Das Cloud-IT-Betriebsmodell verspricht die Wandlung von Investitionskosten in Betriebskosten

Cloud Computing soll Managed Services und Outsourcing ablösen

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Der Anwender sei damit extrem festgelegt. Auch der Provider habe einen Aufwand. „Der Dienstleister muss die Infrastruktur ordnen und sie in einen sogenannten „Future Modus Operations“ überführen, damit das Ganze im Rechenzentrum des Providers auch funktioniere“, so Kiehne.

Das heißt letztlich nichts anderes als – aktualisieren. Denn oft entscheiden sich Firmen für neue IT-Wege, wenn etwas im Argen liegt.

Zwischen den Stühlen, aber erfolgreich: Managed Services

Um vor allem die unzureichende Flexibilität zu verbessern, entwickelten sich aus dem klassischen Outsourcing Modell die Managed Services. Hier gehört die Infrastruktur ebenfalls dem Kunden, er behält die Kontrolle über seine Umgebung. Das Management, der Betrieb oder die Wartung übernimmt der Dienstleister.

Der Kunde kann verschiedene Leistungen wie Server- oder Storage-Dienste je nach Bedarf buchen. Die Services können im anwendereigenen Rechenzentrum oder außerhalb bei einem Provider stattfinden und zeichnen sich durch weniger lange Laufzeiten der Verträge und flexiblere Gestaltbarkeit aus. Allerdings gibt es heute auch Outsourcing genannte Angebote, die je nach Nutzung abrechnen.

Die Weiterentwicklung dieser Managed Services sind standardbasierte Angebote – bei den Service Level Agreements (SLAs), bei Tools oder bei Prozessen. Spätestens hier wird die Differenzierung zur Cloud eine Gratwanderung. Denn die Services an sich sind sowohl im Managed-Bereich als auch in der Cloud dieselben.

Das transparente Cloud Computing

Eine standardisierte Umgebung, die zentrale Ressourcen für verschiedene Kunden bereitstellt, das ist ein Cloud-Angebot. In früheren Jahren bezeichnete der Begriff „Cloud“ das Internet.

Cloud Computing mit „irgendwas im Internet“ zu verwechseln, wäre aber falsch. Während sich die Managed Services in Richtung Standards bewegen, erlebt Cloud Computing nach der Teilung in „Public“ und „Private“ schon wieder die Symbiose in Form der Hybrid Cloud.

Fujitsu-Mann Kiehne sieht hierin den größten Vorteil der Cloud: „Beide Varianten sind möglich. Die Kombinatorik macht die Cloud aus. Sensible Daten können im Rechenzentrum des Anbieters in einer privaten Wolke verwaltet werden, weniger kritische Daten bleiben in der Shared-Umgebung.“

Das ist natürlich auch eine Kostenfrage – geteilte Umgebungen sind günstiger zu haben – , aber Kiehne hat die Erfahrung gemacht, dass der Anwender nicht mehr alle Prozesse kennen kann oder will und schlicht von der Vielfalt in der Cloud profitieren will. Und genau dorthin gehe auch der Trend.

Sicherheitsfragen könnten entscheidend sein

Möglicherweise ist bei der Entscheidung zwischen Cloud und Managed Services nicht das Leistungsangebot der wichtigste Differenziator, sondern der Funktionsumfang des Sicherheitsangebots.

Von Vorteil ist es, wenn die Rechenzentren der Cloud-Anbieter in Deutschland stehen. Dann nämlich gilt der deutsche Datenschutz. Ein kleines Problem für Google und Amazon, die auch Cloud-Dienste anbieten.

Deren Datenfarmen stehen aber irgendwo auf der Welt. Darunter leidet vielleicht nicht unbedingt der Datenschutz. Nach den Compliance-Regeln mancher deutscher Gesetze ist die Datenlagerung dort jedoch nicht erlaubt.

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