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Nur zur Sicherheit, wir reden nicht über DRAM-Flash-Speicher, sondern die preiswertere NAND-Variante, oder? Die Zykluszeiten von unter einer Mikrosekunde sind ja eigentlich nur mit DRAMs erreichbar.
Köster: Korrekt, es sind nicht DRAMs, sondern Flash-Zellen mit PCI-Express-Schnittstelle. Ja, das sind richtige NAND-Flash, die wir von FusionIO beziehen. Wir arbeiten schon sehr lange mit denen an der Problematik der Festplattenemulation bei hinreichender Langlebigkeit. Wir sind im Prinzip bereit, wenn noch mehr Flash-Hersteller in den Enterprise-Bereich vorstoßen und die notwendige Zuverlässigkeit anbieten. Einzelne Festplatten durch SSDs zu ersetzen, davor werden wir uns nicht verschließen, der Quicksilver-Demonstrator hat jedoch einen gehobeneren Anspruch. Er soll zeigen, dass man bei einem Drittel des Flash-SSD Preisniveaus dasselbe erreichen kann. Vorraussetzung ist, man virtualisiert Schreibvorgänge global und nicht in jeder einzelnen SSD-Disk noch mal lokal.
Was spricht denn eigentlich gegen den Einsatz von DRAM-SSD, außer dass sie extrem teuer sind?
Köster: Das ist wahrscheinlich genau der Hauptgrund. Wir haben im Quicksilver-Projekt mit 160- und 320-Gigabyte Flash-Karten experimentiert und da erreichen sie durchaus 30 Dollar pro Gigabyte, um mal eine Größenordnung anzudeuten. In der Praxis verteuert sich das ganze durch zusätzlich notwendige Redundanz. DRAM SSD liegt grundsätzlich deutlich darüber.
Die umgerechnet 20 Euro pro Gigabyte – verglichen mit den 0,15 Euro pro Gigabyte bei einer Festplatte – sind schon ein stolzer Preisaufschlag. Wer ist denn bereit diesen zu zahlen?
Köster: In der Tat, SSD ist eine Nische für ganz spezielle Applikationen, wo man Daten nicht auf so viele Festplatten-Spindeln verteilen möchte oder kann, wie notwendig wären, um die I/O-Anforderungen abzubilden. Im SAN Volume Controller ist es durchaus so, dass Flash-Speicher wie ein normaler Storage-Pool verwaltet werden kann. Dadurch könnte man unterbrechungsfrei von Festplatte auf Flash migrieren oder auch herausmigrieren. Da werden Storage-Administratoren wahrscheinlich sehr viel experimentieren. Voraussetzung ist hier die absolute Tauglichkeit für das Enterprise-Umfeld, also die Sicherheit, die heute Festplatten bieten. Das Interesse, gemessen an den Reaktionen auf die Quicksilver-Ankündigung, ist jedenfalls groß.
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