Suchen

Einige Datenbankkonzepte kommen in die Wechseljahre

Datenbanken und SAP-Systeme – neue alte Wege

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Einordnung klassische DBMS, Open Source und HANA

Die klassischen relationalen Datenbanksysteme, die im Wesentlichen im klassischen ERP/CRM/SCM-Bereich zum Einsatz kommen, lassen sich wie in der Abbildung dargestellt positionieren.

Positionierung relationaler Datenbanksysteme für SAP-Systeme. Quelle: Experton Group AG, 2012.
Positionierung relationaler Datenbanksysteme für SAP-Systeme. Quelle: Experton Group AG, 2012.
(Experton)

HANA und ggf. nach Freigabe auch andere In-Memory-Datenbanken kommen derzeit und auf absehbare Zeit nur im Bereich Analytics zum Tragen (Zumindest SAP HANA soll für die SAP Business Suite verfügbar gemacht werden).

Sie senken zwar dramatisch die Antwortzeiten im OLAP- und BI-Umfeld und ggf. auch bei Big Data, verursachen aber auch deutliche Kosten für zusätzliche Hardware, Softwarelizenzen und erhöhen den Aufwand für Wartung und Backup-/Recovery-Mechanismen.

Hochverfügbarkeit bei In-Memory kostet

Höchste Priorität muss bei diesen Datenbanken auf eine möglichst hohe Ausfallsicherheit gelegt werden, denn In-Memory-Systeme erlangen ihren Geschwindigkeitsvorteil vor allem durch die Nutzung des Arbeitsspeichers, bei dem ein Stromausfall einen sofortigen Datenverlust zur Folge hat.

Produkte wie Oracle TimesTen oder IBM solidDB lösen dieses Problem, indem sie zusätzlich zu einer parallelen On-Disk-Instanz arbeiten und Datenänderungen auch auf Festplatte sichern.

OpenSource-Lösungen sind in der Regel für kleinere Datenbanken mit niedrigeren Anforderungen an Verfügbarkeit und Enterprise-Feature-Reichtum wie Datenbankspiegelungen oder Multimandantenfähigkeit geeignet.

Im Mission Critical Umfeld sollten sie indes nicht eingesetzt werden und sind von SAP auch nicht freigegeben. Die klassischen relationalen Datenbank-Management-Systeme können je nach Verfügbarkeitsanforderungen, genutztem Server-Betriebssystem und vorhandenen Skills genutzt werden.

Experton Group Bottom Line

Microsofts MS SQL ist inzwischen nicht zuletzt in der neuesten Version SQL Server 2008 R2 eine echte Alternative im SAP-Umfeld für den Marktführer in diesem Umfeld – Oracle – geworden. Zwar hat Microsoft die Lizenzpreise bereits mit dem SQL Server 2008 deutlich angezogen, trotzdem ist der Preisabstand zu Oracle immer noch deutlich, so dass MS SQL im Windows-Umfeld in jedem Fall geprüft werden sollte.

DB2 ist insbesondere bei Migrationsprojekten weg von HP-UX und Solaris eine zu betrachtende Option, da DB2 auf allen relevanten Betriebssystemen verfügbar ist, insbesondere aber auch auf AIX, der neben Linux primären Zielplattform derartiger Migrationsüberlegungen. Oracle-Database-Anwender im SAP-Umfeld, die Lizenzen über das SAP Reseller Agreement bezogen haben, sollten die weiteren Entwicklungen genau beobachten, um nicht unvorbereitet vor deutlichen Preiserhöhungen zu stehen.

(ID:36288270)