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Strategisches Datenprojekt der deutschen Medienbranche Medienhäuser bauen eigenen Datenraum – mit KI gegen Big-Tech-Abhängigkeit

Von Berk Kutsal 1 min Lesedauer

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Erstmals bündeln Deutschlands führende Medienunternehmen ihre Kräfte, um eine gemeinsame, souveräne Dateninfrastruktur aufzubauen. Unter dem Projektnamen „Datenraum Medien“ entsteht ein dezentrales, KI-integriertes Ökosystem, das Nachrichtenvalidierung, Deepfake-Erkennung und Content-Personalisierung auf eine neue Ebene heben soll – und langfristig eine europäische Antwort auf die Plattformdominanz der US-Tech-Konzerne bieten könnte.

ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1 und dpa entwickeln gemeinsam ein dezentrales, KI-integriertes Datenökosystem. Der „Datenraum Medien“ soll Datenhoheit sichern, Innovationen ermöglichen und Big-Tech-Abhängigkeiten reduzieren.(Bild:  KI-generiert)
ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1 und dpa entwickeln gemeinsam ein dezentrales, KI-integriertes Datenökosystem. Der „Datenraum Medien“ soll Datenhoheit sichern, Innovationen ermöglichen und Big-Tech-Abhängigkeiten reduzieren.
(Bild: KI-generiert)

Öffentlich-rechtliche und private Medienhäuser entwickeln erstmals gemeinsam eine digitale Infrastruktur, die Datenhoheit und KI-gestützte Innovation vereinen soll. Mit an Bord sind ARD, ZDF, RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 und die dpa – sie alle arbeiten unter der Koordination von Mission KI bis Herbst 2025 an den technischen und organisatorischen Grundlagen eines „Datenraums Medien“. Über eine dauerhafte Etablierung ab 2026 soll im Anschluss entschieden werden.

Ziel des Projekts ist es, ein dezentrales Datenökosystem aufzubauen, das den beteiligten Organisationen erlaubt, ihre Daten souverän zu nutzen und sicher zu teilen. Dabei geht es nicht nur um Effizienzgewinne, sondern um ein strategisches Gegengewicht zu den datengetriebenen Geschäftsmodellen großer Plattformkonzerne – und damit um nichts weniger als die digitale Zukunftsfähigkeit des Medienstandorts Deutschland.

KI kommt zu den Daten – nicht umgekehrt

Im Fokus der ersten Projektphase stehen konkrete Anwendungsfälle, mit denen die technische Infrastruktur schrittweise entsteht. Geplant sind unter anderem:

  • Authentizitätsprüfungen für Nachrichtenmeldungen,
  • Deepfake-Erkennung durch gemeinsam trainierte KI-Modelle,
  • Harmonisierung von Nutzungsdaten zur besseren Analyse,
  • Personalisierung von Inhalten für Endnutzer,
  • gemeinsames Finetuning von Sprachmodellen.

Kern des Ansatzes ist das Prinzip „Compute to Data“: Die KI reist zu den Daten – nicht umgekehrt. So bleibt die Hoheit jederzeit bei den jeweiligen Organisationen, was insbesondere für sensible Inhalte und rechtliche Anforderungen entscheidend ist.

Blaupause aus der Mobilitätswelt

Für die technologische Basis greift Mission KI auf bestehende Expertise zurück: Ein Konsortium aus ida GmbH, Think-it GmbH und Nexyo GmbH entwickelt die bewährte Blaupause des Mobility Data Space (MDS) weiter und passt sie auf die Anforderungen der Medienbranche an.

Langfristig soll aus den Pilotprojekten ein generalisierbarer Standard entstehen, der auch für andere Datenräume und KI-Innovationen genutzt werden kann.

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