Bei der Migration von Workloads in die Cloud, auch als „Lift & Shift“ bezeichnet, sind zahlreiche Aspekte zu beachten. Es beginnt mit der Identifizierung der geeigneten Workloads für die Cloud und umfasst die Evaluierung von Herausforderungen und Chancen sowie die sorgfältige Vorbereitung auf den Umzug.
Mit Hilfe dieser Checkliste gelingt die Migration in die Cloud.
(Bild: PhonlamaiPhoto's Images via Canva.com)
Eine gründliche Vorbereitung, die Auswahl des richtigen Anbieters, die Vorbereitung der Workloads, umfassende Tests in der neuen Umgebung und eine effektive Kommunikation mit den Nutzer:innen der IT-Dienste sind entscheidend für den Erfolg der Migration.
1. Identifikation der zu migrierenden Workloads
Die erste Phase im Cloud-Migrationsprozess ist die sorgfältige Auswahl der Workloads, die in die Cloud verlagert werden sollen. Das umfasst alle Prozesse, Transaktionen und Aufgaben, die auf einem Server, einer Netzwerkstruktur oder in einer Cloud-Umgebung ausgeführt werden, und spiegelt die Anforderungen wider, die an die Ressourcen eines IT-Systems gestellt werden.
Diese Entscheidung, welche Workloads migriert werden müssen, sollte auf einer umfassenden Bewertung der Geschäftsanforderungen und technischen Eignung basieren. Dabei ist es empfehlenswert, mit weniger kritischen, weniger komplexen und isolierten Workloads zu beginnen. Diese können als Pilotprojekte dienen, um die Funktionalität, Performance und Skalierbarkeit der Cloud-Infrastruktur unter realen Bedingungen zu testen, ohne das gesamte Geschäft zu gefährden.
Durch die Analyse dieser initialen Migrationen können IT-Teams wertvolle Einsichten gewinnen, die bei der Planung der Übertragung kritischer und komplexer Systeme helfen. Erst nachdem diese Tests erfolgreich abgeschlossen wurden und die Ergebnisse zufriedenstellend sind, sollte der nächste Schritt unternommen werden, um die Hauptprozesse und kritischen Workloads in die Cloud zu migrieren. Dieser schrittweise Ansatz minimiert Risiken und ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung der Strategie basierend auf praktischen Erfahrungen und Feedback.
2. Festlegung der technischen Anforderungen
Die ausgewählten Workloads definieren die technischen Anforderungen an die Cloud-Infrastruktur, wobei eine gründliche Analyse erforderlich ist, um die spezifischen Bedürfnisse jedes Workloads zu verstehen. Neben den Grundelementen wie physischen und virtuellen Servern, Datenbanken, Ressourcenmanagement, Netzwerken, Speicherlösungen, APIs und Datenformaten müssen auch Aspekte wie die Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und die Disaster-Recovery-Strategien berücksichtigt werden. Dazu gehört die Bewertung der erforderlichen Compute-Leistung, Speicherkapazität, Netzwerkbandbreite und Sicherheitsanforderungen.
Es ist außerdem wichtig, die Kompatibilität zwischen den bestehenden lokalen Systemen und der Cloud-Infrastruktur zu gewährleisten, um eine reibungslose Integration und Migration zu ermöglichen. Die Festlegung dieser technischen Anforderungen sollte in enger Zusammenarbeit mit Technologiepartnern und unter Berücksichtigung der langfristigen Geschäftsziele erfolgen, um eine zukunftssichere und effiziente Cloud-Umgebung zu schaffen.
3. Auswahl des Cloud-Providers
Die Entscheidung für einen Cloud-Provider sollte sorgfältig getroffen werden, da sie maßgeblich den Erfolg der Cloud-Strategie beeinflusst. Neben den spezifischen Anforderungen und dem Geschäftsmodell, das in der Cloud realisiert werden soll, spielen auch Faktoren wie Kosten, Zuverlässigkeit, Compliance, Sicherheitsstandards und technischer Support eine wichtige Rolle. Die verschiedenen Cloud-Modelle, wie Private Cloud, Public Cloud, Managed-Cloud-Server oder Hybrid-Cloud, bieten jeweils eigene Vor- und Nachteile, die je nach Unternehmensbedarf und Datenschutzanforderungen abgewogen werden müssen. Im Kontext von Edge-Computing, das die Verarbeitung von Daten näher an deren Ursprung bringt, können diese Cloud-Modelle erweitert werden, um Latenzzeiten zu verringern und eine schnellere Reaktionsfähigkeit für Anwendungen zu ermöglichen, die Echtzeitdatenverarbeitung erfordern.
Bei der Wahl des Cloud-Providers ist es ebenfalls relevant, die geografische Lage der Rechenzentren zu berücksichtigen, um Latenzzeiten zu minimieren und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Zudem kann eine White-Label-Lösung interessant sein für Unternehmen, die unter eigener Marke Cloud-Dienste anbieten möchten. Eine gründliche Marktanalyse und Bewertung potenzieller Anbieter anhand der festgelegten Kriterien sind unerlässlich, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.
4. Erstellung einer Migrations-Roadmap
Die Erstellung einer Migrations-Roadmap ist ein entscheidender Schritt im Migrationsprozess, da sie den gesamten Ablauf strukturiert und transparent macht. Nachdem ein Cloud-Provider ausgewählt und alle Rahmenbedingungen geklärt wurden, muss eine detaillierte Roadmap entwickelt werden, die nicht nur die Arbeitsschritte und benötigten Ressourcen, sondern auch Zeitpläne, Meilensteine, Risikomanagementstrategien und Notfallpläne umfasst.
Stand: 08.12.2025
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Diese Roadmap sollte eine klare Gliederung der Phasen der Migration beinhalten, von der initialen Datensicherung über die eigentliche Datenübertragung bis hin zur Nachbereitung und Optimierung in der Cloud. Die Definition der internen und externen Zuständigkeiten ist dabei von zentraler Bedeutung, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten kennen und entsprechend handeln können. Eine gut durchdachte Roadmap ermöglicht ein systematisches Vorgehen und hilft, Überraschungen und Hindernisse während des Migrationsprozesses zu minimieren.
5. Durchführung und Überwachung der Migration
Die Durchführung und Überwachung der Migration sind kritische Komponenten im Migrationsprozess, die eine präzise Planung und kontinuierliche Aufsicht erfordern. Die Migration muss nicht nur sorgfältig geplant werden, sondern auch einer ständigen Überwachung unterliegen, um sicherzustellen, dass die Leistung den Erwartungen entspricht und alle Systeme wie vorgesehen funktionieren. Dies schließt die Überwachung der Systemauslastung, Netzwerkleistung und Anwendungsverhalten mit ein.
Zudem sind eine proaktive Fehlerbehebung und Anpassung der Prozesse bei Abweichungen oder unerwarteten Problemen notwendig. Es ist wichtig, während des gesamten Migrationsprozesses ein detailliertes Protokoll zu führen und auf Veränderungen schnell zu reagieren. Dies erlaubt es, die Effektivität der Migration zu bewerten und wichtige Erkenntnisse für zukünftige Projekte zu sammeln. Eine gründliche Vorbereitung auf mögliche Herausforderungen und die Implementierung eines robusten Überwachungssystems sind unerlässlich, um eine erfolgreiche Migration zu gewährleisten.
6. Überprüfung und Optimierung
Die Phase nach der Migration erfordert eine umfassende Überprüfung der Leistung und Performance der migrierten Systeme, um sicherzustellen, dass diese den vorher festgelegten Anforderungen und Erwartungen entsprechen. Diese Überprüfung ist entscheidend, um die Integrität und Effizienz der neuen Cloud-Umgebung zu validieren. Neben der Bestätigung des Migrationserfolgs liefert diese Phase wichtige Einblicke, die für die Optimierung der Cloud-Ressourcen und die Planung zukünftiger Migrationen genutzt werden können.
Es ist wichtig, eine gründliche Analyse durchzuführen, die sowohl quantitative als auch qualitative Daten umfasst, um eine vollständige Bewertung der Systemleistung zu gewährleisten. Dazu gehören die Überwachung der Auslastung, die Analyse der Antwortzeiten, die Sicherheitsüberprüfung und die Kostenanalyse. Auf Basis dieser Erkenntnisse können Anpassungen an der Konfiguration vorgenommen werden, um die Leistung zu verbessern, die Kosten zu optimieren und potenzielle Sicherheitslücken zu schließen. Diese kontinuierliche Überprüfung und Optimierung ist essenziell, um eine hohe Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Cloud-Lösung dauerhaft zu gewährleisten.
Die Migration von Workloads in die Cloud ist ein komplexer Prozess, der eine detaillierte Planung, Durchführung und Nachbereitung erfordert. Die vorliegende Checkliste von gridscale bietet einen strukturierten Rahmen, um diesen Übergang effizient und sicher zu gestalten. Beginnend mit der Identifikation der zu migrierenden Workloads, einschließlich solcher für Edge-Computing, führt der Prozess über die Festlegung der technischen Anforderungen bis zur Auswahl des passenden Cloud-Providers. Die anschließende Erstellung einer Migrations-Roadmap, die sorgfältige Durchführung und Überwachung sowie die abschließende Überprüfung und Optimierung vervollständigen die Checkliste, die alle entscheidenden Phasen der Migration abdeckt. Ein systematischer Ansatz minimiert Risiken, verbessert die Leistung und sichert den langfristigen Erfolg in der Cloud. Durch die Befolgung dieser Schritte können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Cloud-Migration nicht nur technisch reibungslos verläuft, sondern auch strategisch mit ihren Geschäftszielen übereinstimmt und langfristigen Mehrwert schafft.
Henrik Hasenkamp, CEO von gridscale.
(Bild: gridscale)
* Der Autor: Henrik Hasenkamp verantwortet als CEO die Strategie und Ausrichtung von gridscale, einem europäischen IaaS- und PaaS-Anbieter, der mit seiner innovativen Technologie die Basis für anspruchsvolle Cloud-Lösungen schafft. Mit gridscale ebnet der Diplom-Wirtschaftsinformatiker mittelständischen Unternehmen den Weg in ein neues Zeitalter der IT-Skalierung und bietet ihnen eine IaaS- und PaaS-Lösung, die Qualität, Transparenz und leichte Anwendbarkeit zu ihren Markenzeichen gemacht hat.
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Speichern am Netzwerkrand: Edge-Storage
eBook „Edge-Storage“
(Bild: Storage-Insider)
Speicherkapazitäten am Netzwerkrand werden immer häufiger genutzt, denn die Zahl der Geräte, die am Edge eingesetzt werden, vervielfacht sich. Ein Edge-Storage kann dabei vielfältig verwendet werden.
Die Themen im Überblick:
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