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Der Erfinder des Computers Zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse

| Redakteur: Sylvia Lösel

Von der Erfindung bis zum fertigen Produkt, das sich auch verkaufen lässt – Konrad Zuse hat geschafft, was vielen Forschern von heute verwehrt bleibt. Anlässlich des 100. Geburtstags des Computer-Pioniers fordert auch der Bitkom ein Umdenken bei der Geld-Vergabe.

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Anlässlich des 100. Geburtstags von Konrad Zuse gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Sonderausstellungen.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Konrad Zuse gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Sonderausstellungen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wer hats erfunden? Nur wenige beantworten die Frage, wer den ersten Computer erfunden hat, richtig. Würde Günther Jauch in seiner Sendung „Wer wird Millionär“ die vier Möglichkeiten Charles Babbage, Bill Gates, Alan Turing und Konrad Zuse zur Auswahl stellen – die Gefahr bestünde, dass der Kandidat ohne Geldsegen nach Hause ginge.

Weil er angeblich zu faul zum Rechnen war, machte sich Konrad Zuse daran, eine Rechenmaschine zu entwickeln, die ihm die Arbeit abnehmen konnte. Der gelernte Bauingenieur, der am 22. Juni 1910 in Berlin geboren wurde, wollte statistische Berechnungen automatisieren, da er diese Arbeit als monoton und mühsam empfand. Den ersten Rechner stellte er 1938 fertig und benannte ihn Z1. Dieser arbeitete zwar noch mechanisch, Zuse entwickelte aber bereits für ihn die computergerechten Gleitkommazahlen, mit denen auch Rechner von heute arbeiten. Der Prototyp beeindruckte – und so konnte Zuse Geldgeber finden, die die Entwicklung des Z3 finanzierten.

Vom Forscher zum Unternehmer

Der Z3 war 1941 fertig. Es war der erste vollautomatische Rechner, der über einen Speicher verfügte und dessen Recheneinheit aus Telefonrelais bestand. Heute gilt der Z3 als der erste funktionstüchtige Rechner der Welt. Während des Krieges arbeitete Zuse für die Henschel-Flugzeug-Werke, in denen fliegende Bomben entwickelt wurden, an einem Spezialrechner zur Flügelvermessung.

Nach dem Krieg gelang der Familie die Flucht aus Berlin und Zuse ließ sich zunächst im Allgäu, später in der Nähe von Bad Hersfeld nieder. Dort gründete er im Jahr 1949 die erste deutsche Computerfirma, die Zuse KG. Mit dem dort entwickelten Z5 berechnete zum Beispiel die Firma Leitz Objektive. 1955 wurde mit dem Z22 erstmals ein in Röhrentechnik gefertiger Computer hergestellt.

Doch nicht nur die Hardware beschäftigte Zuse, mit dem „Plankalkül“ entwickelte er eine der ersten Programmiersprachen, die aber erst nach seinem Tod implementiert wurde.

Für den Z3 hatte Zuse bereits 1941 ein Patent angemeldet. Doch es dauerte bis 1952, bis dieses bekanntgemacht wurde. Die Firma Triumph erhob dagegen Einspruch. Nach dem Weg durch sämtliche Instanzen kam man zu dem Schluss, dass Zuse „mangels Erfindungshöhe“ kein Patent erteilt werden könne.

Was die Vergabepraxis von Steuergeldern mit Konrad Zuse zu tun hat, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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