Digitale Technologien sind auf dem Vormarsch und sorgen vielerorts für einschneidende Veränderungsprozesse. Wie sich die Digitalisierung konkret auf die Unternehmensprozesse, Unternehmensausrichtung, Produkte und Dienstleistungen auswirkt, veranschaulicht „the factlights 2020“. An der zentralen Online-Studie zum Thema „Digitalisierung und Datenarbeit – wo stehen wir?“ beteiligten sich im vergangenen Jahr Mitarbeiter aus allen Fachbereichen und Vertreter der Leitungsebene von über 1.000 Unternehmen im deutschsprachigen Raum.
Wo stehen Unternehmen im deutschsprachigen Raum in den Bereichen Digitalisierung, Datenarbeit & Co.? Antworten gibt die Studie „the factlights 2020“.
(Bild: the factlights 2020)
Natürlich erkennen Unternehmen den Wert qualitativ hochwertiger Daten, nur machen sie sich diese nicht zunutze – so lautet, auf den Punkt gebracht, eines der entscheidenden Ergebnisse von „the factlights 2020“. Mindestens drei Viertel der Befragten unterschreiben die Aussage, dass Daten in ihrem Unternehmen als wertvolles Wirtschaftsgut angesehen werden. Dieses Potenzial wird aber vielerorts nur unzureichend genutzt, zudem kommt nicht selten eine mangelnde Qualität der Daten hinzu, oder es fehlt ein harmonisierter Datenbestand gleich ganz.
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Im Angesicht der Datenflut
Klar ist: Mit der Digitalisierung geht zwangsläufig eine große Menge an verschiedensten Daten einher. Um deren Potenzial gewinnbringend ausschöpfen zu können, stehen Unternehmen vor der nicht unerheblichen Aufgabe, sie in ein System zu integrieren, zu harmonisieren, zu bester Qualität aufzubereiten und unter Berücksichtigung der jeweiligen Geheimhaltungsstufen verfügbar zu machen. Nur so sind die Mitarbeiter in der Lage, die Daten jederzeit und flexibel einzusetzen sowie komfortabel darauf zuzugreifen. Außerdem ist damit sichergestellt, dass jede Zielgruppe auf der gleichen Datengrundlage operiert und keine eigenen Datensilos verwendet.
Wie „the factlights 2020“ darlegt, klaffen diesbezüglich Wunsch und Wirklichkeit zumindest aktuell noch auseinander. Obwohl die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung sehr wohl erkannt werden, benennen 22 Prozent der Umfrageteilnehmer eine mangelnde Datenqualität und das Fehlen eines harmonisierten Datenbestandes als bedeutendste Hindernisse für Digitalisierungsinitiativen in ihren Unternehmen.
Um welche Datenquellen geht es genau?
Das Spektrum der Daten, die sich heute in den Unternehmen teilweise regelrecht auftürmen, stellt sich überaus vielschichtig dar. Die Ergebnisse von „the factlights 2020“ zeigen, dass die Unternehmen auf diese Datenquellen in jeweils unterschiedlicher Intensität zugreifen:
Am wichtigsten sind interne Planungs- und Managementsysteme wie ERP- (Enterprise Resource Planning), CRM- (Customer Relationship Management) sowie sonstige interne Software-Lösungen und manuell erfasste Daten etwa aus Rechnungsbelegen oder der Betriebsdatenerfassung in der Produktion.
Hohe Bedeutung kommt darüber hinaus Sensordaten von Maschinen zu.
Aktuell noch nicht sehr intensiv genutzt, befinden sich aber auch Informationen aus Social-Media-Kanälen auf dem Vormarsch, ebenso wie Wetter- oder Konjunkturdaten externer Anbieter.
Erschwerend kommt hinzu, dass Daten außerdem in unterschiedlichen Formaten vorliegen. Neben der klassischen strukturierten Welt sind auch die unstrukturierten Daten auf dem Vormarsch (zum Beispiel in Form von Bild, Text oder Sprache). Die darin schlummernden Potenziale sind groß, vor allem, wenn beide Welten miteinander interagieren, beispielsweise über die Zuweisung von eindeutigen IDs für Bild- oder Videodateien, die mit Informationen aus dem ERP- oder CRM-System verknüpft sind.
Um das volle Potenzial ihrer Daten auszuschöpfen, stehen Unternehmen also vor der Herausforderung, alle Formate mit ihren vielfältigen Charakteristika in einer zentralen Plattform zu einem integrierten Bestand miteinander zu verbinden – ein fraglos komplexer und aufwendiger Prozess, der sich nichtsdestotrotz mit den richtigen Konzepten und Best Practices durchaus bewerkstelligen lässt.
Ohne Datenmanagement geht es nicht
Vor diesem Hintergrund wundert es also kaum, dass über zwei Drittel der Teilnehmer von „the factlights 2020“ einen einheitlich harmonisierten und standardisierten Bestand relevanter Daten für den Erfolg von Digitalisierungsinitiativen als essenziell ansehen. Denn Datennutzung erfolgt zunehmend demokratisiert, Daten sind unternehmensweit in den verschiedensten Bereichen im Einsatz und selbst erweiterte Analysemethoden weit verbreitet. Diese erweiterten Analysemethoden nutzt längst nicht mehr nur das Controlling. Die wachsende Zahl an Zielgruppen sowie die zahlreichen Quellen und Formate erfordern ein effizientes Datenmanagement, das den gestiegenen Anforderungen Rechnung trägt. Daneben gewährleistet es, dass allen relevanten Usern an einem Single Point of Truth quellenübergreifend harmonisierte Daten zur Verfügung stehen. Die dafür erforderliche Datenlandschaft mit ihrer umfassenden und vielschichtigen Architektur – am Markt als Data Lake bezeichnet – sollte dabei immer so flexibel aufgebaut sein, dass auch die Einbindung zukünftiger Digitalisierungsmaßnahmen möglich ist.
Zu den erforderlichen Maßnahmen, die Unternehmen daher angehen sollten, zählen
die Verarbeitung und Bereitstellung von strukturierten wie semi- und unstrukturierten Daten in einer integrierten Datenlandschaft,
die Sicherung der Datenqualität,
die Reduzierung von fehleranfälliger manueller Datenpflege,
die Sicherung der Datenverfügbarkeit,
der Aufbau eines Single Points of Truth mit einer einheitlichen Kennzahlendefinition,
die Bereitstellung stets aktueller und konsistenter Daten für das Management,
die Bereitstellung von Ergebnissen an weiterführende Applikationen und
die Sicherung zielgruppenspezifischer Zugriffsrechte.
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Wichtige Investition in die Zukunft
Um ein strukturiertes und auf künftige Anforderungen ausgerichtetes Datenmanagement etablieren zu können, müssen Unternehmen sowohl finanziell als auch ressourcenseitig Investitionen tätigen – dies haben die Studienteilnehmer größtenteils bereits erkannt. Hierbei profitieren größere Unternehmen zwar von mehr Ressourcen und Kapital, doch ist für sie der Aufwand höher, weil sie zumeist mehr Systeme miteinander in Einklang zu bringen haben.
Stand: 08.12.2025
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Auf der anderen Seite investiert von den kleineren Unternehmen jedes dritte schon jetzt gezielt in Datenmanagementinitiativen, obwohl weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Unabhängig von der jeweiligen Unternehmensgröße und dem aktuellen Stand in Sachen Digitalisierung ist man sich offenbar bewusst, wie wichtig Investitionen in Daten sind. Wer diese in Angriff nimmt, weist dann auch grundsätzlich einen höheren Digitalisierungsgrad auf als Unternehmen, die sich mit Investitionen derzeit (noch) zurückhalten.
Die Autorin: Annefried Simoneit ist Consultant Strategy bei QUNIS.
the factlights ist eine Initiative des Data-&-Analytics-Experten QUNIS: Die Studie „the factlights 2020“ wurde zusammen mit namhaften Partnern und Sponsoren durchgeführt. Dazu zählen die CA Controller Akademie, Schulungs- und Weiterbildungsanbieter für Finance und Controlling, die Rechtsanwaltsgesellschaft HEUSSEN, der Digitalisierungsexperte Liebich & Partner sowie die WTS ITAX. Darüber hinaus haben ausgewählte Medien die Studie unterstützt.