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Telekommunikationsanbieter bündelt 112 Signalfrequenzen auf Standard-Glasfaser ZTE schickt Daten mit 10 Tbit/s über 640 Kilometer

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Telekommunikationsanbieter ZTE meldet einen Geschwindigkeitsrekord für Datentransfers. Die „Carrier Generation Technology“ sowie 112 gebündelte Signalfrequenzen sorgen im Versuchsaufbau für eine nutzbare Datenrate von 10 Terabit pro Sekunde – auf einer Standard-Faser und über 640 Kilometer. Mitbewerber bezweifeln den Sinn der Installation.

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TK-Anbieter steigern Transferraten mit unterschiedlichen Ansätzen.
TK-Anbieter steigern Transferraten mit unterschiedlichen Ansätzen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Kampf um die schnellsten Übertragungsraten beteiligte sich auch ZTE auf der Optical Fiber Communication Conference and Exposition (OFC) und der National Fiber Optic Engineers Conference (NFOEC) mit einem Experiment. Bei diesem hat der Anbieter über eine Strecke von 640 Kilometern einen Durchsatz von zehn Terabit pro Sekunde erreicht.

Als Übertragungsmedium diente eine Standard-Faser. Um die Glasfaser möglichst effizient zu nutzen, verwendet ZTE ein orthagonales Fequenzmultiplex-Verfahren (OFDM) sowie die eigene „Carrier Generation Technology“. Insgesamt wurden im Versuch 112 einzelne Signalfrequenzen mit Übertragungsraten von je 100 Gbit/s gebündelt. Von den theoretischen 11,2 Terabit sind Übermittlungsinformationen für Overhead oder Forward Error Correction abzuziehen.

ZTE sieht das jetzt veröffentlichte Ergebnis als guten Ausgangspunkt für weitere Forschungen im Bereich der Technologien für optische Übertragung sowie zur Erzielung noch höherer Übertragungsraten. Die Mitbewerber sind indes skeptisch.

Alcatel-Lucent, selbst auf der OFC/NFOEC mit einer Demonstration vertreten, bestreitet mit Blick auf eigene Lösungen den generellen Erkenntnisgewinn des ZTE-Experiments. Auf Anfrage von IP-Insider.de heißt es: „Unser Fokus war ein etwas anderer als der von ZTE: Unser Erkenntnisgewinn lag darin, Techniken zur Synthetisierung von Kanälen zu entwickeln. Unser Fokus war nicht, die Anzahl der Kanäle, die synthetisiert werden können, derart stark zu erhöhen. Letzteres ist eine reine Frage des betriebenen Laboraufwands, bringt aber keinerlei neue Erkenntnisse.“ Zudem bezweifelt Alcatel-Lucent, eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung des von ZTE gezeigten Szenarios.

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