Kommentar von Jon Toigo, Toigo Partners International

Williamsons Reibungstheorie und Cloud-Speicher

| Autor / Redakteur: Jon Toigo (Übersetzung Nico Litzel) / Nico Litzel

Jon Toigo hat sich in die Schriften des Nobelpreisträgers Oliver Eaton Williamson (im Bild) vertieft.
Jon Toigo hat sich in die Schriften des Nobelpreisträgers Oliver Eaton Williamson (im Bild) vertieft. (Bild: © Prolineserver 2010, Wikipedia/Wikimedia Commons)

Eines meiner heimlichen Vergnügen im Sommer ist es, in leichter Lektüre zu schmökern, in der es mal nicht um Storage geht. Diesen Sommer habe ich mich in die Schriften von Oliver Williamson verliebt, dem 2009 der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen wurde.

Ja, das ist nicht gerade „50 Shades of Grey“ oder einer üblichen Sommerlesehits der vergangenen Jahre. Ich finde es aber extrem bewusstseinserweiternd, sich auf die Arbeit von Nobelpreisträgern zu stürzen. Meistens treibt mich das, was ich da lese, dazu, in weiteren Werken zu forschen, um ein noch tieferes Verständnis der Materie zu erlangen.

Nun gut, als ich nun so las, was Williamson über „Reibung“ zu sagen hatte, da dämmerte mir plötzlich, dass ich hier über Speichertechnik und den „Infrastruggle“ lese. Williamson und seine Kollegen betrachten Reibung nicht als physikalische Kraft, die einer Bewegung entgegenwirkt, sondern als Funktion der Finanzmärkte – insbesondere in Bezug auf die Transaktionskosten innerhalb eines Marktes. Ehe Sie jetzt mit den Augen rollen und zu einem anderen Artikel springen, lassen Sie mich die Reibungstheorie der Ökonomen kurz zusammenfassen.

Interne und externe Transaktionskosten

Alle Transaktionen in einem Markt werden von internen und externen Gegebenheiten (Kosten) beeinflusst, die Reibung erzeugen. Beispiele für externe Transaktionskosten lassen sich leicht finden. Sie möchten ein Produkt kaufen, etwa eine Speicherausrüstung. Sie müssen die Abschreibung und die Steuerschulden bei dieser Transaktion mit berücksichtigen, denn auch der Staat will ja seinen Anteil. Sie müssen sich zudem mit den Versanddetails befassen, etwa wie schnell die Ausrüstung bei Ihnen im Haus ankommen wird.

Auch müssen Sie eventuelle Verzögerungen aufgrund von Problemen in der Lieferkette mit einplanen. Dann sind da schließlich noch die Kosten für die Zusatzsoftware und Sie müssen sichergehen, dass die Funktionen, die Sie kaufen, auch tatsächlich mit dem Controller zusammenarbeiten, der in der Bestellung aufgeführt ist. Diese Liste lässt sich noch weiter führen, aber bereits jetzt bekommen Sie wohl schon eine Vorstellung von Reibung im ökonomischen Sinne.

Reibung im Sinne von Kopfschmerzen und Stress

Externe Transaktionskosten üben eine Kraft auf den Kauf aus, was da zu führt, dass es zu einer Art Reibung kommt – weniger im Sinne von Hitze und Verschleiß, sondern vielmehr im Sinne von Kopfschmerzen und Stress.

Bleiben noch die internen Transaktionskosten – das ist das andere Phänomen, das Reibung erzeugt und mit dem sich Williamson und seine Kollegen im Rahmen ihrer Forschung befassen. Interne Transaktionskosten werden von ihm ziemlich ausführlich beschrieben, sie lassen sich aber für gewöhnlich auf die Auswirkung einer Entscheidung – oder eine Reihe von Entscheidungen – herunterbrechen, proprietäre Ausrüstung zu kaufen und einzusetzen, die sich nicht für einen besonderen Zweck oder eine gemeinsame Verwaltung eignet. Mit anderen Worten, die Art, wie die meisten von uns von der Speicherindustrie beschwatzt wurden, um unsere Speicherausrüstung zu kaufen.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 36906930 / Outsourcing)