiert. Dabei ist es für einige schwierig geworden, noch den Überblick zu behalten, welcher Dienst genau wofür genutzt wird. Auch sind die Cloud-Preise komplexer geworden. Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihren eigenen Bedarf an Rechenressourcen im Rahmen aktueller Cloud-Preismodelle effizient zu decken beziehungsweise wirklich zu wissen, welche Lösung die effizienteste für die eigenen Anforderungen ist. Dementsprechend führte dies in den vergangenen Monaten zu einer erheblichen Erhöhung unnötiger Mehrausgaben in Unternehmen aufgrund von ungenutzten oder auch überversorgten Cloud-Ressourcen. Das zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen Software-Reports, den wir von GP Bullhound regelmäßig herausgeben.

Hier ist es nun unter anderem wichtig, dass sich Unternehmen bewusst machen, welche Dienste im Hintergrund laufen, die gar nicht notwendig wären. Eine Unterstützung dabei bieten Drittanbieter von automatisierten Cloud-Management-Plattformen. Sie geben Unternehmen einen besseren Einblick in die Cloud-Ausgaben und die Ressourcennutzung von Unternehmen und ermöglichen es IT-Managern, ihre Cloud-Strategie zu optimieren und unnötige Kosten zu reduzieren.

Ein Markt, der sich zusehends konsolidiert: So hat das US-Unternehmen Flexera erst im Juni 2019 Risc Networks übernommen, nachdem sich der Bostoner Anbieter Turbonomic bereits im Mai die Konkurrenz von ParkMyCloud einverleibt hatte. Im gleichen Monat sicherten sich außerdem die Washingtoner von Apptio das technologische Know-how von CloudAbility, und knapp sechs Wochen zuvor kaufte das in Tel Aviv gegründete Cloud-Automation-Start-up Spotinst das Expertenteam von Stratcloud.

Doch damit fällt die Auswahl nicht unbedingt leichter. Unternehmen sollten unbedingt evaluieren, welche Dienste sie noch zusätzlich benötigen und wie sie diese vielleicht kombinieren können, um Kosten zu sparen. Zwei Lösungen, die sich bewährt haben, sind die Hybrid Cloud und die Multi Cloud.

Hybrid Cloud – zwei Clouds, eine Managementebene

Einsatz kostenpflichtiger Cloud-Dienste im Überblick.
Einsatz kostenpflichtiger Cloud-Dienste im Überblick. (Bild: Statistisches Bundesamt / Statista)

Die Hybrid Cloud besteht aus Private und Public Clouds. Sie vereint die Vorteile der Private Cloud mit den Cloud-Diensten einer Public Cloud und bietet Unternehmen mehr Flexibilität, indem sie die Arbeitsprozesse je nach Kosten und Anforderungen zwischen den Cloud-Lösungen verschiebt. Zudem ermöglicht sie Unternehmen eine bessere Kontrolle über private Daten. Ein großer Vorteil der Hybrid Cloud ist es auch, dass sie auf einer Managementebene basiert und nicht aus einzelnen Cloud-Umgebungen besteht, die auch einzeln verwaltet werden müssen.

Multi-Cloud-Lösungen werden immer beliebter

Wenn Unternehmen dann in ihrer Cloud-Strategie reifen, stehen sie vor der Herausforderung, die IT-Kosten zu senken, Anwendungen zu standardisieren und die Sicherheit zu erhalten. Zusätzlich wollen sie auch einfach flexibler werden. Eine Lösung dafür bieten Multi-Cloud-Strategien. Sie ermöglichen es Unternehmen, basierend auf den spezifischen geschäftlichen, technischen, regulatorischen und budgetären Anforderungen, verschiedene Cloud-Services von einer Vielzahl von Anbietern auszuwählen.

Dabei gilt: Eine Multi-Cloud-Strategie hat zwar viele Vorteile, wie zum Beispiel nicht mehr von einem einzelnen Anbieter abhängig sein zu müssen oder für die unterschiedlichen Anforderungen eine passende Lösung parat zu haben. Sie bringt jedoch eine zusätzliche Ebene der IT-Management-Komplexität mit sich. Diese wird zwar von Cloud-Management-Plattformen abgedeckt, dennoch sollten IT-Manager die Möglichkeit haben, flexibel sein zu können und die jeweilige Infrastruktur an ihre Anforderungen anpassen zu können. So gelingt es Unternehmen, die Abhängigkeit von einem Anbieter zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen und das Maß an Ausfallsicherheit zu bieten, das erwartet wird, um sowohl interne als auch kundenseitige Anforderungen zu erfüllen.

Die Cloud als Hilfsmittel zur digitalen Transformation

Julian Riedlbauer, Partner und Leiter der deutschen Niederlassung des internationalen M&A-Beraters und Tech-Investors GP Bullhound.
Julian Riedlbauer, Partner und Leiter der deutschen Niederlassung des internationalen M&A-Beraters und Tech-Investors GP Bullhound. (Bild: GP Bullhound)

Die Cloud ist aus vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Richtig angewendet, kann sie auch ein großartiges Hilfsmittel bei der digitalen Transformation sein. Dabei ist es wichtig, genau zu evaluieren, welche Dienste wirklich benötigt werden und wie diese eventuell miteinander kombiniert werden können, um Kosten zu sparen und gleichzeitig flexibel agieren zu können sowie wettbewerbsfähig zu bleiben.

*Der Autor: Julian Riedlbauer ist Partner und Leiter der deutschen Niederlassung des global führenden Technologie-M&A-Beraters und -Investors GP Bullhound. GP Bullhound berät Technologie-Unternehmen, Gründer und Investoren bei Unternehmenskäufen und -verkäufen (M&A) sowie Wachstumsfinanzierungen. Seit seiner Gründung 1999 in London hat GP Bullhound mittlerweile Standorte in San Francisco, Stockholm, Berlin, Manchester, Hongkong, Paris, Madrid und New York.

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