Im Herbst 2025 ist Schluss – Microsoft zieht bei Windows 10 den Stecker. Keine Updates, keine Sicherheitspatches und damit kein verlässlicher Schutz vor neuen Bedrohungen mehr. Trotzdem zögern viele Unternehmen mit der Umstellung – zu groß scheinen Aufwände, Auswirkungen und technische Hürden. Doch ein Wechsel zu Windows 11 kann sogar zum strategischen Vorteil werden.
Roman Usiatycki von der EBF-EDV Beratung Föllmer GmbH bricht eine Lanze für den Wechsel zu Windows 11: ein Muss mit vielen Vorteilen, wenn man es richtig angeht!
(Bild: EBF-EDV-Beratung-Föllmer-GmbH)
Viele Unternehmen sehen in dem Umstieg auf Windows 11 vor allem Herausforderungen: Ältere Geräte erfüllen oft nicht die Systemanforderungen, eine Neuanschaffung von Hardware sprengt den Budgetrahmen. Wer bereits über geeignete Hardware verfügt, steht vor dem Problem knapper personeller Ressourcen für die Umsetzung des Updates. Zudem befürchten einige Unternehmen, dass bestehende Softwarelösungen unter Windows 11 nicht mehr funktionieren. All diesen Bedenken etwas entgegensetzen und die Chancen sehen kann nur, wer sich mit den Vorteilen eines Wechsels richtig auseinandersetzt.
3 Gründe für den Umstieg auf Windows 11
Unternehmen sollten den Umstieg als Chance betrachten. Denn sie können vielfach von Windows 11 profitieren: von einem deutlichen Plus an Sicherheit, Compliance und Zukunftsfähigkeit sowie durch eine optimale Unterstützung von Modern Management.
1. Der Schlüssel zum Modern Management
Der Umstieg auf Windows 11 ist mehr als ein lästiger Pflichttermin. Er ist die perfekte Gelegenheit, alten IT-Ballast und überholte Strukturen über Bord zu werfen und den digitalen Arbeitsplatz auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen: auf das Modern Management. Insbesondere diese Vorteile zeichnen ein zeitgemäßes und zukunftsorientieres Arbeiten mit Windows 11 aus:
Cloud-natives Management: Die Verwaltung der Geräte erfolgt zentral über Intune, Azure AD bzw. Entra ID & Co statt über lokale Serverstrukturen.
User-zentrierter Ansatz: Verwaltung und Zugriffssteuerung richten sich nach Rolle und Identität der Anwender, nicht wie bisher üblich nach dem Hardwaretyp. Das ermöglicht rollenbasierte Berechtigungen, personalisierte Set-ups, die parallele Nutzung mehrerer Endgeräte sowie Self-Service und Single-Sign-on.
Windows Autopilot: Neue Geräte lassen sich direkt vom Hersteller an die Mitarbeitenden liefern. Nutzer melden sich am Laptop an – und sofort wird das Gerät unter Verwaltung des UEM-Systems gestellt. User erhalten automatisch alle benötigten Anwendungen und Einstellungen. Ein Zwischenschritt über das interne IT-Team ist nicht mehr erforderlich.
Zero Trust by Design: Bei diesem Ansatz wird kein Gerät per se als sicher eingestuft – jeder Zugriff wird durch Gerätestatusprüfungen oder IT-Policies kontrolliert.
Standardisierung & Automatisierung: Softwareverteilung und Updates erfolgen zentral – konsistent, skalierbar und wartungsarm.
Für IT-Teams bedeutet das mehr Standardisierung, weniger Aufwand und deutlich höhere Agilität. Nutzern wiederum bringt es einen reibungslosen Start, mehr Autonomie und einen Arbeitsplatz, bei dem alles so funktioniert, wie es soll – vom ersten Klick an. Unternehmen, die dabei auf einen IT-Partner mit UEM-Erfahrung setzen, profitieren zusätzlich: vom effizienten Geräte-Roll-out bis hin zur durchdachten Automatisierung ganzer Verwaltungsprozesse. Gerade für Betriebe mit verteilten Standorten, Hybrid-Work-Konzepten oder knappen IT-Ressourcen ist das ein echter Vorteil.
2. TPM 2.0: Sicherheit serienmäßig
Eine Systemvoraussetzung für Windows 11 – und gleichzeitig ein echter Security-Gewinn – ist der TPM-2.0-Chip (Trusted Platform Module). Dieser bildet die technische Grundlage für Funktionen wie Secure-Boot, BitLocker-Verschlüsselung oder eine verbesserte biometrische Authentifizierung. So ist sichergestellt, dass ein Gerät nur dann startet, wenn sein Zustand vertrauenswürdig ist; Manipulationen lassen sich frühzeitig erkennen und unterbinden. Kein Wunder also, dass das BSI Hardware mit TPM-2.0-Chips empfiehlt.
Auch Conditional Access kann vom TPM-2.0-Chip profitieren. Unternehmen können präzise festlegen, unter welchen Bedingungen Geräte automatisch auf Cloud-Ressourcen zugreifen dürfen – etwa nur dann, wenn ein TPM-2.0-Chip vorhanden ist. Gerade bei einem schrittweise erfolgenden oder partiellen Hardwareaustausch eröffnet das neue Spielräume: Geräte mit TPM 2.0 lassen sich mit einfacheren Zugriffsvorgaben ausstatten als ältere Systeme ohne Chip. So entsteht eine differenzierte Sicherheitsarchitektur, die sich flexibel an den Hardwarebestand anpasst – ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
Unternehmen, deren Geräte derzeit noch keinen TPM-2.0-Chip enthalten, investieren mit dem Umstieg auf neue Hardware und Windows 11 also gezielt in mehr IT-Sicherheit – und schaffen damit eine moderne, zukunftsfähige Infrastruktur.
3. Resilienz mit System
Windows 11 unterstützt nicht nur moderne Verschlüsselung, sondern auch neue, virtualisierungsbasierte Sicherheitsfunktionen wie Kernisolierung oder Speicherschutz. Diese erschweren gezielte Angriffe auf Systemkomponenten. Unternehmen, die NIS-2 oder anderen regulatorischen Vorgaben unterliegen, verschaffen die Migration und der Umstieg auf Geräte mit TPM-2.0-Chip einen klaren Vorsprung in Sachen Sicherheitsarchitektur und Nachweispflichten – nicht nur auf dem Papier.
Damit der Wechsel tatsächlich Mehrwerte schafft, braucht es allerdings eine klare Strategie und gute Implementierung.
So gelingt der Umstieg: von der Pflicht zur Kür
Wer den Wechsel zu Windows 11 strategisch angeht, kann nicht nur Sicherheitslücken vorbeugen, sondern sich mit Modern Management auch zukunftssicher aufstellen. Entscheidend ist, jetzt die Weichen zu stellen. Das sind die fünf Punkte, auf die es jetzt ankommt:
Potenziale erkunden Bewerten Sie, welche neuen Möglichkeiten ein Wechsel zu Windows 11 mit sich bringt – beispielsweise in puncto Sicherheit, Modern Management und Performance. Vergleichen Sie diese mit den Vor- und Nachteilen möglicher Alternativen. Hier lohnt ein genauer Blick darauf, was langfristig wirklich sinnvoll ist.
Hardware-Zyklen strategisch planen Unternehmen sollten im ersten Schritt prüfen, welche Geräte bereits Windows-11-fähig sind – und welche ersetzt werden müssen. Für letztere ist das richtige Timing entscheidend, zum Beispiel orientiert am Leasing-Zyklus. Nicht selten ergibt sich daraus ein hybrides Vorgehen mit schrittweisem Umstieg.
Stand: 08.12.2025
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Einstieg ins Leasing Muss Hardware getauscht werden, könnte das auch der Einstieg ins Geräteleasing sein. Leasing statt Kauf wandelt Investitionen (CAPEX) in laufende Betriebskosten (OPEX) um. Das schafft Budgetspielraum, Planungssicherheit und Flexibilität.
Roll-out planen Planen Sie die für den Umstieg notwendigen Schritte so sorgfältig wie möglich. Wer ausreichend Zeit für Pilotphasen und Testläufe einplant, kann potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und beheben – bevor sie im Regelbetrieb zum Hindernis werden.
Endnutzer frühzeitig einbeziehen Neue Benutzeroberfläche, neue Funktionen – und bei vielen Mitarbeitenden Unmengen an Fragen. Wer jetzt in Schulung und Kommunikation investiert, senkt später den Supportaufwand und erhöht die Akzeptanz im Team.
Nicht für jedes Unternehmen ist ein sofortiger Umstieg realistisch – sei es aus budgetären, organisatorischen oder technischen Gründen. Daher kann es hilfreich sein, alternative Szenarien zu kennen und bewusst zu bewerten.
Plan B statt Windows 11: Was sonst noch möglich ist
Insbesondere die folgenden Optionen sind vertretbare Alternativen zum sofortigen Umstieg. Manche verschaffen dem Unternehmen Zeit, andere bieten zumindest kurzfristig Sicherheit. Welche davon sinnvoll ist, hängt von IT-Infrastruktur, Lebenszyklusplanung und den Ressourcen im Unternehmen ab.
Erweiterter Support Extended Security Updates (ESU) sind eine praktikable Zwischenlösung, um Windows 10 bis 2028 weiterhin sicher zu nutzen. Diese Sicherheitsupdates kosten allerdings: Im ersten Jahr müssen Unternehmen 61 US-Dollar pro Lizenz zahlen, ab dem zweiten Jahr verdoppelt sich der Preis. Dennoch gilt: ESU verschaffen Unternehmen einen wertvollen Aufschub – etwa für Geräte, deren Lebenszyklus zwar bald endet, aber noch nicht abgeschlossen ist. Sie eignen sich somit als Bestandteil eines Übergangskonzepts – nicht jedoch als dauerhafte Lösung, da Nachteile wie veraltete Hardware und eingeschränkte Managementfunktionen bestehen bleiben.
Alternatives Betriebssystem In manchen Konstellationen können Linux oder macOS eine gute Alternative sein. In der Praxis scheitert es jedoch oft an fehlender Kompatibilität mit unternehmenskritischen Anwendungen, begrenztem Know-how oder erhöhtem Supportaufwand. Und natürlich ist auch hierfür eine Investition nötig. Kommt diese Option infrage, kann es ratsam sein, externe Spezialisten ins Boot zu holen.
Cloud-basierte Optionen Wer vorhandene Hardware weiter nutzen und Sicherheit sowie Aktualität beibehalten möchte, kann auf virtuelle Arbeitsplatzmodelle setzen. Dazu gehören etwa Cloud-PCs mit Windows 365, Virtual Desktop Infrastructures (VDI) oder Thin Clients. Auf diesem Wege ist es möglich, die Lebensdauer von Geräten zu verlängern und die Abhängigkeit von lokaler Hardware zu verringern. Voraussetzungen sind eine stabile Netzwerkinfrastruktur, ein passendes Lizenzmodell und die saubere Einbindung ins bestehende Endpoint-Management. Der Nachteil: Für rechenintensive Anwendungen sind diese Lösungen oft ungeeignet.
Trotz dieser Alternativen führt in der Regel langfristig kein Weg an Windows 11 vorbei. Umso entscheidender ist es daher, die eigene Migrationsstrategie jetzt aktiv anzugehen – mit Weitblick und klaren Prioritäten.
Fazit: Pflichttermin mit Potenzial
Der Wechsel zu Windows 11 ist mehr als ein technisches Update – er ist ein strategischer Hebel. Unternehmen, die ihn richtig nutzen, profitieren von moderner Sicherheit, flexibler Verwaltung und spürbarer Entlastung im IT-Alltag. Klar: Der Umstieg kostet Zeit und Planung. Aber er eröffnet den Betrieben auch die Möglichkeit, ihre Geräteverwaltung zukunftsfähig aufzustellen. Wer sich dabei Unterstützung von einem erfahrenen Partner mit UEM-Expertise sichert, gewinnt mehr als Stabilität – nämlich ein Set-up, das mitwächst.
Über den Autor
Roman Usiatycki ist Team Lead Service Specialists bei der EBF-EDV Beratung Föllmer GmbH. Der IT-Dienstleister EBF aus Köln begleitet Unternehmen bei der individuellen Transformation zum digitalen Arbeitsplatz. Usiatycki fungiert gemeinsam mit seinem Team als erste Anlaufstelle für Supportanfragen, führt unter anderem Managed Services durch und ist stets über die neusten Entwicklungen im Bereich der Digital-Workplace-Technologien informiert. Zudem bringt er viel Expertise und Know-how rund um Android-Enterprise sowie die verschiedenen Betriebsmodelle und Einsatzgebiete mit und interessiert sich besonders für die Themen Identity- & Access-Management sowie Security.