Kommentar von Rainer Graefen zu Speicherarchitekturen

Zu viele Protokollwege führen zum Speicher

| Redakteur: Rainer Graefen

Rainer Graefen, Chefredakteur Storage-Insider
Rainer Graefen, Chefredakteur Storage-Insider (Bild: Vogel IT-Medien)

Was waren das noch für schöne Zeiten als die Speicherwelt noch aus DAS, NAS und SAN bestand. 2003 war die Speicherwelt noch sauber durchstrukturiert in lokale Anwendungen, den Gruppenzugriff im Netzwerk und den Unternehmensspeicher mit Metadatensteuerung. Dann kam mal ganz kurz der Universalspeicher. Der war leider nicht kompliziert genug und verschwand sang- und klanglos vom Radar.

Nun, 15 Jahre später, haben wir nicht nur die alten Infrastrukturen, sondern zusätzlich SDS (Software-defined Storage), HCI (Hyper Converged Infrastrukturen), HS (Hybrid Storage), AFA (All Flash Array) und PM (Persistent Memory). Ach ja, beinahe hätte ich den Produktivitätsbus extended DAS (pbeDAS) in Form von USB 3.1 Gen2 respektive Thunderbolt 3 vergessen. Der kleine Scherz sei erlaubt.

Hybride können vieles besser

Das schwächste Momentum bezogen auf technischen Fortschritt hat sicherlich HS. Sind ja auch nur 2 Buchstaben, die eigentlich nur eine Übergangstechnik kennzeichnen, die solange Bestand hat wie Performance noch Kosten verursacht und sich die Kosten für das Datenmanagement unter Ehda verbuchen lassen.

In eine gänzlich neue Performance-Dimension verweist dagegen eine andere, zukünftige Hybrid-Technik namens Persistent Memory, technischer ausgedrückt NVDIMM-P, die DRAM-Hauptspeicher mit Halbleiterspeicher wie Flash, PCM, ReRAM oder Intels 3D Xpoint auf einem Hauptspeichermodul verbinden wird. Die Miniaturisierung des Massenspeichers scheint langsam im Server-Speichermodul anzukommen.

Langsam bedeutet leider, nicht nur rhetorisch, langsam, da erst im nächsten Jahr DDR5-DRAM und NVDIMM-P an den Start gehen. Dann muss die entstehende Modultechnik noch ein paar Runden drehen bis die CPU-Hersteller einige extra Register bereitstellen und die ganze interne Software-Steuerung auf dem Modul auch konsistente Dateninhalte für den gemeinsamen Datenzugriff garantieren kann.

Ein neuer Highway dauert schon mal 10 Jahre

Und zum Schluss muss die ganze Anwendungs-Software überholt werden, die erst einmal lernen muss, wie man direkt in diesen Speicherbereich schreiben und wieder draus lesen kann. Zum Schluss würden dann alle Datenoperationen im Nanosekunden-Bereich stattfinden. Bis dahin kann jedoch schon ein Jahrzehnt ins Land gehen.

Vielleicht sollte man die ganze Sache mit den frisierten Speicherarchitekturen ein wenig gemütlicher angehen und wieder zum DAS zurückkehren, das war ja eine bislang unübertroffen flotte Architektur, und die Konsolidierung seiner Datenbestände mit einem HCI-Approach ab Tier-2 praktizieren. Seit Kurzem kommen nämlich einige Backup- und Startup-Hersteller auf die Idee, den Nearline-Speicher aufzuräumen und dort dann Datensicherung, Datenanalyse, EU-DSGVO und Forensik auf einer Plattform abzuwickeln. Das ist zwar nicht Realtime, könnte aber reibungsloser einsetzbar sein.

Tipp: Falls Sie, lieber Leser dieser Zeilen, bei der Vielzahl an Akronymen ins Schwimmen geraten sind, empfehle ich Ihnen unsere „Was ist …“-Beiträge, alternativ können Sie allerdings auch mit unserem Kompendium tiefer in die Materie einsteigen.

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