Das Büro, so wie wir es kennen, hat sich verändert. Es dient nun einem neuen Zweck. „Schuld“ daran sind die Pandemie, ein verändertes Arbeitsverhalten der Menschen und der Fachkräftemangel. Doch der eingeschlagene Weg ist gut – jetzt muss nur hier und da ein wenig nachjustiert werden.
Chidambaram Ganapathi von Infosys erläutert, wie die neue Arbeitswelt als echte Chance verstanden werden kann und was man tun sollte, um aus der neuen Situation Gewinn zu schlagen.
(Bild: Infosys Limited)
Bereits vor der Pandemie war eine Kündigungswelle im Gange, und die Betriebsschließungen in den Jahren 2020 und 2021 haben zu einer deutlichen Abkehr vom traditionellen Büroalltag mit seiner „Montag bis Freitag, nine to five“-Mentalität geführt. Die Befürchtungen, dass sich dies negativ auf die Unternehmen auswirken könnte, haben sich jedoch nicht bewahrheitet. So zeigen Untersuchungen, dass Organisationen, die ihre Büros verkleinert und hybrides Arbeiten eingeführt haben, mit größerer Wahrscheinlichkeit die Mitarbeiterbindung verbessern – und dass ein starkes Wachstum der Mitarbeiterbindung mit höheren Umsätzen verbunden ist.
Viele Firmen sind Vorreiter in Sachen flexibles und hybrides Arbeiten: 59 Prozent der von Infosys befragten Personen, von der Führungsebene bis hin zum mittleren Management, gaben an, dass sie in erster Linie in einem flexiblen oder dezentralen Büroraum arbeiten. Auf die Frage, welche Arbeitsformen in ihren Unternehmen voraussichtlich zunehmen werden, nannte eine Mehrheit von 73 Prozent ebenfalls flexible oder dezentrale Arbeitsräume. Bedeutet dies, dass Büros, wie wir sie bislang kannten, vom Aussterben bedroht sind?
Die Antwort lautet: nein. Arbeitgeber wissen, dass Angestellte ebenso wie potenziell neue Mitarbeiter flexibel arbeiten möchten. Angesichts des Fachkräftemangels, der durch die so genannte „Great Resignation“ ausgelöst wurde, müssen Unternehmen Talente und Fähigkeiten anziehen und halten. Die Untersuchung des Infosys Knowledge Institute für den „Future of Work“-Bericht ergab, dass 65 Prozent der Befragten Unternehmen Remote-Mitarbeiter aus genau diesem Grund einstellen – und nicht, um Kosten zu sparen.
Neben der Bindung von Talenten gibt es weitere Gründe für die gezielte Einstellung von Remote-Mitarbeitern. Dazu gehört beispielsweise ein verändertes Geschäftsmodell. Dieser Trend war besonders in Frankreich zu beobachten, wo 22 Prozent der Befragten angaben, dass dies für eine höhere Einstellungsquote von remote arbeitenden Angestellten ausschlaggebend war. Allerdings wird die Verlagerung zur Telearbeit von Bewerbern vorangetrieben: Sie ziehen es vor, aus der Ferne zu arbeiten. So gaben 32 Prozent der Befragten im Vereinigten Königreich an, dass ihr Wachstum bei der Telearbeit darauf zurückzuführen ist, dass potenzielle Mitarbeiter dies vorziehen.
Tools als Enabler
Flexibles, dezentrales und hybrides Arbeiten wird durch den verstärkten Einsatz digitaler Tools ermöglicht. Zu Beginn der Pandemie haben IT-Abteilungen Tools für die Zusammenarbeit wie Zoom, Teams und Google Meet eingeführt, damit ihre Teams in Verbindung blieben und produktiv arbeiteten.
Die Infosys-Untersuchungen ergaben, dass diese Tools in der ersten Welle die Rettung waren, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Befragten erwarten jedoch nun, dass sich der Schwerpunkt von diesen Technologien auf andere Arbeitsformen verlagert. Der Grund: Viele Mitarbeiter sind durch die übermäßige Abhängigkeit von Tools, die nicht immer eine gute Erfahrung bieten, abgestumpft.
Infosys fand außerdem heraus, dass die Befragten erwarten, dass Video und virtuelle Zusammenarbeit in Zukunft weniger wichtig und allgegenwärtig sein werden. Vielleicht überraschend: Sie erwarten, dass sie häufiger E-Mail und Chat-basierte Tools nutzen werden – und auch öfter persönliche Gespräche führen werden. Es gab auch eine kleine Gruppe von Befragten, die für die Zukunft eine stärkere Nutzung von VR- und AR-Tools (Virtual Reality und Augmented Reality) erwarten.
Videoanrufe und Tools für die virtuelle Zusammenarbeit können anstrengend sein: Sie benötigen viel Rechenleistung, und der Zugang zu ihnen erfolgt oft – aus Sicherheitsgründen zu Recht – über mehrere Berechtigungsebenen. Diese Tools sind teilweise schwierig zu handhaben, sie können Druck auf den Einzelnen ausüben und Ängste auslösen, insbesondere bei Videoanrufen. Für Unternehmen, die Talente anziehen und binden wollen, bedeutet dies, dass sie bei der Auswahl und dem Einsatz von Tools clever vorgehen müssen.
Zu diesem Zweck fokussieren Unternehmen ihre Investitionen auf die Modernisierung und Automatisierung, die beide mit einer besseren Mitarbeiterbindung verbunden sind. Infosys stellte außerdem fest, dass Technologien wie virtuelle Meetings, Kollaborationstools, Instant Messaging und Self-Service-Portale und -Apps für Mitarbeiter dazu beitragen, dass diese unabhängiger und besser vernetzt sind.
Wird die Modernisierung in Wellen angesehen, befinden sich Unternehmen aktuell in der dritten Welle. Die erste war von der Jahrtausendwende bis zum Ende der Prä-Pandemie-Ära, 2000 bis 2020. In dieser Zeit begannen die Unternehmen, ihre Daten und Anwendungen in die Cloud zu verlagern und Tools wie E-Mail einzuführen. Die zweite Welle waren die Jahre von 2020 bis 2022, also während des Höhepunkts der Pandemie. In diesen Jahren verbreiteten sich Videoanrufe und die virtuelle Zusammenarbeit sehr schnell. Auch Verbraucheranwendungen wie Chat-Tools nahmen deutlich zu.
Stand: 08.12.2025
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Die nächste Welle wird sich in den nächsten Jahren vollziehen und ist die menschenzentrierte Welle. Dabei geht es nicht nur um die Einführung digitaler Tools, sondern auch darum, zu verstehen, wie effektiv diese sind. Die Unternehmen sammeln Daten, auf deren Grundlage sie verstehen, wie diese Tools die Produktivität, die Effizienz, das geistige Wohlbefinden und das soziale Kapital fördern. Diese Metriken können dann genutzt werden, um diese Tools besser einzusetzen.
Fazit
Die Zukunft der Arbeit erfordert ein viel tieferes Verständnis dafür, wie Menschen arbeiten wollen und wie sie am besten arbeiten. Einige werden sich weiterhin aktiv für Remote-Arbeit entscheiden, für andere hat sich das Büro in einen Knotenpunkt für Networking, Zusammenarbeit und Ideenfindung verwandelt. Einfach gesagt: Das Büro hat weiterhin eine Zukunft. Was sich erneuert oder verändert, ist sein Zweck.
Chidambaram Ganapathi.
(Bild: Infosys Limited)
Über den Autor
Chidambaram Ganapathi list Associate Vice President und Head of Digital Workplace Services bei Infosys.