Speicherinfrastrukturen müssen passen

Workload-Betrachtung erleichtert die Auswahl

| Autor / Redakteur: Güner Aksoy / Tina Billo

Güner Aksoy ist Sales Director Central Europe bei Pure Storage.
Güner Aksoy ist Sales Director Central Europe bei Pure Storage. (Bild: Pure Storage)

Daten sind für Unternehmen heute der Schlüssel, um neue digitale Möglichkeiten gewinnbringend zu erschließen. Diese sicher sowie kostengünstig speichern, verwalten und analysieren zu können, erfordert allerdings eine passende Infrastruktur. Welche Rolle die Analyse von Workloads bei der Auswahl spielt und welche Aspekte berücksichtigt werden sollten, erläutert Güner Aksoy, Pure Storage's Sales Director Central Europe.

Unternehmen sehen den Einsatz digitaler Technologien und die Verfügbarkeit von Daten als Schüssel an, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hierfür bedarf es jedoch einer entsprechenden Infrastruktur. Diese muss einerseits so geschaffen sein, dass sich neue Anwendungen und Werkzeuge schnell einsetzen lassen. Andererseits die Möglichkeit bieten, auf sich wandelnde Compliance-Anforderungen jederzeit reagieren zu können.

Dies stellt für viele Firmen jedoch eine Herausforderung dar, denn meist sind ihre bestehenden Speicherlandschaften diesen Anforderungen nicht gewachsen. Um sie zu meistern, bedarf es daher eines tiefgehenden analytischen Verständnisses aller verfügbaren Werkzeuge und ihrer Verwendung.

Um die Cloud führt kaum ein Weg herum

Die Agilität und flexible Zugänglichkeit der Cloud haben die Erwartungen der Kunden an die Speicherinfrastruktur nachhaltig verändert. Anbieter von SaaS-, Public und Private Cloud- sowie herkömmlichen On-Premise-Lösungen reagieren darauf mit einer Reihe neuer, miteinander verbundener Tools und integrierter Funktionalität für die immer komplexer werdenden Arbeitslasten. Dementsprechend gewinnt die Nutzung öffentlicher Cloud-Dienste branchenübergreifend an Akzeptanz.

Dennoch gibt es auch eine gegenläufige Bewegung, wie eine im Auftrag von Pure Storage durchgeführte Studie zeigt. Demgemäß verlagerten weltweit 40 Prozent - in der EMEA-Region sogar mit 62 Prozent fast zwei Drittel ihrer Unternehmen - ihre Workloads im vergangenen Jahr von öffentlichen Clouds zurück in ihre Vor-Ort-Umgebung. 36 Prozent der im Rahmen der Untersuchung befragten Verantwortlichen führten Sicherheitsbedenken als hierfür maßgeblichen Grund an.

Workloads machen den Unterschied

Nichtsdestotrotz besteht der Wunsch, eine ausgewogene Lösung zu finden. So vertreten laut der Studie 67 Prozent der Unternehmen die Ansicht, dass sich Vor-Ort- und Cloud-Lösungen ergänzen und nicht miteinander in Konkurrenz stehen sollten.

Wie auf diesem Weg vorzugehen ist und in welche Technologien investiert werden sollte, erfordert eine wohlüberlegte Strategie. Hilfreich ist dabei, die einzelnen Workloads zu analysieren und auf vier wichtige Punkte - Kosten, Compliance, Sicherheit und Performance - hin zu prüfen. Auf dieser Basis lassen sich Multi-Cloud-Umgebungen aufbauen, in der Unternehmen strategische Tools und Plattformen abgestimmt auf die unterschiedlichen Arbeitslasten bereitstellen können.

Kosten

Kosten sind ein komplexes Stück des Puzzles. Für ein Startup-Unternehmen ist die Public Cloud möglicherweise die kostengünstigste Option. Sie ist agil, einfach zu verwalten und verursacht keine Investitionsausgaben. Aber wenn das Unternehmen zügig wächst und IT-Ressourcen skaliert werden müssen, lassen sich die Kosten für die Inanspruchnahme der öffentlichen Dienste immer schwieriger kontrollieren und vorhersagen. Dies hat die Gründung von spezialisierten Beratungsfirmen angekurbelt. Die Preise für diese Dienste starten bei drei Prozent der erfassten Cloud-Ausgaben.

Umgekehrt ist eine traditionelle On-Premise-Lösung wahrscheinlich für das gleich kleine Unternehmen zu kostenaufwändig. Da es jedoch wächst und seine Arbeitslasten sich diversifizieren, kann es betriebswirtschaftlich dennoch sinnvoll sein, einige dieser Workloads auf der eigenen Infrastruktur zu betreiben und andere in der öffentlichen Cloud. Zum Beispiel können viele vorhersagbare Arbeitslasten weniger kosten, wenn sie vor Ort laufen, während sich andere schnell wachsende oder schwankende Workloads in der öffentlichen Cloud kostengünstiger betreiben lassen.

Compliance

Der gemeinsame Nenner, der eine effektive Compliance-Strategie bestimmt, sind die Daten. Datenhoheit, Verarbeitung, Speicherung, Archivierung und Verfügbarkeit sind Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, wenn es darum geht, wie die Anwendung mit Informationen umgeht.

IT-Experten müssen sicherstellen, dass die Workloads und die Architektur dynamisch reagieren, wenn sich die Compliance-Standards ändern. Die Souveränität der Daten und die damit verbundenen Compliance-Anforderungen entwickeln sich weiter – und der Aufwand, der erforderlich ist, um diese neuen Vorschriften umzusetzen, nimmt zu.

Sicherheit

Eine permanente Informationssicherheit zu gewährleisten, zählt aufgrund beständig neu entdeckter Datenlecks zu den größten Herausforderungen für Unternehmen. Geht es um Workloads ist es daher weniger entscheidend, wo die Daten nun genau liegen sollen - ob vor Ort oder in der öffentlichen Cloud. Sondern ob und wie sich diese umfassend schützen lassen.

Neue Cybersicherheitsanforderungen und Bedrohungsvektoren machen die Anwendungsentwicklung komplexer, da Aspekte wie Identitätsmanagement, Schwachstellen-Scanning, Patching und Sicherheitsüberwachung eine vorausschauende und strategische Implementierung erfordern.

Performance

Während die öffentliche Cloud in den letzten zwei bis drei Jahren große Fortschritte gemacht hat, sind Vor-Ort-Lösungen immer ein paar Schritte voraus. Ihre Verfügbarkeit liegt bei 99,9999 Prozent, während die großen Cloud-Anbieter nur 99,99 Prozent bieten können. Dementsprechend gilt es, Arbeitslasten entsprechend ihrer Bedeutung für das Unternehmen zu verteilen.

Wenn beispielsweise ein Forschungs- und Entwicklungslabor für einen Tag offline ist, drehen die Mitarbeiter erst einmal Däumchen und können ihre Arbeit erst am nächsten Morgen wiederaufnehmen. Der Forschungsbetrieb wird deswegen nicht erheblich beeinträchtigt. Fällt jedoch bei einem Online-Händler eine geschäftskritische, kundenorientierten Anwendung aus, kann dies zu schwerwiegende Folgen angefangen von Umsatzeinbußen über den Verlust von Kunden bis hin zu einer ernsthaften Beschädigung des Markenwerts führen.

Segmentierung als Schlüssel zum Erfolg

Die Workload-Segmentierung zwischen öffentlicher Cloud und eigenem leistungsfähigen Rechenzentrum wird zunehmend wichtiger. Dies gilt umso mehr, da künftig immer mehr datenintensive Arbeitslasten der nächsten Generation – wie künstliche Intelligenz, Tiefenanalyse und maschinelles Lernen – Verbreitung finden werden.

* Güner Aksoy ist Sales Director Central Europe bei Pure Storage.

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