Grundlagen – technische Herausforderungen an Speichersysteme

Letztlich dreht sich alles um die Daten

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Die Zugriffszeit

Ein zweiter ständiger „Schmerzpunkt“ ist die Zugriffszeit. Auch hier findet beständig eine Vermischung mit anderen Punkten in der obigen Liste statt. Das liegt in der Natur der Sache, da zum Beispiel verschiedene Level der RAID-Technik gleichzeitig die Zugriffszeit und auch die Datenverfügbarkeit verbessern. Da die Zugriffszeit bei einer Festplatte von drei bis 15 Millisekunden und bei etwa zwei bis 20 Mikrosekunden bei einer Solid State Disk (SSD) festliegt, ist sie eigentlich unwichtig.

Wichtiger ist der Kehrwert: die Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde (IO/s oder amerikanisch IOPS). Während die Zugriffszeit der Festplatte oder SSD gleich bleibt, lässt sich die Anzahl der IOPS durch das Zusammenschalten von z. B. Festplatten in die Höhe treiben. Hat eine SATA-Festplatte etwa 80 I/O pro Sekunde, dann haben 100 SATA-Festplatten 8.000 I/O pro Sekunde. Auch das hat allerdings seine Tücken. Das Speichersystem muss nämlich fähig sein, eine große Anzahl von Spindeln (Festplatten) zusammenzubinden und dann auch noch die Datenmengen hinter jedem I/O über die interne Verdrahtung des Speichersystems zum Netzwerkanschluss zu übertragen.

Mit der Speichervirtualisierung ergeben sich heute ganz neue Möglichkeiten, die bisher sehr starren Zuordnungen von Server und Speicherplatz aufzubrechen. Die Wartezeiten der Anwendung und die I/O-Raten lassen sich damit wesentlich flexibler aufeinander abstimmen.

Technische Innovation

Für jede Technik kommt einmal das Ende der Benutzbarkeit. Angesichts der steigenden Wartungskosten lohnt sich der Betrieb eines Speichersystems nach einer Standzeit von drei Jahren allerdings kaum mehr. Und auch die Innovationen anderer Hersteller lassen das manchmal erst vor kurzem gekaufte Speichersystem schon nach kurzer Betriebszeit alt aussehen.

Der Austausch von Altsystemen gegen technisch innovative Speichersysteme ist angesichts des immensen Datenwachstums grundsätzlich nicht zu verhindern, will man im Wettbewerb nicht zu weit zurückfallen. Jeder Technologiesprung bei Speichersystemen bringt höhere Speicherkapazität und größeren Datendurchsatz mit sich. Auch das Management vereinfacht sich ständig, sodass Unternehmen überhaupt erst mit einem aktuellen Speichersystem in die Lage versetzt werden, die steigenden Datenmengen mit gleichbleibendem IT-Personal zu bewältigen.

Dass die Systeme immer leistungsfähiger werden und sich, verglichen mit den Altsystemen, auch das Preis-Leistungs-Verhältnis bessert, ist sicherlich kein Pain Point. Der Pain Point liegt in der Integration in die gewachsenen Infrastrukturen. Wer hier aus Kostengründen heraus bei jedem Innovationszyklus den Hersteller wechselt, hat nicht nur jedes Mal die Migration des Datenbestandes zu gewährleisten, sondern sieht sich mit einem erhöhten Management-Aufwand konfrontiert, der Zeit und Geldmittel im Rechenzentrum bindet. Untersuchungen von Marktforschern zufolge müssen dann für Wartungsarbeiten 75 Prozent des IT-Budgets eingesetzt werden. Für außen stehende Beobachter ist klar, es wird zu wenig auf die Zukunftsfähigkeit der eigenen Systemlandschaft geschaut. Die Innovation verpufft zu einem großen Teil.

Verfügbarkeit von Daten

In der IT herrschte in den letzten Jahren großer Bedarf nach ausreichend billiger Rechenleistung. Das ist nun kein Problem mehr, führt aber zu einem weiteren Pain Point im Speicherland. Mit aktuell 64 Prozessorkernen in Standard-PC-Servern stellt sich die Frage, wie sich die Datenverfügbarkeit und der schnelle Zugriff von 100 und mehr virtuellen Maschinen pro Server sicherstellen lassen. Solche Konfigurationen werden auch, noch vor jedem Gedanken an die Hochverfügbarkeit des Rechenzentrums, Konzepte für Wartungsfenster benötigen. Während virtuelle Maschinen schon die Migration zwischen entfernten Standorten beherrschen, ist der transparente Failover von Daten noch nicht weit verbreitet.

Fazit

Eins ist bei dieser kleinen Sorgenliste klar absehbar, Unternehmen die sich keine Downtime im Rechenzentrum leisten können, werden in die Speichervirtualisierung investieren müssen.

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