Eine telefonische Erhebung des Bitkom hat ergeben, dass viele deutsche Verbraucher ihre privaten Daten nur unregelmäßig oder überhaupt nicht mit Hilfe von Backups schützen. Dabei war ein Fünftel der Befragten bereits von Datenverlust betroffen.
Einfach und kostengünstig: externe Festplatten und USB-Sticks, auf die man einfach Datenkopien ziehen kann. Trotzdem sichern 33 Prozent der Deutschen laut einer Bitkom-Umfrage ihre privaten Daten überhaupt nicht.
Seit Jahrzehnten verweisen Experten und Medien mehr oder weniger regelmäßig auf die Bedeutung von Backup-Daten. Wie essenziell eine funktionierende Sicherung der lebenswichtigen Unternehmensdaten ist, ist in den vergangenen Jahren durch den unaufhörlichen Anstieg von Ransomware-Angriffen noch mehr in den Fokus gerückt. Doch auch im privaten Bereich ist und bleibt ein Backup unverzichtbar, denn hier droht ebenfalls Datenverlust: durch Schad-Software, Diebstahl von Notebooks oder Smartphones, technische Defekte wie kaputte Festplatten oder schlicht und einfach durch Bedienungsfehler.
Bitkom Research hat nun im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom eine Umfrage zum Thema Backup durchgeführt, die gravierende Lücken offenbart: Lediglich 45 Prozent der Befragten, die privat einen Rechner oder ein Smartphone nutzen, sichern regelmäßig ihre Daten mit Hilfe von Kopien. Dabei haben 51 Prozent Angst vor Datenverlust, und bei 20 Prozent ist dieser Fall bereits eingetreten. 33 Prozent gaben gar an, überhaupt keine Backups anzufertigen.
Diejenigen, die Backups anfertigen, nutzen mittlerweile bevorzugt Cloud-Angebote: 32 Prozent der Befragten sichern ihre Daten in Cloud-Lösungen, 27 Prozent verwenden klassische lokale Medien wie USB-Festplatten oder -Sticks.
„Viele wichtige und persönliche Informationen wie Fotos oder Texte besitzen wir heute nur noch digital. Backups wichtiger Daten sollten daher selbstverständlich sein“, betont Felix Kuhlenkamp, Referent Sicherheitspolitik beim Bitkom, in diesem Zusammenhang. Zudem ist eine Backup-Erstellung kein Hexenwerk, oder wie Kuhlenkamp darlegt: „Die Hersteller von Smartphone- und Computer-Betriebssystemen versuchen zunehmend, das Erstellen von Sicherheitskopien standardmäßig und möglichst unkompliziert zu ermöglichen. Jede und jeder sollte diese Funktionen nutzen und dies bei besonders wichtigen Daten durch zusätzliche Backups auf verschiedenen Medien ergänzen.“ Hinzugefügt werden könnte an dieser Stelle, dass eine zweite Kopie privater Daten (beispielsweise vierteljährlich auf einer weiteren externen Hard Disk) zusätzlichen Schutz bietet.
Auch beim Daten-Restore hapert es laut der Untersuchung: Gerade einmal 18 Prozent der Befragten gaben an, sie wüssten, wie sie ihre Daten nach einem Verlust wiederherstellen könnten. Knifflig wird dieser Prozess, wenn nicht nur Ordner mit Fotos und Textdateien vorhanden sind, wie Kuhlenkamp erläutert: „Wer nicht nur einzelne Fotos oder Texte gesichert hat, sondern zum Beispiel den gesamten Inhalt des Computers oder Daten spezieller Programme, die zum Beispiel eine Datenbank verwenden, sollte sich rechtzeitig darüber informieren, wie diese Sicherungskopie wieder verwendet werden kann.“
Für die telefonische Erhebung befragte Bitkom Research in Deutschland 1.186 Personen ab 16 Jahren, darunter 1.079, die privat einen Rechner oder ein Smartphone nutzen.
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