Umfrage zu Software-defined Storage, Teil 3

Wird Storage unkontrollierbar?

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Tina Billo

Aus Sicht von Florian Bettges, Category Manager Hybrid IT und Cloud Solutions bei HPE, sind bei On-Premise-Konzepten hybride Lösungen im Kommen.
Aus Sicht von Florian Bettges, Category Manager Hybrid IT und Cloud Solutions bei HPE, sind bei On-Premise-Konzepten hybride Lösungen im Kommen. (Bild: HPE)

Software-defined Storage und die Cloud nehmen alle Daten auf – egal wie viele in einem Unternehmen produziert werden. Allerdings sind sie dann oft in verwinkelten Partitionen verstreut, eine Bergung bestimmter Daten wird immer komplizierter – und kostspieliger. Haben sich die Cloud und SDS als Großspeicher erledigt? Dies ist Thema des dritten Teils unserer SDS-Umfrage.

"Tatsächlich tendieren immer mehr Unternehmen dazu, ihre Verlagerung in die Cloud ein Stück weit zu überdenken oder sogar zu revidieren", kommentiert Florian Bettges, Category Manager Hybrid IT und Cloud Solutions bei HPE.

"Ein Grund dafür ist die steigende Anzahl an SDS-Lösungen in Kombination mit KI-Implementierungen. Diese erlauben ein On-Premise-Konzept mit der gleichen, einfachen Benutzererfahrung umzusetzen, die man sonst nur von Cloud-Anbietern kennt. In Summe kommt es zu immer mehr hybriden Lösungen."

Stärken von SDS lassen sich nicht wegdiskutieren

"Die Antwort hängt von den Anforderungen der IT-Abteilung ab", führt Christian Winterfeldt, Country Manager Germany, Converged Platforms and Solutions Division, Dell EMC, aus. "Will man die Speicherbereitstellung automatisieren, um beispielsweise eine neue virtuelle Maschine anzulegen, dann sind die Vorteile ganz klar auf Seiten von Software Defined Storage. Gerade VMware hat sein vSAN exzellent in das eigene vSphere-Ecosystem eingebunden,sodass der Administrationsaufwand deutlich reduziert wurde.

Außerdem ist ein Performance-Tuning möglich, nur eben nicht wie beim klassischen SAN-Storage. Dafür gibt es Alternativen im SDS-Umfeld, die deutlich mehr Flexibilität bei der Konfiguration und beim Performance-Tuning des Storage-Subsystems erlauben – ein Beispiel hierfür ist ScaleIO. Hier verhält sich das Software-defined Speichersystem fast wie ein SAN und lässt sich dabei noch besser skalieren."

Cloud-Storage und SDS bieten sich für bestimmte Szenarien an

"Der Einsatz von Cloud-Storage als Remote Storage ist sinnvoll für Use Cases wie Archivierung, Backup und Disaster Recovery. Unternehmen verfügen dann einfach über eine weitere Infrastruktur, um Daten aufzubewahren, die sie in der Regel nicht selbst vorhalten und administrieren müssen", stellt Gerald Sternagl, Business Unit Manager Storage EME bei Red Hat, klar. "Das gilt auch für unstrukturierte Daten, auf die sich SDS konzentriert. Entsprechende Archivierungssoftware kann hier für ‚Licht im Kellerabteil‘ sorgen."

Viele Kunden migrierten jedoch nicht nur ihre Daten, sondern auch ihre Applikationen in Public Clouds. Dies sei dann nur ein weiteres Infrastrukturmodell, das mehr Flexibilität, dynamische Erweiterbarkeit ohne große Investitionen und eine fast gleichwertige Service-Qualität bieten könne. Eine Kostenersparnis, wie sie viele Anwender erwarten, ist hier gegenüber einer gut gemanagten und automatisierten Rechenzentrums-Infrastruktur meistens jedoch nicht gegeben, berichtet Sternagl.

SDS macht die IT Multi-Cloud-fähig

Für Erik Sterck, geschäftsführender Gesellschafter der Erik Sterck GmbH, bieten SDS-Lösungen "häufig sehr gute Möglichkeiten der Datenverteilung an". Dabei könne flexibel entschieden werden, welche Daten besser lokal betrieben, und welche Daten und Services hingegen aus der Cloud zur Verfügung gestellt werden sollten. "Erfahrungsgemäß verfügen Software-gesteuerte Lösungen dabei deutlich eher über Funktionalitäten, die diesen Mischbetrieb unterstützen oder ihn erst möglich machen", so der Geschäftsführer.

"SDS ist für IBM die Grundlage dafür, bestehende Infrastrukturen im Rechenzentrum zu optimieren und zu modernisieren sowie neue Workload-Architekturen aufzubauen. Ich denke dabei an Big Data, AI-Systeme etc", so Ralf Colbus, Leading Solution Sales Professional Storage bei IBM Deutschland. "Darüber hinaus verwenden wir im Rechenzentrum dieselben Technologien wie in der Cloud. SDS schafft also auch einen Multi-Cloud-Übergang. Die Abrechnungsmodelle sind natürlich verschieden."

Wie immer entscheidet der Anwendungsfall

Die Antwort auf unsere eingangs gestellte Frage lautet also wieder einmal "es kommt darauf an". Primär bietet sich die Cloud sowie die Multi- und Hybrid-Cloud für Archivierung, Backup und Disaster Recovery an. Ebenso verhält es sich mit SDS, das seine Stärken in der Aufbewahrung von unstrukturierten Daten hat. Über eine gut ausgebildete Archivierungssoftware kommt aber kein Unternehmen herum.

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