Womit sich Startups heute beschäftigen, Teil 7

Nie war das Backup-Image so wertvoll wie heute

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Die Waxar "Appliance" sichert alle Betriebssysteme einschließlich spezifischer Industriesysteme, ebenso wie die Daten von alter und „wackeliger“ Hardware.
Die Waxar "Appliance" sichert alle Betriebssysteme einschließlich spezifischer Industriesysteme, ebenso wie die Daten von alter und „wackeliger“ Hardware. (Bild: Waxar Data Saving Systems)

Die Bedrohung von Daten durch Ransom Ware ist nicht von der Hand zu weisen. Das Backup erlebt insofern eine ungeahnte Renaissance, weil nur der lesende Zugriff auf die Datensicherung wie auch das Offline-Backup Schutz versprechen. Das deutsche Startup Waxar arbeitet seit einigen Jahren daran, diese Fähigkeiten so intuitiv und narrensicher zu machen wie es irgendwie geht.

Vor knapp fünf Jahren berichteten wir zum ersten Mal über das damals noch "blutjunge" deutsche Startup Waxar Data Saving Systems. Damals wie heute ging es dem Unternehmen um eine Datensicherung, die dem Anwender den mühelosen Umgang mit dem leidigen Thema Datenschutz ermöglichen sollte.

In der ersten Generation erstellte die Waxar-Appliance ein komplettes Disk-Image und unterschied drei Varianten der Datensicherung: Simple, DedupSpeed und Encryption1024. Inzwischen ist das Unternehmen ein weniger erwachsener geworden und verkauft drei Geschmacksrichtungen der ursprünglichen Idee, die allerdings nicht mehr technisch fokussiert sind, sondern auf die Bedürfnisse der Anwender abgestimmt sind:

  • waxarIndustry für den Unternehmenseinsatz im Industrie-4.0-Einsatz zur Absicherung hybrider Systeme,
  • waxarExpert für den SMB- und Zweigstellenbereich mit Netzwerk-PC und Servern und
  • waxarSmart für den SOHO-Einsatz, also das Small Office/Home Office mit Desktop-PC und Laptop.

Jedes Bit ist wichtig

Die Waxar Aplliance ist einfach zu bedienen: Festplatte mit dem Rechner verbinden und die Software starten. Das reicht. Der Rest erfolgt durch ausfeilte Sicherungsmechanismen, die jeden Datenverlust vermeiden sollen. Das heißt aber auch, nichts auf dem Speichermedium kann sich vor dieser Datensicherung verbergen.

Gesichert wird - unterhalb der Dateiebene - auf der physikalischen Ebene Bit für Bit. Erfasst werden damit auch alle Daten aus Master Boot Record, Partition Boot Record etc. und aus den von manchen Betriebssystemen gesperrten Bereichen. "Die Lösung kopiert alle Daten von beliebigen Betriebssysteme, aber auch von alter und „wackeliger“ Hardware", erläutert Geschäftsführer Jurij Ivastsuk-Kienbaum, die Alleinstellungsmerkmale seines Produkts.

Auf dieser Basis ist es möglich auch sehr spezielle Betriebssystemumgebungen, wie sie in der Industrie und Universitäten benutzt werden, zu sichern, bei denen man mit Standard-Software keine Chance hat.

Datenrücktransport

Für den nicht so erfahrenen Anwender ist ein nicht zu altes Backup ein angenehmes Gefühl. Doch sollte er tatsächlich mit dem Ausfall seines Desktop-System respektive der Systemfestplatte konfrontiert sein, dann ist guter Rat teuer. Es sei denn, das auf einer externen Festplatte lagernde Backup/Image, kann mit geringem Aufwand wieder zurückkopiert werden.

"Bare Metal Recovery gehört zu den Tugenden der Waxar Appliance", sagt Jurij Ivastsuk-Kienbaum, "das ist ja gewissermaßen die Hauptfunktion der Lösung". Da die Software unter Linux läuft, hat man bei Waxar die Inhalte der DeviceImage-Festplatte um Funktionen ergänzt, die dem IT-Administrator wie ein Schweizer Messer viele zusätzliche Hilfsmittel bieten.

"Unsere Festplatte enthält zusätzlich die ganze Palette der Linux-Tools , die man im Zusammenhang mit Arbeiten wie Partitionsänderungen, Dateisystem-Reparaturen, Disk-Checks jemals benötigen könnte" ergänzt Ivastsuk-Kienbaum. "Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass man diese Tools nach der Wiederherstellung der Daten mit DeviceImage braucht, eher gering ist, sind sie eine große Hilfe, falls dieser Spezialfall eintreten sollte.“

Robocopy und Waxar im Vergleich:

Experten mit speziellen Anforderungen an die Datensicherung greifen gerne zu Robocopy aus dem Microsoft-Werkzeugkasten. Eine Gegenüberstellung wichtiger Einsatzbereiche soll die Stärken und Schwächen der beiden Produkte deutlicher machen.

  • Robocopy funktioniert nur mit Windows und bei laufendem FAT- oder NTFS-Dateisystem, Waxar ist Betriebssystem-unabhängig und kopiert auf der Blockebene der Festplatte die Inhalte der einzelnen Sektoren.
  • Weil Robocopy nur unter Windows funktioniert, unterliegt das Tool allen Zugriffsregeln des Betriebssystems. Das heißt, bestimmte Datenbereiche sind für Lesezugriffe durch Robocopy gesperrt, was zur Folge hat, dass Robocopy im Prinzip nur in der Lage ist, Teil-Sicherungen zu erstellen. Die Waxar-Lösung kann auf sehr niedrigem Level (Sektoren, Bits&Bytes) 100 Prozent aller Daten kopieren.
  • Robocopy wird auf der Kommandozeile durch Parameter gesteuert, die als Batch-Job ablaufen und dem Administrator auf Dauer viel Arbeit abnehmen. Waxar setzt auf die automatische Erkennung der Umgebungsvariablen und startet nach Freigabe durch den Operator den Backup-Job.
  • Robocopy sichert auf Datei-Ebene inkrementelle Veränderungen am Dateisystem. Waxar kann inkrementelle und differenzielle Sicherungen auf Sektoren-Level erstellen. Das spart viel Speicherplatz.
  • Ein Spezialthema ist die Datensicherung in Embedded-Systemen. Da hier oft wichtige Daten nicht als Dateien vorliegen, selbst wenn Windows zum Einsatz kommt, liefert der Einsatz von Robocopy meist keine vollständige Kopie. Waxar meistert auch solchen Umgebungen durch das binäre Kopieren.

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