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Gen Z in der IT Gesellschaftliches Engagement statt Firmenwagen

Von Margrit Lingner 3 min Lesedauer

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Spielen Statussymbole wie ein fetter Firmenwagen in der Generation Z noch eine Rolle? Ute Riester, Produktmanagerin bei Dell, erklärt im Interview, dass klassische Benefits heute weniger im Fokus stehen als soziales Engagement und sinnvolle Tätigkeiten.

Ute Riester ist Field Product Manager Client Solutions bei Dell.(Bild:  Dell)
Ute Riester ist Field Product Manager Client Solutions bei Dell.
(Bild: Dell)

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit jungen Mitarbeitenden der Gen Z gemacht?

Ute Riester, Dell: Die Mitarbeitenden der Gen Z ergänzen unser Team großartig. Wir sehen Diversität und Unterschiedlichkeit generell als große Stärke und etwas sehr Positives an. Verschiedene Sichtweisen, Schwerpunkte und Erfahrungen ermöglichen es uns, Dinge viel ganzheitlicher einzuschätzen und zu bewerten. Permanente Veränderung und Weiterentwicklung sind in unserer Branche an der Tagesordnung, und die Fähigkeit dazu wird durch ein diverses Team gestärkt.

Ich habe das Glück, selbst mit Kolleginnen und Kollegen der Gen Z zusammenzuarbeiten, und kann darüber nur Gutes berichten. Ich erlebe sie als sehr zielstrebige Persönlichkeiten, die trotz ihrer jungen Jahre schon ziemlich genau wissen, was sie wollen. Sie haben in der Regel einen starken Sinn für Werte und Gerechtigkeit und auch sehr konkrete Erwartungen an ihre Zukunft und Entwicklung. Sie sind sehr motiviert und wunderbar unkompliziert. Ich kann viel von ihnen über Leichtigkeit und Offenheit lernen. Dazu gehört durchaus auch eine kritische Sichtweise auf bestehende Prozesse und Themen.

Inwiefern unterscheiden sich deren Ansprüche von denen früherer Generationen?

Riester: Ohne zu sehr pauschalisieren zu wollen, hat diese Generation andere Anforderungen und setzt oft ganz andere Prioritäten. Firmenwagen oder Statussymbole spielen in dieser Altersgruppe eine weniger zentrale Rolle, als das früher der Fall war. Dafür ist ihr aber die Work-Life-Balance und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, oft wichtiger. Auch soziale Themen und gesellschaftliches Engagement stehen bei vielen stärker im Mittelpunkt. Die Gen Z hinterfragt und fordert heraus – und sucht sich auch ihren Arbeitgeber danach aus, ob er ihre Werte spiegelt, nicht nur nach Gehalt, Karriere und Titel.

Falls es Unterschiede gibt: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Riester: Die Generation Z und auch die nachfolgenden Generationen wurden anders erzogen. Sie wurden schon in frühkindlichen Einrichtungen wie Kita oder Kindergarten, in der Schule und im besten Fall auch im Elternhaus zum selbstständigen und kritischen Denken ermutigt.

Das macht sich auch bei meinen eigenen Kindern bemerkbar. Ein „Das ist halt so“ wird nicht akzeptiert. Entscheidungen werden oft kritischer hinterfragt, und das Diskussionsverhalten erscheint mir grundlegend anders. Das mag daran liegen, dass sie bereits in der Kindheit einen Umgang erfahren haben, der von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Wir entscheiden heute mit unseren Kindern und nicht über sie.

Außerdem wurde die Gen Z bereits in jungen Jahren durch Medien aller Art mit vielen Informationen konfrontiert. Dadurch war sie es schon deutlich früher gewohnt, klare Positionen zu viel mehr Themen zu beziehen, zu hinterfragen, zu diskutieren und zu interpretieren. Früher, als keine so umfassenden Informationen zur Verfügung standen, war das nicht in diesem Maße der Fall.

Was müssen Arbeitgeber tun, um junge Arbeitnehmer zu gewinnen und zu halten?

Riester: Arbeitgeber müssen die Werte der jüngeren Generation verstehen und akzeptieren, dass klassische Benefits und Unternehmensleistungen nicht mehr unbedingt ausschlaggebend sind. Sie müssen sich auf diese Generation einlassen, denn dann werden sie erkennen, dass ihre anderen Sichtweisen auch viele Vorteile bieten. Wir dürfen die Gen Z nicht in unsere altgedienten Strukturen pressen, sondern sollten versuchen, von ihr zu lernen und mit ihr zu wachsen.

Die Gen Z sucht sich den Arbeitgeber, der zu ihren Werten passt – diese Werte müssen von diesem dann aber auch konsequent gelebt werden. Wenn wir sie mit offenen Armen aufnehmen, ihr zuhören, sie ernst nehmen und ihr Wertschätzung entgegenbringen, dann werden wir sie gewinnen und auch halten. Nicht mit einem Firmenwagen und Aktienpaketen, sondern mit Empathie, Offenheit, Respekt und Vertrauen.

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